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Klassiker-Wochenende voller Höhepunkte am Nürburgring

Nicht nur auf der Rennstrecke gibt es am Nürburgring viel zu entdecken. Der Bummel durch das Fahrerlager gehört beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix zum Pflichtprogramm, der Eintritt ist in allen Eintrittskarten inklusive. Foto: Suer / AvD-OGP

Der AvD-Oldtimer-Grand-Prix lädt am Wochenende zur rasanten Motorsport-Zeitreise ein. Zu den Stars gehören Formel-1-Fahrzeuge der Cosworth-Ära (im Bild), aber auch Sportwagen und -Prototypen, der DTM Classic Cup und Vorkriegsrennwagen sind zu sehen. Foto: AvD-OGP / Suer

Nicht nur auf der Rennstrecke gibt es am Nürburgring viel zu entdecken. Der Bummel durch das Fahrerlager gehört beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix zum Pflichtprogramm, der Eintritt ist in allen Eintrittskarten inklusive. Foto: Suer / AvD-OGP


Vorhang auf für das Klassiker-Rennen des Jahres: Vom 12. bis 14. August treffen sich beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix Rennwagen praktisch aller Kategorien, die gut 100 Jahre Motorsport repräsentieren. Das rollende Geschichtsbuch bietet dabei die legendären „Cosworth“-Formel-1-Fahrzeuge der 70er und 80er, imposante Sportwagen und Prototypen, unvergessene Tourenwagen- und GT-Heroen aus DRM und DTM und vieles mehr.

Vorkriegsfahrzeuge führen zurück in die Gründertage der Eifelstrecke, sogar der Kompressor-Mercedes-Benz, auf dem Rudolf Caracciola beim Nürburgring-Eröffnungsrennen 1927 siegte, rollt an den Start. Höhepunkt des Wochenendes ist das Samstagsprogramm, das in einer Reihe besonders sehenswerter Rennläufe mündet – darunter das einmal mehr exzellent besetzte Rennen der Sportwagen der 60er-Jahre, das nach der beliebten Demonstration des Le-Mans-Starts über eine Stunde bis in die Dämmerung hineinführt und mit einem Feuerwerk nach dem Zieleinlauf den Tag beendet. Tickets (ab 29 Euro für das Tagesticket am Freitag) gibt es ebenso wie alle News, Zeitpläne und weitere wichtige Infos unter www.oldtimergrandprix.com.

Nach zwei außergewöhnlichen Jahren dürfen sich die Besucher 2022 auf ein Klassiker-Event freuen, das die gewohnten Höhepunkte bieten kann. Denn nachdem im vorletzten Jahr Corona sowohl Besucher als auch ausländische Starter nur eingeschränkt ermöglichte und im vergangenen Jahr die Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und NRW zur Absage zwang, gibt es nun wieder drei Tage historischen Motorsport der Extraklasse. Dass die Zwangspause nicht ungenutzt verstrich, davon zeugt der neu ins Programm gekommen DTM Classic Cup. Serienmanager Peter Oberndorfer freut sich mit Blick auf die Starterliste bereits: „Beim AvD-Oldtimer-GP erwarten wir im DTM Classic Cup ein Starterfeld mit über 30 Fahrzeugen hoher Qualität, das allein sorgt für viel Rennaktion. Diese war schon in den bisherigen Rennen teils unglaublich, diesmal kämpfen mit Audi, BMW, Ford, Opel und Volvo sogar fünf Marken gegeneinander.“ Mit dabei: Eine Reihe ehemaliger DTM-Piloten wie etwa Prinz Leopold von Bayern und Marc Hessel (BMW E30 BTCC), Volker Strycek (Opel Kadett E 16V), Olaf Manthey (BMW 635 CSi), Kris Nissen (Schnitzer-BMW M3) und andere.

