Im Frühling noch besonders reizvoll: Ungetrübter Blick auf die Rheinschleife. Foto: Andreas Pacek/ideemedia

Wo der Rhein die schönste Kurve kriegt

Zwei Frühlingstouren und drei Täler im Kombipack – Kraxeln, klettern und genießen

Für die einen ist es auf den ersten Blick eine Fata Morgana, für die anderen ein Wunder der Natur: Bei Boppard zieht der Rhein einen Dreiviertelkreis – so malerisch und schön wie nirgendwo. Bei klarem Frühlingswetter verstellt noch kein Grün die Sicht. Von gleich zwei Premiumwegen, die im Bopparder Mühlental starten, locken  die besten Rheinblicke.

Gleich drei idyllische Täler erschließt die Traumschleife Elfenlay.
Schon nach den ersten Metern durch das Mühlental bietet sich an der Hangkante ein traumhafter Ausblick auf Vater Rhein, bevor wir die  Elfenlay erklimmen und  das Rheintalpanorama in Ruhe auskosten. Auf uralten Weinbergswegen geht´s danach ins unberührte Kalmuttal – und zum nächsten Premium-Blick.

Voraus blinken die glatt polierten Gleise der Hunsrückbahn in der tiefstehenden Wintersonne. An eine Wegkreuzung wenden wir uns links und folgen dem „Kronprinzenpfad“ durchs Mühltal. Der Sagenweg verlässt uns und nach 3,7 Kilometern nehmen auch wir Abschied vom Mühltal.

Kaum haben wir uns vom Bach entfernt, beginnt der lange Aufstieg zum Rauher Berg. Doch die Strecke über die Serpentinen ist dank einzigartiger Blicke sehr kurzweilig. Den ersten erreichen wir an einer Bank auf einem Felssporn. Weit schweift der Blick übers Tal und mitten in der Idylle gähnt das Tor des Rauherberg Tunnels. Der Aufstieg bringt uns bald über die Hunsrückbahn und auch hier steht eine Bank bereit. Nach 4,9 Kilometern bietet sich an einer Wegbiegung ein weiterer phantastischer Bahnausblick: diesmal steht das Hubertusviadukt im Fokus.

An Liesenfelds Hütte knickt die Elfenlay scharf links ab und steigt noch einmal stramm an. Doch der Anstieg ist rasch überwunden und wir laufen entlang eines Kammes und genießen auch wieder grandiose Blicke. Bei Kilometer sechs beschließt die beeindruckende Aussicht „Hubertusschlucht“ den Reigen der „Bahnblicke“. Wir folgen dem Weg um das obere Kalmuttal herum und erklimmen mit steilen Stufen eine Böschung. Nach 9,3 Kilometern erreichen wir die Sabelskopf Hütte, die wieder einen traumhaften Ausblick auf den Rhein und Boppard bietet, bevor wir uns dem Endabstieg nach Boppard widmen.

Im Mühlental haben wir nun die Chance, noch ein wenig Abenteuer anzuschließen: Dort beginnt auch der Mittelrhein Klettersteig, der uns als Rundkurs über 5,1 Kilometer zu einer der schönsten Rheinsichten führt – im Winter aber nur an sehr trockenen Tagen empfehlenswert! Vor dem Gedeonsblick kriegt der Fluss die wohl bekannteste Kurve.

Fazit:
Eine tolle Kombitour an klaren und trockenen Frühlingstagen. Gutes Schuhwerk ist wegen einigen moosbewachsenen und feuchten Passagen Pflicht. Die Passage am Klettersteig ist nur nach trockenen Tagen und mit viel Abstand zu empfehlen. Beachten Sie die Coronoa-Regeln.

 Hier Start/Ziel: Bahnunterführung Boppard
Gesamtlänge: 10.8 km /5,1 km
Gesamtzeit: 3 Std. 45 Min. (Elfenlay), 3 Std. (Klettersteig)
Höchster Punkt: 343 m
Steigung: 451 m
Gefälle: 451 m
Anspruch: Mittel
Anfahrt: Boppard erreicht man durchs Rheintal über die B9. Von der A 61 (Abfahrt Boppard) gelangt man über die L 209 nach Boppard.
Parken: Mühltal oder dem Remigiusplatz.
ÖPNV: Boppard ist gut per Bahn zu erreichen.

Buchtipp: Stille Wege – Wandern, wo weniger los ist, GeschenkSet mit den Bänden Traumschleifen 3 und 4. 38 Premium-Rundwege, GPS-  und App-Anbindung, Park- und Ausgangspunkte per QR-Code einfach finden, 22,95 Euro. Rheinschleifen – Offizieller Wanderführer, 22 Premium-Rundwanderwege zwischen Bingen und Remagen, 176 Seiten, 12,95 Euro, Bildband Leuchtender Rhein mit 160 faszinierenden Fotos aus besonderen Perspektiven, 24,95 Euro. www.ideemediashop.de

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