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Rot-Weiss Koblenz gewinnt die Nervenschlacht gegen Mainz

Foto: Rot-Weiss Koblenz


Die Nervenschlacht im Stadion Oberwerth hat für den FC Rot-Weiss Koblenz ein erfolgreiches Ende genommen. Die Gastgeber gewannen das Rheinland-Pfalz-Duell in der Fußball-Regionalliga Südwest gegen den TSV Schott Mainz mit 2:1 (1:0) und gaben somit die rote Laterne des Tabellenletzten an ihre Gäste ab. „Jeder hat gespürt, dass es ein besonderes Spiel war. Keiner der Spieler, die auf dem Platz standen, hatte die Lockerheit“, machte RWK-Trainer Heiner Backhaus eine Anspannung hüben wie drüben aus.
Zunächst einmal lautete die Devise, Fehler zu vermeiden, weil beiden Trainern bewusst war, dass in diesem Vergleich schon Kleinigkeiten den Ausschlag geben können. Mehr als nur eine Kleinigkeit hatten die Mainzer bereits in der vierten Minute auf dem Fuß. Nils Lihsek und Janek Ripplinger besaßen eine große Doppelchance. Den ersten Schuss vereitelte Schlussmann Carl Leonhard, den zweiten stoppte Koblenz‘ Kapitän Quentin Fouley kurz vor der Linie. Fouley, nach abgesessener Gelb-Sperre mit der Binde am Arm zurück in der Dreier-Abwehrkette, fiel noch häufiger auf im weiteren Spielverlauf. „Er hat die Mannschaft Huckepack genommen und eine überragende Leistung gezeigt“, sagte Backhaus über Fouley. Und das nicht nur wegen seines Führungstreffers in der 30. Minute. Nach einem Foulspiel Tim Müller an Henry Crosthwaite wenige Zentimeter vor der Mainzer Strafraumkante warf Fouley einmal mehr seine Freistoß-Qualitäten in die Waagschale. „Ich bin frustriert über die erste Halbzeit und mit unserer Herangehensweise überhaupt nicht einverstanden“, ärgerte sich TSV-Trainer Sascha Meeth. „In der zweiten Halbzeit haben wir es dann besser gemacht.“
Diese zweite Halbzeit brachte den Landeshauptstädtern zunächst den Ausgleich. Schiedsrichter Christoph Rübe zeigte nach einem Kontakt zwischen Marius Samoura und Nils Lihsek auf den Punkt. Vor einer Woche kostete ein spätes Elfmeter-Gegentor einen Punktgewinn beim FSV Mainz 05 II, jetzt glich Kapitän Tim Müller per Strafstoß aus (67.). „Ansonsten haben wir in der zweiten Hälfte nichts zugelassen und uns die besseren Chancen herausgespielt. Leider verpassten wir es, den Sack zuzumachen“, so Backhaus. Nach dem wichtigen 2:1 durch Iosif Maroudis, der nach Vorlage Nils Fischers in den Strafraum dribbelte und erfolgreich abschloss (78.), vergaben Fischer (79.) und Ali Ceylan (85.) die Möglichkeiten zum vorentscheidenden 3:1. Weil Fischer an TSV-Schlussmann Tim Bjarne Hansen scheiterte und Ceylan verzog, blieb die Partie ein Krimi – bis zur letzten Sekunde. In der Nachspielzeit war der Sieg auch der Verdienst von Schlussmann Leonhard. Einen Müller-Drehschuss parierte er genauso großartig wie den letzten aufgesetzten Kopfball des aufgerückten Hansen.
„Wir sind einfach nur froh, die drei Punkte in Koblenz behalten zu haben. Ich bin stolz auf meine Spieler, die teilweise auf ungewohnten Positionen zum Einsatz kamen“, atmete Backhaus nach dem Schlusspfiff auf.

Koblenz: Leonhard – Ghandour, Fouley, Samoura (75. Bender) – Ceylan, Maroudis, Spang, Ekallé – Lemmer, Breitfelder (45. Esmel), Crosthwaite (68. Fischer).
Mainz: Hansen – Schwarz (46. Schmitt), Raltschitsch, Hermann – Kern, Müller, Schlosser (81. Celik) – Lihsek, Del Vecchio (56. Portmann) – Ripplinger, Hahn (87. Ahlbach).
Schiedsrichter: Christoph Rübe (Vellmar).
Zuschauer: 210.
Tore: 1:0 Quentin Fouley (30.), 1:1 Tim Müller (67., Foulelfmeter), 2:1 Iosif Maroudis (78.).