Fast wie im Fernsehstudio: Der SBR mit (v.l.) GF Martin Weinitschke, Präsidentin Monika Sauer und Finanzvorstand Fritz Langenhorst auf dem Podium bei seiner Mitgliederversammlung 2020. (Foto: SBR)

Mitgliederversammlung 2020 des Sportbundes Rheinland

Die diesjährige Mitgliederversammlung des Sportbund Rheinland (SBR) am 5. Dezember gehörte zu den eher unspektakulären. Das lag nicht nur daran, dass man aus den bekannten Gründen gezwungen war, statt einer Präsenzveranstaltung mit rd. 200 Personen in einem Raum auf eine virtuelle Form zurückzugreifen, sondern auch an der Tagesordnung. Die sah keine besonders brisanten Punkte vor, auch Wahlen standen nicht auf dem Programm. Neben der Corona-Krise fanden sich vor allem die finanziellen Fragen des SBR sowie anstehende Satzungsänderungen.

In ihrem Bericht ging Präsidentin Monika Sauer, die zusammen mit Finanzvorstand Fritz Langenhorst sowie den beiden hauptamtlichen SBR Mitarbeitern Martin Weinitschke (Geschäftsführer) und Dominik Sonndag (Abt.-Leiter Kommunikation) das Podium im SBR-Haus in Koblenz besetzte, vor allem auf die Pandemie-Situation im Sport ein. Dabei mahnte sie die Mitgliedsvereine und -verbände zur Besonnenheit: „Es ist nicht hilfreich, nur Lockerungen zu fordern, indem wir behaupten, dass die Risiken im Bereich des Sportes klein sind. Wir müssen dazu kommen, überschaubare und besonders risikoarme Formen des Sportbetriebs konkret zu benennen. Wir müssen aber auch bereit sein, auf risikoreiche Formen in einer ersten Phase der Wiederaufnahme des Sportbetriebes zu verzichten“, so Sauer.

Finanzielle Krisenhilfen für den Sport in RLP müssen optimiert werden

Kritisch setzte sich die SBR-Präsidentin mit dem Corona Rettungsschirm des Landes für Vereine auseinander. Der drei Millionen Euro starke Rettungsschirm sei wegen hoher Hürden nur zu zehn Prozent in Anspruch genommen worden. Im SBR seien - Stand Ende November - lediglich insgesamt 60.000 Euro für zwölf Vereine bewilligt worden. „Der Sportbund Rheinland hatte sich von Beginn an für andere Regeln in der Umsetzung eingesetzt. In einigen unserer Nachbarbundesländer werden solche Programme, wie wir sie uns für Rheinland-Pfalz wünschen, umgesetzt“, sagte Sauer. Aktuell sei man in „vielversprechenden Verhandlungen“ mit dem Innenministerium, die Förderbedingungen den tatsächlichen Erfordernissen der Vereine anzupassen.
Insgesamt kann der SBR mit einem Gesamtvolumen von rd. 7,6 Mio. Euro im Sinne seiner 3050 Sportvereine im Rheinland wirtschaften. Sportminister Roger Lewentz sagte in einer Video-Zuschaltung für das kommende Jahr eine Erhöhung der Landesetats für den gesamten Sport von 1,35 Mio. EUR zu. Das ist die erste Aufstockung der Landesmittel für den Sport seit 20 Jahren.
Das der SBR bisher sorgsam mit den zur Verfügung stehenden Geldern umgegangen ist, drückte sich in dem positiven Testat der Kassenprüfer für das Jahr 2019, der kompletten Entlastung des Präsidiums und der mit großen Mehrheiten verabschiedeten Haushaltsplanungen für das laufende und das kommende Jahr aus. Auch die anstehenden Satzungsänderungen, bei denen vor allem die Durchführung von Versammlungen der SBR-Gremien und elektronischer Form legitimiert wurden, fanden nur sehr wenige Gegenstimmen.

Die Pandemie weiter im Auge – eine Bewertung der Strukturen soll folgen

In ihren Schlussworten ging Monika Sauer nochmal mit einem Apell auf die aktuelle Krise ein: „Lassen Sie uns in dieser Krisenzeit zusammenrücken -  und dies auf allen Ebenen. Innerhalb der Verbände und innerhalb der Vereine. Halten Sie Ihrem Verein die Treue und kämpfen Sie um jedes einzelne Mitglied. Gemeinsam werden wir diese Krise meistern.“ Im anschließenden Pressegespräch betonte die SBR-Präsidentin zudem, dass man im Sportbund die Situation genau verfolge und auch als Servicepartner der Vereine und Verbände nach bestem Wissen und im Rahmen der durch die Politik und dem Gesundheitswesen gegebenen Möglichkeiten die Mitglieder für ihren Sportbetrieb beraten werde. Auch den zu erwartenden Mitgliederverlust der Vereine habe man im Auge, mit geplanten öffentlichen Veranstaltungen für 2021 hofft das Interesse am Sport wieder wecken zu können.
Ein kommendes Thema für die Sportorganisation im Rheinland wird auch die gerade vorgenommene Strukturanalyse sein, die aber zunächst in den Gremien des beauftragenden Landessportbundes diskutiert werden soll, bevor Sauer hier ihre Wertungen für den SBR abgeben wird.

Noch hat die Corona-Krise den Leistungs- und vor allem den Breitensport voll in ihrem Griff. Aber Verlauf und Ergebnisse der SBR-Mitgliederversammlung vermittelten auch ein wenig Optimismus, dass der Sport so bald es geht wieder in den Normalmodus zurückkehr kann.  

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