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Nürburgring: Gelungener Restart für den AvD-Oldtimer-Grand-Prix

Die Formel-1-Boliden der Cosworth-Ära schlugen mit ihrem Sound und ihrer Performance viele Fans in ihren Bann. (Foto: AvD-Oldtimer-Grand-Prix/Gruppe C)

Mit einem Starterfeld von gut 30 Fahrzeugen voller BMW M3, Mercedes 190 Evo, Opel Calibra und Co. gehörte der DTM Classic Cup zu den Zuschauer-Highlights am Wochenende. (Foto: AvD-Oldtimer-Grand-Prix/Gruppe C)

Im spektakulären Feld der CanAm- und Gruppe-C-Sportwagen gehörte der knallgelbe Porsche 917, den einst Willi Kauhsen pilotierte, zu den automobilen Stars. Foto: AvD-Oldtimer-Grand-Prix/Gruppe C)


Der AvD-Oldtimer-Grand-Prix ist „Back on Track“: Das wichtigste kontinentaleuropäische Festival für klassische Rennwagen hat sich mit einem stimmungsvollen Motorsportwochenende zurückgemeldet, nachdem es in den vergangenen beiden Jahren Corona-bedingte Zuschauer-Einschränkungen und eine Absage wegen der Flutkatstrophe an der Ahr gegeben hatte.

Über 20 Rennläufe und Gleichmäßigkeitsprüfungen bei perfekten Hochsommerbedingungen entschädigten die 30.000 Besucher am Wochenende ebenso wie Teams und Fahrer für die lange Wartezeit und sorgten für tolle Stimmung auf dem Nürburgring. Zu den Höhepunkten gehörten Läufe historischer Formel-1-Fahrzeuge der Cosworth-Ära, Sportwagen-Rennen mit Feldern von den 1950er- bis in die 2010er-Jahre und vieles mehr. Mit dem ersten Gastspiel des DTM Classic Cups gab es zudem ein neues Highlight, bei dem viele der Stars von einst wieder in ihre unvergessenen Renntourenwagen kletterten. Auch die Zukunft der Veranstaltung ist dauerhaft gesichert: Die Veranstaltergemeinschaft des Events einigte sich mit den Vertretern der traditionsreichen Eifel-Rennstrecke frühzeitig auf eine Fortführung der langjährigen guten Zusammenarbeit und eine Verlängerung des Veranstaltungsvertrages auch weit über die bis ins kommende Jahr gesicherte bisherige Laufzeit. Auch für die fünf Folgejahre 2024 bis 2028 wird der AvD-Oldtimer-Grand-Prix damit am Ring zu erleben sein.

Beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix verwandelte sich der Nürburgring auch in diesem Jahr in eine echte Zeitmaschine, die zur Reise zurück zu den unvergessenen Fahrzeugen und Rennen der vergangenen 100 Jahre ermöglichte. Bis in die Gründertage der Strecke ging es beispielsweise mit den ältesten Rennwagen aus den Vorkriegsjahren, die im Rahmen der mit dem Allgemeinen Schnauferl Club (ASC) veranstaltenden „Vintage Sports Car Trophy“ zu Gleichmäßigkeitsprüfungen und Ausfahrten eingeladen waren. Mit dabei: Peterheinz Kern auf dem Mercedes 680 S, mit dem Rudolf Caracciola im Jahr 1927 das Eröffnungsrennen auf dem Nürburgring gewann. In einem BMW 328 von 1938 trat Uli Sauer an, der mit 49 Teilnahmen beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix der treueste Teilnehmer des Events ist.

