Sport

 

Emotionsgeladenes Festival der schönsten Klassiker

m Rennen der zweisitzigen Sportwagen und GT bis 1960/61 sind Rennsport-Ikonen der 50er-Jahre am Start. Der erste Lauf am Samstagabend gehört zu den Höhepunkten des AvD-Oldtimer-Grand-Prix. Foto: AvD-OGP / Suer

Premiere: Der DTM Classic Cup ist zum ersten Mal im Programm des AvD-Oldtimer-Grand-Prix vertreten und bringt ein Wiedersehen mit unvergessenen Fahrzeugen und Fahrern aus der höchsten deutschen Tourenwagenklasse. Foto: DTM Classic Cup

Natürlich bilden auch die Vorkriegsrennwagen einen festen Programmpunkt beim größten Klassiker-Rennfestival Kontinentaleuropas. Sie präsentieren sich in Gleichmäßigkeitsprüfungen und Ausfahrten. Foto: Gruppe C / AvD-OGP


Gute Aussichten für den AvD-Oldtimer-Grand-Prix (12. – 14. August): Die Nennungen sind in vollem Gang, und täglich trudeln derzeit neue, aufregende Anmeldungen bei den Organisatoren ein. Das größte Klassiker-Rennsportfestival in Kontinentaleuropa wird auch in diesem Jahr seinem exzellenten Ruf gerecht und verspricht ein emotionales Wochenende im Zeichen des historischen Rennsports.

Ausflüge in die Formel-1-Geschichte sind ebenso live auf der Strecke zu erleben, wie die spektakulären Sportwagen früherer Zeiten in Le Mans und der Sportwagen-WM. Ein Rennen steht dabei immer wieder besonders im Fokus, das auch in diesem Jahr einen stimmungsvollen Höhepunkt des Geschehens markiert: In den Läufen der zweisitzigen Rennwagen und GTs bis 1960/61 bilden die Sportwagen der 50er-Jahre den Schwerpunkt. Hier trifft Birdcage-Maserati auf Porsche 356 und 904, „Flügeltürer“-Mercedes 300 SL auf Lotus, Lola und Ferrari – ein Schaulaufen einiger der schönsten Rennwagen aller Zeiten. Ebenso emotionsgeladen werden für viele Zuschauer die Rennen des DTM Classic Cup sein, der erstmals beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix zu Gast ist. Die Serie beschert den Fans ein Wiedersehen mit den Fahrzeugen und Piloten der historischen DTM, bei dem auch viele prominente Gesichter in den Cockpits zu sehen sind. Tickets für das Wochenende gibt es ab 29 Euro (Tageskarte Freitag) auf der Internetseite der Veranstaltung. Für Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre ist der Eintritt in Begleitung eines Erwachsenen frei. Der Vorverkauf und viele weitere Infos sind im Internet zu finden unter www.oldtimergrandprix.com.

Gerade wenn es am Samstagabend für die zweisitzigen Rennwagen und GT bis 1960/61 in das Abendrennen geht, sind die Tribünen am Nürburgring traditionell gut gefüllt. Schließlich sind hier die bildschönen Sportwagen zu sehen, die in den 60ern und 70ern bei den Großen Klassikern wie Le Mans und der Targa Florio um Siege und Sekunden kämpften – und nicht selten auch in der Eifel Geschichte schrieben. Das Rennen ist bis auf den letzten Startplatz gefüllt und wird auch diesmal zu einem Gipfeltreffen der Rennikonen.

Besonders spannend: Bei allen Unterschieden in der Performance finden sich viele Gruppen vergleichbar starker Fahrzeuge, die sich bei munteren „Rennen im Rennen“ duellieren: Je drei Porsche 904, Maserati A6 GCS, Lotus XI und Lola MKI treten beispielsweise gegeneinander an. Und die Zuschauer stehen vor der Qual der Wahl, ob nun die seltenen Maserati T61 („Birdcage“) oder die legendären Mercedes 300 SL mit ihren Flügeltüren schöner und spektakulärer sind. Zumal die Schönheitskonkurrenz groß ist: In der neuen „jungen“ Klasse bis 1971 tritt etwa ein Zweiliter-Ferrari Dino 206 an, der einst bei den großen Langstreckenrennen erfolgreich war. Das Defilee der Legenden wird ganz standesgemäß am Abend im Ziel mit einem Feuerwerk begrüßt, das den krönenden Abschluss des vollgepackten Renntages bildet.

