Am 22. Spieltag der Rheinlandliga behaupteten die drei Spitzenteams Ahrweiler, Wittlich und Schneifel ihre Positionen mit Siegen. Im Tabellenkeller gelang dem SV Laubach ein wichtiger Erfolg gegen Bitburg, während Mülheim-Kärlich im Verfolgerduell gegen Morbach gewann.

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Keine Blöße gaben sich die drei Topteams der Liga. Ahrweiler (5:2 gegen Mendig), Wittlich (3:1 gegen Wissen) und Schneifel (1:0 in Rübenach) setzten sich durch.

Mülheim-Kärlich besiegte im Verfolgerduell Morbach mit 5:3. Im Abstiegskampf ist der SV Laubach dank eines 4:0 Heimsieg gegen Bitburg auf den 13. Tabellenplaz vorgerückt. Mendig unterlag Ahrweiler, Immendorf hatte gegen eine verstärkte Trierer Zweite beim 0:4 keine Chance. Rübenach unterlag dem Tabellendritten Schneifel 0:1.

Im Tabellenmittelfeld unterlag Andernach beim Angstgegner Kirchberg nach einer ganz schwachen ersten Halbzeit 0:3.

SG 2000 Mülheim-Kärllich : FV Hunsrückhöhe Morbach 5:3 (3:1)

Fußball aus der Feinkostabteilung sahen die 100 Zuschauer auf dem Mülheimer Kunstrasenplatz.

Nenad Lazarevic war sehr zufrieden mit dem Spiel und vor allem dem Ergebnis. "Wir haben ein richtig gutes Spiel zweier guter Mannschaften gesehen. Morbach hatte nach dem Remis gegen Ahrweiler Selbstvertrauen getankt und uns gefordert." Mülheim aber war es, die den Ball besser laufen ließen. So fiel dann auch das 1:0 von Paul Heuser nach Vorlage von Tom Weis (25.). Sechs Minuten später war es Weis, dessen Schuß von Innenpfosten zum 2:0 ins Morbacher Tor fiel. Wiederum nur zwei Minuten später der Anschlusstreffer. Lukas Servatius mit dem 2:1.

Kurz vor dem Pausenpfiff stellte Mülheim den alten Abstand wieder her. Kalle Steinmetz zog von links nach innen und traf aus der Distanz zum wichtigen 3:1. Ein Tor, das den Gästen "den Stecker zog", so Lazarevic.

Außenverteidiger Tobias Uhrmacher machte mit einem Doppelpack in der 50. und 58. alles klar. 5:1 führten die Hausherren, die jetzt mehrfach wechselten. "Da haben mal die Jungs Spielzeit bekommen, die sonst hinten anstehen", so Lazarevic.

Durch die fünf Wechsel kamen die Morbacher noch einmal auf und erzielten durch Andre Petry (5:2, 82.) und Bastian Süss (90.+3) zwei Tore zum 5:3 Endstand. Lazarevic: "Die zwei Standardtore der Morbacher am Ende haben mich dann schon etwas geärgert. Aber am Ende steht ein klarer Sieg gegen einen starken Gegner."

FV Rübenach : SG Schneifel 0:1 (0:1)

Der FV Rübenach hätte gegen den Tabellendritten SG Schneifel gerne einen Bonuspunkt geholt. Am Ende aber siegten die Gäste 0:1 und bleiben somit Wittlich und Ahrweiler auf den Fersen. Dass es am Ende knapp war, haben die Rübenacher ihrem Keeper Tobias Oost zu verdanken, der nur ein einziges Mal hinter sich greifen musste, als Schneifels Torjäger Jan Pidde das 0:1 (37.) erzielte. Es war Piddes 20. Treffer in dieser Saison.