Ich bin sehr zufrieden mit dem Wochenende. Das Rennergebnis zählt für mich ehrlich gesagt nicht – mein Regal zu Hause steht voller Pokale, ich brauche eigentlich keinen mehr. Aber ich möchte mit Oldtimer-Freunden Spaß haben, und das ist hier rundum gelungen. Ich bin mit dem ganzen Wochenende sehr zufrieden. - Uli Sauer (Teilnehmer AvD-Oldtimer-Grand-Prix)

Diesem Urteil schlossen sich auch andere an. So etwa Ex-DTM-Pilot Peter Oberndorfer, der als Serienmanager des neu gegründeten DTM Classic Cups in die Eifel kam:

Ich bin früher selbst oft hier gestartet und hatte an diesem Wochenende eine neue Perspektive. Der OGP ist eine international wichtige Veranstaltung, deshalb war es passend, dieses Event in den Saisonkalender des DTM Classic Cups aufzunehmen. Das Flair ist einmalig, es sind viele Besucher und sehr viele schöne Autos hier am Nürburgring: Hier haben wir als Serie gut hineingepasst, es hat sich gelohnt hierher zu kommen. - Peter Oberndorfer (ehem. DTM-Pilot)

Viele DTM-Piloten von einst wie etwa Olaf Manthey, Volker Strycek, Kris Nissen, Marc Hessel, Roland Asch oder auch Leopold Prinz von Bayern gaben sich dabei die Ehre in der Serie, die unvergessene Fahrzeugen wie BMW M3, Opel Calibra, Mercedes-Benz 190 Evo und viele andere wieder auf die Strecke brachte. „Poldi“ von Bayern freute sich wie viele seiner Kollegen über die tolle Atmosphäre am Ring:

Für die Besucher ist es ein Leckerbissen par excellence, was hier an Fahrzeugen zu sehen ist – von Formel 1 und Sportwagen bis DTM. Der AvD-OGP ist eine der wichtigsten Veranstaltungen im Jahr, und ich freue mich jedes Jahr auf die Atmosphäre hier am schönen Nürburgring. Die Menschen hier haben einfach Benzin im Blut. - Leopold Prinz von Bayern (ehem. DTM-Pilot)

Internationale Starterfelder und viele Motorsport-Facetten sorgten für Flair

Das Programm des Events bot erneut einige Hightlights, die es nur hier zu sehen gibt – etwa den Revivallauf Deutsche Rennsport-Meisterschaft (DRM) oder auch die zweisitzigen Rennwagen und GT bis 1960/61. In letztgenanntem Feld ging es am Samstagabend beim einstündigen Abschlussrennen des Tages bis in die Abenddämmerung. „Birdcage“-Maserati, Mercedes-Benz 300 SL, Porsche 904 und RSK 718, Jaguar C- und D-Type, Lotus Eleven – die Liste legendärer Sportwagen im hochkarätig besetzten Starterfeld präsentierte einige der schönsten und legendärsten Sportwagen aller Zeiten. Ebenso unvergessen aber auch die Modelle in anderen Rennen. Nach dem Ende der Reisebeschränkungen in der Corona-Pandemie konnten endlich wieder die internationalen Freunde der Veranstaltung teilnehmen. Darunter waren auch gleich vier Rennserien der britischen „Masters Historic Racing“-Organisation, die mit dem Feld der Formel-1-Rennwagen der Cosworth-Ära einen der spektakulärsten Rennläufe beitrug. Aber auch die Sportwagen- und GT-Starterfelder der anderen Masters-Serien waren stark besetzt und sorgten für vibrierende Luft auf dem Nürburgring. Die britsiche HGPCA (Historic Grand Prix Cars Association) steuerte ein Feld faszinierender Monoposti der Formel-1-Gründerjahre bei. Drei weitere Rennserien brachte die Fahrergemeinschaft Historischer Rennsport (FHR) mit zum Nürburgring. Hier fuhr im Feld der CanAm- und Gruppe-C-Sportwagen auch eine echte Ring-Legende: Ein Porsche 917, den in den frühen 70ern Willi Kauhsen pilotierte. Er ging in die Nürburgring-Historie ein, als er im Frühjahr 1973 den damaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann im 917er für eine Runde über die teilweise verschneite Nordschleife chauffierte.