Legenden, wohin man blickt: Die Stars der DTM von „damals“ am Start

Die Stars einer anderen, nicht minder beliebten Motorsport-Ära geben sich im DTM Classic Cup die Ehre: Hier starten die Modelle der höchsten deutschen Tourenwagen-Klasse, die in den 80er- und 90er-Jahren für Furore sorgten. Und für den AvD-Oldtimer-Grand-Prix hat sich so mancher Star von damals (und einige bekannte Piloten von heute) angekündigt. Leopold Prinz von Bayern, Altfrid Heger, Kris Nissen, Marc Hessel und Kris Nissen geben sich die Ehre. Sie pilotieren an diesem Wochenende noch einmal die legendären BMW M3 und Ford Sierra aus der DTM. Aber auch Audi A4 STW, Opel Vectra STW oder vermeintliche Exoten wie der Volvo 850 TS stehen am Start. Aus der ITC und der „neuen” DTM kommen der mächtige 2,5-Liter-Opel Calibra V6 4x4 (in dem mit Stefan Mücke ein Top-Sportwagen-Pilot am Steuer sitzt) und Opel Astra V8 Coupé: Da wird nicht wenigen Fans am Nürburgring nostalgisch zumute, denn natürlich sind all diese Fahrzeuge und Piloten von zahlreichen Gastspielen auf der Eifelrennstrecke bestens in Erinnerung. Gemeinsam mit dem Abendrennen der Sportwagen-Klassiker und dem beliebten DRM-Revival-Rennen bildet der DTM Classic Cup das Programm am Samstagabend, an dem sich damit die motorsportlichen Highlights geradezu jagen.

Fast 100 Jahre alte Rennwagen auf der Strecke

Bei aller Faszination für die Performance der Rennwagen von einst sollten Besucher den Weg ins Fahrerlager nicht versäumen. Denn dort gibt es nicht nur die Chance, ein Autogramm oder Selfie vom Star vergangener Tage zu ergattern. Hier sind auch die Teams und Fahrzeuge aus der Nähe zu erleben, und es ergibt sich immer wieder die Gelegenheit zu einem „Benzingespräch“.

Das beginnt schon im historischen Fahrerlager, in dem die ältesten Fahrzeuge des Wochenendes untergebracht sind. Die Boxenanlage aus den Gründertagen des Nürburgrings ist das weltweit einzige erhaltene Paddock aus den 20er-Jahren und bildet die standesgemäße Originalkulisse für die Teilnehmerfahrzeuge der „Vintage Sports Car Trophy“. Die hier startenden Vorkriegsrennwagen fahren zwar keine Rennen mehr, zeigen aber in Gleichmäßigkeitsprüfungen auf dem Grand-Prix-Kurs und bei Ausfahrten, was in ihnen steckt.

Mit dabei sind so unterschiedliche Fahrzeuge wie die mächtigen Kompressor-Mercedes-Benz SSK oder der wendige BMW 328. Als bislang älteste Fahrzeuge des Wochenendes werden die fast 100 Jahre alten Salmson Rally Grand Prix und ein Riley Brooklands 9 (beide Baujahr 1929) an den Start rollen. Aber auch die „jüngere“ Vorkriegshistorie hat faszinierende Fahrzeuge zu bieten: Michal Velebny etwa bringt einen außergewöhnlichen Skoda Sport von 1949 mit zum Nürburgring.

Gleich neben den Vorkriegsrennwagen gibt es einen Ausflug in die Welt des Rallyesports: Hier kommen die Starter der Interessengemeinschaft „Slowly Sideways“ mit ihren historischen Rallyefahrzeugen unter. Sie bieten eine tolle Einstimmung auf den Weg ins Grand-Prix-Fahrerlager. Denn dort gibt es im Zelt von Medienpartner Motor Klassik eine Ausstellung zum Thema „50 Jahre Rallye-Weltmeisterschaft“. Zum Bummel durch das Paddock laden darüber hinaus (neben dem Blick auf die Fahrzeuge der verschiedenen Serien und Rennen) auch die weiteren Partner der Veranstaltung ein. Beim TÜV Rheinland gibt es am Wochenende spannende Fachvorträge. Continental präsentiert einen neuen Rennreifen für historische Fahrzeuge. Cobrasitz24 präsentiert einen tollen Stuhl im exklusiven Design für den AvD-Oldtimer-Grand-Prix. Bei Skoda treffen sich Eigner historischer Fahrzeuge der tschechischen Marke, die beim „Open Door“ zur Fachsimpelei einladen. Es gibt also auch in diesem Jahr schlichtweg an jeder Ecke etwas zu entdecken und zu bestaunen für die Besucher.