Das Wetter zum Golfen ist derzeit nicht gerade perfekt (Foto: Adrian Thompson)

Kann der Golfsport von der Krise profitieren?

Im Gegensatz zu den Kontaktsportarten, die derzeit unter das Sportverbot der aktuellen Corona-Verordnung fallen, ist die Ausübung von Individualsportarten wie Golf unter gewissen Rahmenbedingungen erlaubt. Als Outdoorsport, der in maximal Vierergruppen oder sogenannten „Flights“ ausgeübt wird, erfreut sich der Golfsport dem derzeitigen Privileg gespielt zu werden. In der Region befinden sich mehrere tolle Golfanlagen, unter anderem der Mittelrheinische Golfclub Bad Ems auf der Denzerheide, der Jakobsberg auf der Breyer Anhöhe oder der Golfclub Rhein-Wied bei Heimbach-Weis. 

Gastspieler haben derzeit keine Chancen auf Startzeiten auf der Denzerheide am Tor zum Westerwald. In Bad Ems sind zurzeit nur Mitglieder spielberechtigt, damit der Club dem eigenen Spielerstamm gerecht werden kann. Aber dennoch, der Golfsport boomt in Zeiten, in denen andere Sportarten nur im Rahmen der Möglichkeiten ausgeübt werden können. „Das Infektionsrisiko beim Golfen ist sehr gering, davon profitieren wir schon“, sagt Jens Lederer im Interview mit Aktuell4U Mitte November. Er managt den Mittelrheinischen Golfclub Bad Ems. „Ich wage es fast von einem zweiten Frühling für das Golfen zu sprechen“, klingt Lederer sogar leicht euphorisch. In Bad Ems wurden beispielsweise noch nie so viele Platzerlaubniskurse angefragt und gebucht wie im Pandemiejahr 2020. „Wie nachhaltig diese Zahlen sind, wissen wir aber nicht“, schränkt Lederer ein.

Abstriche gibt es aber natürlich trotzdem auch beim Golfen. Während die Profis im November beispielsweise das Master in Augusta um das berühmte „Green Jacket“ spielen, fanden die Turniere dieses Jahr nur gemäßigt statt: „Quasi sämtliche Turnierveranstaltungen brechen weg oder konnten in 2020 sehr eingeschränkt stattfinden“, sagt Lederer. Der Ligaspielbetrieb setzte gar komplett aus. Davon betroffen sind neben der Gastronomie rund um die Golfclubs vor allem auch das Vereinsleben. „Ein längeres Verweilen ist nicht möglich“, bedauert Lederer die Situation. Auch Trainerstunden sind nur als Einzelunterricht buchbar, ein Gruppentraining ist nicht mehr möglich. Der Lockdown ist Herausforderung und Chance zugleich für die Golfvereine der Region. Mit „positiven Tendenzen“, wie der Bad Emser Clubmanager glaubt.

Zwischen den Jahren war das Golfspielen aber ausgefallen. Der Regen machte es unmöglich die Plätze zu bespielen ohne größeren Schaden anzurichten. Und so hoffen die Golfer auf Trockenheit, damit ihr temporäres Privileg erhalten bleibt. 

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