Nur in den ersten zehn Minuten konnte der FVR gut mithalten, danach übernahmen die Westeifler vor 120 Zuschauer das Kommando, vergaben aber zahlreiche Chancen oder scheiterten an Rübenachs Schlußmann. "Ich kann den Jungs nichts vorwerfen. Wir müssen gegen andere Mannschaften unsere Punkte zum Klassenerhalt holen." Beispielsweise gegen den Tabellensiebzehnten Arzfeld, gegen den man am kommenden Wochenende antreten muss. FVR Trainer Benedikt Lauer: "Das sind die Spiele, die wir unbedingt ziehen müssen."

TuS Immendorf : Eintracht Trier II 0:4 (0:2)

Eine verdiente Niederlage musste der TuS Immendorf gegen die Trierer Reserve einstecken. "Das war schon eine brutale Qualität, auf die wir heute getroffen sind. Trier hatte drei Spieler aufgeboten, die bereits über 100 Regionalliga absolviert haben", so Immendorfs Trainer Marvin Schenk.

Unter den 180 Zuschauern am Dörnchen war im Übrigen auch Thomas Klasen, seines Zeichens Trainer der Trierer Regionalligamannschaft, der seine Jungs beobachtete.

Soumah Morlaye brachte die Moselaner nach fünfzehn Minuten in Führung, Nils Gorges erhöhte in der 31. Minute auf 0:2.

Aber auch der TuS hatte so seine Chancen, vor allem nach Standardsituationen. "Da war was möglich, wir haben leider unsere Chancen nicht genutzt", so Schenk. Inza Yare machte mit dem 0:3 (62.) den Deckel drauf. Kurz vor Schluss gar der vierte Trierer Treffer. Noah Schuch mit dem 0:4 Endstand. "Am Ende doch etwas zu hoch", fand Schenk, der schon auf das nächste Spiel schaut. "Dann geht es nach Wissen. Das sind die Spiele, die wir unbedingt gewinnen müssen."

SV Laubach : FC Bitburg 4:0 (1:0)

Der SV Laubach hat den FC Bitburg wieder auf den Boden der Tatsachen geholt. Die Bierstädter hatten zuletzt im Rheinlandpokal den hohen Favoriten Rot Weiß Koblenz eliminiert und stehen im Halbfinale. Vielleicht steckte dem Eifel FCB die 120 Pokalminuten noch in den Knochen.

Laubach sollte es egal sein. Die Mannschaft von Tobias Jakobs spielte eine klasse Partie. In der 14. Minute die Laubacher Führung. Finn Jordan passte auf Lucas Christof der zum 1:0 traf. In der 27. Minute schwächten sich die Bitburger selbst, als Torjäger Simon Floß mit einem üblen Foul an Jordan seiner Mannschaft einen Bärendienst erwies. Schiedsrichter Ax blieb keine andere Wahl. Rot für die Nummer 8 der Gäste.

Zur Halbzeit führten die Laubacher "nur" mit 1:0.

In der zweiten Hälfte fielen drei weitere Tore. Erst traf Lukas Mey zum 2:0 (52.). Wiederum Christof (3:0, 80.) und Rene Hanke (84.) schraubten das Resultat auf 4:0 und hievten den SVL erstmals seit dem 7. Spieltag auf einen Nichtabstiegsplatz.

Entsprechend zufrieden war Jakobs: "Wir waren von Anfang an sehr gut im Spiel. Mit dem schnellen 1:0 und dem Platzverweis für Bitburg haben wir den Grundstock gelegt. Mit dem 2:0 von Lukas war das Spiel entschieden. Wir haben heute 'zu Null' gespielt, eine kleine Serie hingelegt und sind derzeit absolut gefestigt."

Ahrweiler BC : SV Eintracht Mendig 5:2 (1:1)

Trotz der am Ende deutlichen Niederlage hat die Mendiger Eintracht beim Tabellenführer überzeugt. "Ich denke, die bessere Mannschaft hat heute das Spiel verloren. Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Das war eine herausragende Leistung von uns. Als wir am Ende die Brechstange auspacken mussten, sind wir zweimal ausgekontert worden", fasste Mendigs Coach Damir Mrkalj die Partie zusammen. 

