Nur noch der TTC Grenzau vertritt die Großregion Koblenz in einer Bundesliga mit olympischer Sportart. Seit 1982 ist das Team aus dem kleinen Ort im Brexbachtal in der höchsten deutschen Liga.

Grenzau |

Was Manfred Gstettner einst als 16-jähriger mit der Vereinsgründung begann, das setzt sein Sohn Olaf heute als Präsident des Vereins fort. Der TTC Zugbrücke Grenzau, eng angelehnt an das Hotel Zugbrücke, ist ein Phänomen. Nach Borussia Düsseldorf ist der kleine Verein mit der eigenen Halle der erfolgreichste Tischtennisclub in Deutschland. Grubba, Ma Wenige, Fetzner, Böhm, Korbel, Hüging, sie alle haben für den Verein gespielt. Und immer wieder, jetzt seit 42 Jahren, schaffen sie es, in der Bundesliga zu bleiben. Das dürfte auch 2024/25 gelingen. Mit Slobodan Grujic als Trainer, Markus Ströher als Manager. Und eben mit Olaf Gstettner als umsichtigem Präsidenten. Und Manfred Gstettner, 88, versäumt kein Heimspiel seines Vereins.

Grenzau bleibt der Ausnahmefall. Der Rest ist von der Landkarte der Spitzensportvereine verschwunden. Der FSV Krobbach etwa, ebenfalls vom Westerwald. Große Namen wie Galina Melnik, Jie Schöpp, Wu Jiaduo und Nicole Struse verbinden sich mit dem Tischtennisclub, der 2002 und zwischen 2008 und 2013 siebenmal Deutscher Meister wurde. Am Ende fehlte den großartigen Verantwortlichen des Vereins die Kraft. Und sicher auch das finanzielle Fundament.

Ähnlich war es auch im Pellenzgebiet bei den Volleyballern des VC Mendig. Die Jugendarbeit des Vereins war das Fundament für eine grandiose Entwicklung bis in die Bundesliga. Kurt Müller war der Vater des Erfolges. Er war Vorsitzender und Macher. Und Sascha Monschauer, heute Vorstandsvorsitzender einer großen regionalen Bank, war einer der besten Spieler. Längst wieder in unteren Sphären ist Kurt Müller immer noch dabei, Volleyball ist seine Leidenschaft und Vision.

Dass Koblenz einmal einen Basketball-Bundesligisten und einst mit Larry Farmer den ersten dunkelhäutigen Spieler hatte, das war damals eine Sensation. Aber es ist lange vorbei. Wenn es irgendwo Hoffnung auf einen neuen Bundesligisten gibt, dann sind es die aktuellen Koblenzer Basketballer.

Wer ganz oben sein will, der braucht Geld, eine starke Struktur, kluge Mitarbeiter und Sportstätten. Und nach Möglichkeit einen positiv Verrückten an der Spitze. Daran, dass nicht die Technokraten die Welt des Sportes verändern, daran hat sich nichts geändert.