Viktoria Müller absolvierte bei der Hallen-DM ihren ersten Wettkampf nach rund einem halben Jahr und startete auf Platz vier über 60 Meter Hürden durch.

Leichtathletik: Viktoria Müller übertrifft alle Erwartungen

Aus drei Teilnehmern von der LG Rhein-Wied an der deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaft in Dortmund wurden am Freitagabend zwei. Sophia Junk laborierte nach dem Abschlusstraining an Problemen mit dem Oberschenkelbeuger. „Wir konnten die Spannungen im Beuger leider nicht mehr beseitigen. So habe ich in Abstimmung mit meinem Trainer schweren Herzens entschieden, auf die DM zu verzichten. Schade, weil ich mich sehr gut gefühlt und mir die 7,33 Sekunden, die für das Finale nötig waren, auch zugetraut habe. Wir wollten im Hinblick auf den Sommer, für den ich mir viel vorgenommen habe, kein Risiko eingehen. Es hätte die Gefahr einer Verletzung bestanden, wenn ich jetzt einen Wettkampf bestritten hätte. Ich denke die Entscheidung war absolut richtig und hoffe, dass sie sich im weiteren Saisonverlauf auszahlt“, sagte die Sprinterin.
Ohne große Erwartungen gestartet, überraschte sich Viktoria Müller hingegen selbst. „Ich nehme mal an, dass niemand damit gerechnet hat, dass es so gut läuft“, sagte die Hürdensprinterin, die im August ihren letzten Wettkampf bestritten hatte. Mit Platz vier im Finale und zwei persönlichen Bestleistungen binnen 90 Minuten (8,34 Sekunden im Halbfinale, 8,31 Sekunden im Endlauf) schrieb Müller eine Erfolgsgeschichte. „Ich habe mich beim Aufwärmen schon sehr gut gefühlt, aber hätte niemals gedacht, dass ich zum Saisoneinstieg und mit einer solchen Saisonvorbereitung vorne mitlaufen kann. Der Vorlauf war sehr gut. Ich bin eigentlich ohne großen Druck an den Start gegangen, kam dann sehr gut aus dem Block, wodurch ich gut in den Lauf gekommen. Im Finale lief es ähnlich“, analysierte sie ihre beiden Läufe. Der Trainerwechsel zu Holger Klein im März letzten Jahres scheint sich auszuzahlen. „Wir haben meine Schnelligkeit deutlich verbessert“, so die 24-Jährige. Die Goldmedaille gewann Ricarda Lobe von MTG Mannheim (8,19 Sekunden).
Mit der „vier“ macht auch Kai Kazmirek Erfahrung. Der Zehnkämpfer verpasste im Weitsprung knapp das Podest. Kazmirek fand direkt gut in den Wettkampf und wurde mit einer Saisonbestleistung von 7,52 Metern gemessen – Platz zwei nach dem ersten Durchgang. Für den 30-Jährigen blieb es der beste von sechs Sprüngen. Der neue Titelträger Maximilian Entholzner (LAC Passau, 7,85 Meter) und Simon Batz (LG Landkreis Kelheim, 7,73) steigerten sich und gewannen somit
Über 60 Meter Hürden qualifizierte sich Kazmirek mit einer Saisonbestzeit von 8,07 Sekunden als Fünfter für den Endlauf. Eine ähnliche Platzierung, vielleicht sogar etwas mehr, währe ohne den Strauchler und Beinahesturz vor der fünften Hürde möglich gewesen, durch den der Olympiakader-Athlet auf Rang sieben zurückfiel. Den Titel gewann der Wattenscheider Erik Balnuweit (7,70 Sekunden).

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