Traditionsevent gesichert: Vertrag vorzeitig verlängert

Die Veranstalter des AvD-Oldtimer-Grand-Prix können mit viel Zuversicht in die Zukunft starten, nachdem der Vertrag für die Fortführung des Events auf dem Nürburgring frühzeitig verlängert wurde. Vorbehaltlich der naturgemäß nicht absehbaren Terminkonstellationen in den jeweiligen Jahren streben die Organisatoren und die Rennstreckenbetreiber an, die größte Oldtimer-Rennveranstaltung Kontinentaleuropas am Traditionstermin Mitte August stattfinden zu lassen. Im kommenden Jahr steht beim 50. AvD-Oldtimer-Grand-Prix ein „runder Geburtstag“ an, und der Vertragsabschluss garantiert, dass dieser Auflage noch einige mehr folgen.

Wir freuen uns sehr, dass wir so für Kontinuität sorgen und nicht nur für unsere Zuschauer auf den Tribünen, sondern vor allem auch für Teams und Fahrer ein wichtiger Fixpunkt im Jahreskalender bleiben. Die Vereinbarung mit unseren Partnern am Nürburgring gibt uns auch Sicherheit für alle nun anschließenden Planungen. - Wolfgang Schulz (Mit-Geschäftsführer der Veranstaltergemeinschaft)

Auch für die Rennstreckenbetreiber bei der Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG ist die Vertragsunterzeichnung ein wichtiges Signal:

Der AvD-Oldtimer-Grand-Prix repräsentiert die gesamte Motorsport-Geschichte unserer Rennstrecke. Die Fahrzeuge, die hier an den Start gehen, faszinieren seit Jahrzehnten die Besucher der ’Grünen Hölle’ und machen die großen Momente erlebbar. Deshalb freuen wir uns, dass wir für dieses Highlight in unserem Veranstaltungskalender und für alle Beteiligten eine langfristige Planungssicherheit schaffen konnten. - Ingo Böder (Geschäftsführer Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG)

Partner der Veranstaltung ziehen positive Bilanz

Auch viele langjährige Partner blieben dem AvD-Oldtimer-Grand-Prix in diesem Jahr treu. Die Zelte von Partnern wie Continental, Junghans, Motor Klassik oder TÜV Rheinland und anderen bargen ein ums andere Mal historische Kostbarkeiten, ermöglichten Begegnungen mit bekannten Piloten, boten Informationen und Entertainment. Gemeinsam mit den vielen Rennsportfahrzeugen in den Team- und Rennserien-Zelten kam so das einzigartige Flair zustande, für das die Veranstaltung bekannt ist. So präsentierte etwa Skoda eine ganze Reihe seltener historischer Modelle, die teilweise direkt aus dem Werksmuseum im tschechischen Mlada Boleslav in die Eifel kamen.

Wir haben uns mit Skoda hier gelungen präsentieren können und zudem mit vielen Gästen und Partnern sowie Modellen aus vielen Jahrzehnten unsere lange Markenhistorie lebendig werden lassen. - Andreas Leue (Skoda Auto Deutschland, Tradition & Projekte)

Der siebenfache Deutsche Rallye-Meister und Skoda-Markenbotschafter Matthias Kahle ergänzt:

Ein Kompliment an die Veranstalter: Nach zwei schwierigen Jahren mit Einschränkungen und einer Absage war dieses Jahr ein gelungener Neustart. Das macht Lust auf das große Jubiläum im kommenden Jahr. - Matthias Kahle (Skoda-Markenbotschafter)

Mit einem umfangreichen Engagement war auch der offizielle Medienpartner Motor Klassik am Nürburgring vertreten. Chefredakteur Hans-Jörg Götzl freute sich:

Wir haben an diesem Wochenende wirklich tolle Rennen gesehen. Meine persönlichen Favoriten sind die großvolumigen CanAm- und Gruppe-C-Sportwagen. Aber insbesondere auch das Feld der Rennsportwagen und GT bis 1960/61 war mit Maserati Birdcage und Co in diesem Jahr bemerkenswert stark besetzt. - Hans-Jörg Götzl (Chefredakteur Motor Klassik)