Ein Arbeitnehmer erhält eine Kündigung und verliert seine Arbeit. Manche unbekümmerte Zeitgenossen stecken so etwas weg. Die meisten sind aber in ihren Grundfesten erschüttert und wissen nicht mit der Situation umzugehen. Familien sind zu ernähren, viele haben sich im Vertrauen auf einen sicheren Arbeitsplatz verschuldet, für das eine oder andere, meistens ein Haus. Also, was ist zu tun, um aus diesem Dilemma herauszukommen

Das Arbeitsamt:

Der erste Weg führt so schnell wie möglich zum Arbeitsamt. Der Weg ist unverzichtbar, um keine Ansprüche zu verlieren. Man zieht eine Nummer und hat gefühlt 1000 Formulare auszufüllen. Vielleicht ein ungewünschtes Jobangebot, vielleicht die Drohung mit einer Sperrfrist. Nichts davon hilft dem Betroffenen sich nicht klein und wertlos zu fühlen. Quasi verzwergt.

Also weiter:

Der Anwalt:

Der nächste Weg führt zum Anwalt. Aber Vorsicht. Die richtige Wahl ist entscheidend. Nicht blindlings Empfehlungen der Rechtsschutzversicherung folgen. Sondern in der großen Zahl Limitierter den einen suchen, der wirklich helfen kann: Einen mit der Mentalität des Kriegers. Neben selbstverständlicher handwerklicher Sachkenntnisse -am besten Fachanwalt für Arbeitsrecht- sollte der Anwalt über ausreichende Empathie verfügen, um seinen Mandanten zu verstehen.

Die erste Maßnahme hat absolut nichts mit Jurisprudenz zu tun, sondern mit der Wiederherstellung des Selbstwertgefühls. Nicht mehr klein und unterlegen fühlen. Der Mandant muss so schnell wie möglich seine übernommene Opferrolle hinter sich lassen. Die Fähigkeit, diesen Wandel gezielt herbeizuführen, haben nur wenige.

Der nächste Schritt ist der Strategieplan. Dabei entscheidet allein der Mandant, ob der Arbeitsplatz gerettet werden soll oder es nur um wirtschaftliche Abfederung geht, sprich Abfindung.  Erst jetzt kommt das juristische Handwerk. Der Anwalt muss die Rollenverteilung und die genauen Abläufe erläutern und verständlich erklären, was geht und was nicht. Zusammen mit dem Mandanten geht es dann zum Gericht, wobei dem Mandanten eine passive Rolle zukommt. Entgegen einem häufigen Fehler, führt der Anwalt und nicht der Mandant die Verhandlung.

Fazit:

Die Kündigung muss trotz subjektiver Wahrnehmung keine Niederlage sein, sondern bietet die Chance für einen Neuanfang. Entscheidend ist, sein Selbstwertgefühl nicht zu verlieren und in keinem Fall die Opferrolle übernehmen. Dabei kann nur ein Anwalt mit den genannten Qualitäten helfen.

Der Autor ist Partner der Kanzlei Dittmann & Hartmann in Mayen.