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Deichstadtvolleys noch aus der Spur

Deutlicher Unterschied in der Arbeitshöhe: Lara Vukasovic kann den Neuwieder Block ignorieren. (Foto: Andreas Steindl)


Mit 3:0 Sätzen (11, 21, 12) unterlagen die Neuwieder Deichstadtvolleys nach 65 Minuten bei den Ladies in Black Aachen. Dabei zeigte sich der Klassenunterschied zwischen dem Neuling und dem seit etlichen Jahren etablierten Erstligisten.

Zunächst waren die Ausgangsbedingungen für beide Teams ähnlich: Aachen wie Neuwied hatten pandemiebedingt spielfreie Wochenenden und Trainingsausfall zu verkraften, beide sehnten sich die Rückkehr aufs Spielfeld herbei, beide wollten wieder an ihr Leistungsvermögen anknüpfen. Dies schien am Ende eher den Kaiserstädterinnen gelungen zu sein, die eine weitgehend stabile Leistung abrufen konnten und Neuwied deutlich auf Distanz hielten.

Dirk Groß musste erneut auf Maike Henning verzichten, die somit als stabilisierendes Element in der Defensive fehlte. An ihrer Stelle gab die couragierte Taylor Slover ihr Debut. Alexis Conaway, schließlich zur besten Neuwieder Spielerin gewählt, agierte im Mittelblock, Maddy Halteman bestritt auf der Zuspielerposition die erste Spielhälfte und Sarah Kamarah kehrte auf die Diagonale zurück.

Im ersten Satz bemühten sich beide Mannschaften ihren Rhythmus zu finden, was der erfahreneren Mannschaft früh gelang, während Neuwied Abstimmungsprobleme in Abwehr und Block zeigte und nur sporadisch durch Einzelleistungen zu Punkterfolgen kam. Aachen ließ sich im Gegensatz dazu nicht zu Fehlern verleiten. Die Zwischenstände von 8:5 und 16:9 sprechen dabei eine deutliche Sprache. Während Neuwied sich bemühte, Ordnung aufs Feld zu bringen und so im Angriff viel zu wenig Überraschendes oder Druck erzeugen konnte, nutzte Aachen die sich daraus ergebenden Angriffsmöglichkeiten, allen voran durch Jana Franziska Poll und die spätere MVP Lara Vukasovic. Da Aachen nicht gewillt war, Geschenke zu machen und sein überlegenes Spiel durchzog, endete der Satz mit 25:11.

Ähnlich der 2. Satz: Neuwied mühte sich, konnte aber die Aachner Überlegenheit nicht abschwächen. Symptomatisch für die taktische Unterlegenheit war, dass z.B. Neuwieder Angriffsversuche aus dem Rückraum den Aachener Block nicht überraschten, sich gelegentlich sogar ein Dreierblock einfinden konnte.

Die Situation änderte sich etwas beim Aachener 16:10, als Dirk Groß einen Doppelwechsel durchführte: Isabelle Marciniak übernahm die Regie und konnte auch aufgrund einer verbesserten Neuwieder Ballannahme etwas erfolgreicher agieren und das eine oder andere Mal erfolgreiche Schnellangriffe initiieren. Lexi Pollard spielte diagonal, blieb aber unauffällig. Neuwied zeigte kämpferische Qualitäten und holte Punkt um Punkt auf. Als Trainer Gallardo bei einer eigentlich noch deutlichen Führung seinen Doppelwechsel versuchte, um seiner ersten Garnitur eine Pause zu ermöglichen, hatte Neuwied die beste Phase des Spiels und ließ Möglichkeiten erkennen, wie im Falle gelungener Annahmen ein schnelleres und erfolgreicheres Spiel möglich wäre. Neuwied rückte so bis auf 20:22 heran, Aachen wechselte zurück und Franziska Jana Poll war es dann vorbehalten, den 2. Satzball zum 25:21 zu verwerten.

Unzufrieden mit dem Spiel war auch Dirk Groß, der sich vom Comeback nach der Pandemiepause mehr versprochen hatte: „Alles, was wir uns vorgenommen hatten, haben wir heute nicht geschafft. Aachen hingegen hat eine ganz andere Klasse und kann deshalb seine Leistung auch nach einer langen Pause aufs Feld bringen und seinen Anspruch, in der Tabelle vorne mitspielen zu können, zeigen“. Weder im Aufschlagspiel noch in der Ballannahme habe seine Mannschaft es geschafft, initiativ zu werden. „Wir sind eben noch ganz weit weg vom Erstliganiveau, und vieles andere, wie jetzt die Coronapause, haben bei uns eine größere Auswirkung als bei anderen Teams“, muss er feststellen.

Zum Aufarbeiten bleibt ihm eine Woche Zeit, bevor es auf eine Tournee in den Nordosten geht. Am 14.2. und 16.2. gastieren die Neuwiederinnen bei Palmberg Schwerin. Dann geht es weiter nach Potsdam, wo man am 18. 2. und 20.2. Hin- und Rückspiel bestreitet. Danach hofft man, so die Pandemie keinen Strich durch die Rechnung macht, „wieder in der Spur“ zu sein.