Vielfältige Tourenwagen und GTs

Neben den DTM-Fahrzeugen gibt es aber auch viele weitere Tourenwagen und GTs im Programm zu sehen. So macht die unter dem Dach der FHR (Fahrergemeinschaft Historischer Rennsport) startende „Dunlop A Gentle Drivers Trophy ’65” mit ihren Rennwagen bis Jahrgang 1965 mit dem ersten Rennen des Wochenendes am Freitagmittag den Auftakt. Die etwas jüngeren Fahrzeuge der FHR (bis 1975) treten in den beiden Läufen der HTGT um die Dunlop-Trophy an. Auch die Freunde britischer GTs kommen auf ihre Kosten, denn die Masters Gentlemen Drivers kommen als eine von vier Serien der englischen Masters Racing-Vereinigung zum Ring. Ein Höhepunkt in dieser Beziehung: Das Revival-Rennen, dessen kleines, aber feines Starterfeld an die unvergessene Deutsche Rennsport-Meisterschaft (DRM) erinnert. Liebling vieler Fans dürfte auch diesmal der Zakspeed-Ford Capri von 1980 sein, der mit einer beeindruckenden Mischung aus Sound, Optik und Performance von Peter Mücke bewegt wird. Sein Team BWT-Mücke Motorsport geht aber nicht nur in diesem Rennen mit mehreren perfekt vorbereiteten Klassikern an den Start. Mückes Sohn Stefan teilt sich im DTM Classic Cup mit Ronny Scheer einen nicht minder spektakulären Opel Calibra 2,5 V6 4x4 ITC.

Atemberaubende Formel-1-Zeitreise

Traditionell im Fokus vieler Besucher stehen aber auch die Formel-1-Fahrzeuge der Cosworth-Ära, die in den beiden Rennen der „Masters Racing Legends for F1 cars 1966 – 1985“ zu bestaunen sind. Gleich zwei prominente Deutsche mischen sich diesmal unter die Starter: Ex-DTM-Pilot Harald Becker macht seinen Arrows A3 von 1980 startklar, und der dreifache Le-Mans-Sieger Marco Werner tritt im Lotus 87B von 1981 an. Mit weit über 30 Fahrzeugen toll besetzt ist auch das Feld der britischen HGPCA (Historic Grand Prix Cars Association), das die Vor- und Frühzeit der Königsklasse von den Grand-Prix-Fahrzeugen der Vorkriegszeit bis etwa Mitte der 60er beleuchtet. Hier gibt es Klassiker, wie etwa gleich mehrere Exemplare des legendären Maserati 250F zu bestaunen, mit dem Juan Manuel Fangio 1954 am Nürburgring Formel-1-Geschichte schrieb. Einen besonderen Ausflug gibt es außerdem mit den „Sharknose“-Paraden, bei denen sich alles rund um den seinerzeit revolutionären Ferrari 156 dreht, der als erster Heckmotor-Monoposto den F1-Titel einfuhr (Phil Hill, 1961) und damit eine Zeitenwende im Formel-Sport einläutete. Abgerundet wird das Formel-Thema von Formel-Junior-Fahrzeugen aus den frühen 60er-Jahren, die sich in der Lurani-Trophy zu einem bunten und sehenswerten Starterfeld versammeln.

Sportwagen-Legenden gehören zu den Höhepunkten des Wochenendes

„Full House“ meldet vor dem AvD-Oldtimer-Grand-Prix das Feld der Zweisitzigen Sportwagen und GT bis 1960/61. Hinter dem langen Titel steckt etwas ganz einfaches: Ein Feld voll der schönsten Sportwagen der 50er und 60er, dessen Läufe hinsichtlich Besetzung, Qualität, Stimmung und (für sehr viele Zuschauer) auch in Sachen Optik einzigartig sind. Mercedes, Maserati, Porsche, Aston Martin, Ferrari, Lotus, Jaguar und einige mehr sind hier mit legendären Modellen der Markengeschichte versammelt, und gerade der interne Vergleich in den zahlreichen Klassen macht das Geschehen auf der Strecke höchst reizvoll. Für eine große Bandbreite auf der Strecke sorgen auch die weiteren Sportwagen- und Prototypen-Rennen. Die FHR bringt etwa auch die „CanAm & Sportscars“ mit, in deren Starterfeld auch einige bullige GTs antreten. Das verspricht ebenso ein Fest für Augen und Ohren zu werden, wie die Masters Sports Car Legends mit ihren Fahrzeugen aus den Klassikern à la Le Mans & Co. Hier geht die Reise zurück in die 60er- und frühen 70er-Jahre – doch die Zeitreise reicht sogar bis in die jüngere Vergangenheit. Dafür sorgen die GTs und Prototypen der „Masters Endurance Legends“, deren jüngste Teilnehmer (einige Ligier-Prototypen) aus den Jahren 2016 und 2017 stammen: Da ist ein Performance-Fest sicher. Abgerundet wird das Rennprogramm von der Legende unter den Fahrzeugmarken: Ferrari. Der Ferrari Club Deutschland präsentiert sich mit seiner FCD Racing Series erneut und bringt Clubsport im allerbesten Sinne und natürlich mit traumhaften Fahrzeugen auf die Strecke.