Mit einer gut strukturierten Defensivleistung machten die Vulkanstädter dem Tabellenführer in der ersten Halbzeit das Leben schwer. Und gingen in der 41. Minute in Führung. Brice Mitel auf Niklas Heinemann der den Ball über Ahrweilers Keeper David Weidner lupfte und die Gäste in Führung brachte.

"Wer weiß, wie es weitergegangen wäre, wenn wir die Führung mit in die Kabine genommen hätten?", spekulierte Mrkalj. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit Elfmeter für Ahrweiler. Almir Porca war von Pascal Zimmer zu Boden gerissen worden. Den fälligen Elfmeter verwandelte Ümit Kuzu zum 1:1.

Das 2:1 für den ABC war umstritten. Nach einer Ecke hatte Ahrweilers eingewechselter Spielertrainer Markus Pazurek abgezogen. Kurz vor der Linie fälschte Kevin Wetschorek das Leder ab und soll, nach Meinung der Mendiger, im Abseits gestanden haben. Pech für Mendig, dass Schiedsrichter Höfer den Treffer gab (62.). Mendig ließ nicht nach, wehrte sich und glich nach achtzig Minuten per Foulelfmeter aus. Brice Mitel mit dem 2:2.

Am Ende setzte sich der Tabellenführer durch. Thomas Idel mit dem 3:2 (83.). Als Mendig in den Schlußminuten auf Alles oder Nichts spielte, wurde man zweimal ausgekontert. Idel (90.+2) und Tobias Reuter (90.+5) erhöhten auf 5:2 vor 230 Zuschauer im Apollinaris Stadion.

Mrkalj: "Was uns fehlte, war das Quäntchen Glück. Auf diese Leistung kann man aufbauen." Markus Pazurek hingegen war mit der Leistung seiner Mannschaft nicht zufrieden: "Das war schon deutlicher, als es tatsächlich war. Mendig hat das aber auch sehr gut gemacht. Am Ende hatten wir noch paar Körner mehr gehabt. Wir haben eine hohe individuelle Qualität in der Mannschaft. Auf die drei Spiele der Woche gesehen bin ich sehr stolz auf meine Mannschaft".

TuS Kirchberg : SG 99 Andernach 3:0 (3:0)

Sauer und enttäuscht war Andernachs Trainer Kim Kossmann nach der 0:3 Niederlage in Kirchberg. "Die Chancen, die wir hatten, wurden kläglich vergeben. Wir haben heute sehr viel vermissen lassen. Wir haben lethargisch und schlecht verteidigt." 

Kirchberg nutzte die Schwächen der Andernacher gnadenlos aus. Jonas Haimer (11., 38.) brachte die Blau-Gelben per Doppelschlag mit 2:0 in Führung. 

Beide Tore fielen nach dem gleichen Muster. Kossmann: "Da wurde der Ball in den Rückraum gespielt und Heimer macht sie rein." Kurz vor dem Pausenpfiff gar das 3:0. Nico Wilki nutzte das Zögern des Andernacher Keepers und traf zum Pausenstand.

Kossmann reagierte. Zur Halbzeit brachte er fünf neue Spieler, schöpfte somit schon nach der Hälfte der Partie sein Auswechselkontingent aus. "Ich hab das noch nie gemacht", sagte Kossmann. Immerhin: Das Spiel wurde aus Andernacher Sicht etwas besser. Zumindest kassierte man keine Gegentreffer mehr, so dass es am Ende beim 3:0 für die Hunsrücker und einem gebrauchten Tag für die Andernacher blieb. 

Die übrigen Spiele:
  • SG Arzfeld : SpVgg Wirges 2:5
  • VfB Linz : SG Hochwald 1:4
  • RW Wittlich : VfB Wissen 3:1