Touren-Tipps

 

Wo „Seitensprünge“ schöne Tage versprechen

Traumhafte Aussichten: Der Seitensprung Briedeler Schweiz führt über die Moselhöhen. Foto: ideemedia/Poller


Grüezi, Mosel: Großes Fern-Sehen im Felsenreich der Briedeler Schweiz

Der Seitensprung Briedeler Schweiz bietet alles, was man sich von einer Moseltour wünscht: ein uriges kleines Moselstädtchen mit lauschigen Gassen und einladenden Lokalen, tolle Ausblicke und eine Vielzahl an beeindruckenden Felsen. Dazu gibt es
tolle Pfadpassagen und urigen Wald: Mehr als 20 Seitensprünge am Moselsteig versprechen schöne Wander-Tage.

Direkt am Moselufer startet am Balduinplatz (1) in Briedel unsere Wanderung auf dem Seitensprung. Wir folgen der engen Straße vorbei an historischen Fachwerkhäusern und laufen stramm bergan zum Ortsrand. Je höher wir kommen, desto besser rückt die Mosel ins Blickfeld. Nach 800 Metern (2)ist eine Richtungs-Entscheidung gefragt: Wir wenden uns nach links Richtung Hindenburglay. Am Ende der Runde werden wir von der Kaiserlay wieder an diesen Punkt zurückkommen.

Wir gewinnen an Höhe und mächtige Felsen mitten im üppigen Grün des Waldes
geben uns einen ersten Eindruck, warum der kommende Wegabschnitt „Briedeler Schweiz“ heißt : Grüezi, Mosel! Zusammen mit dünnem Junggehölz und schwingenden Lianen der Waldrebe ergibt sich eine zauberhafte Atmosphäre, die unsere Fantasie anregt und uns beschwingt weiterwandern lässt. Wenig später reißt die grüne Kulisse für einen Moment auf, und wir erhaschen einen kurzen Blick auf die Mosel und die
steilen Weinberge des anderen Ufers. Nur einige Schritte später dominieren wieder vielstufiger Wald und schroffe Felsen den Wegsaum.

Nach 1.5 km erspähen wir zunächst einige filigrane Pfosten, dann das geschwungene
Dach und schließlich die gesamte Schutzhütte an der Hindenburglay (3). Magisch
zieht uns hier die Felsklippe 30 m weiter links an, wo wir aus luftiger Höhe den Blick übers Moseltal schweifen lassen. Nicht nur Briedel mit der emsig pendelnden Fähre, sondern auch Barl und Zell liegen perfekt im Blick. Der Weg verengt sich zum idyllischen Pfad und führt uns mitten hinein ins Felsenreich der Briedeler Schweiz. Felsen über Felsen säumen den Weg, mal klein, mal hochaufragend, mal schroff und mal mit weichem Moos gepolstert. Dazu fällt gleich neben dem Pfad der Hang enorm steil zum Fluss hin ab. Die Waldumgebung mildert den Eindruck, dennoch sollte man bei feuchtem Grund auf festes Schuhwerk achten und gute Trittsicherheit mitbringen, um die Passage genießen zu können.

Dann erreichen wir wieder einen Tripelpunkt: den Abzweig zum Beinter Kopf. Eigentlich führt unser Seitensprung an dieser Stelle rechts weiter, doch wir sollten den Abstecher zur nur 300 m entfernten Aussicht nicht auslassen. (4). Auch hier zieht es uns sogleich an die Hangkante, wo mehrere Bänke zum Verweilen und zum „Fern-Sehen“ einladen, denn die Aussicht auf Mosel, Barl und Zell ist auch an dieser Stelle einfach klasse. Der Abstecher lohnt sich aber auch aus einem anderen Grund: hier hat sich einst ein römisches Bergheiligtum befunden.

Zurück auf der  Hauptroute des Seitensprungs erreichen wir nach 5 km die „Schöne Aussicht“ (5), die ihrem Namen alle Ehre macht.  Auch auf der  Wilhelmshöhe (6) erwartet und eine Aussichtskanzel mit Sinnesbank. Noch einmal genießen wir den herrlichen Moselblick in vollen Zügen, denn erst beim Endabstieg nach Briedel werden wir den Fluss wieder zu Gesicht bekommen.

Wir setzen die Tour fort und wandern an der Hangkante entlang weiter. Nach 6.5 km erreichen wir die Lichtung am Sündhaus (7). Bald schließt sich Wald um uns, während wir weiter dem Weg folgen. Noch einmal sorgt eine angrenzende Waldwiese für Abwechslung, bevor wir nach 7.3 km an einer Sinnesbank endgültig in den Wald eintauchen. Nun ist entspanntes Waldwandern angesagt, und auf dem befestigten Weg kommen wir zudem auch zügig voran. Nach 8.3 km erregt eine ungewöhnliche Felswand am Wegesrand unsere Aufmerksamkeit.

Einen knappen Kilometer später treffen wir am Ortsrand von Briedel an einem Rastplatz auf den Wegweiser an der Römerstraße. Nach kurzem Anstieg öffnet sich die Waldkulisse, und rechts lädt das gepflegte Areal an der Schutzhütte der Kaiserlay zu einer letzten Pause im Grünen ein. Anschließend bringt uns ein grasiger Weg weiter abwärts, bis wir nach 10 km wieder den Tripelpunkt (2) der Tour erreichen.


Fazit:
Der Weg ist ganzjährig begehbar, verlangt allerdings an feuchten Tagen immer wieder gute Trittsicherheit und knöchelhohes Schuhwerk. Unterwegs laden einige Schutzhütten und Rastplätze zum Picknick ein.

  Dauer: 10,8 km
Länge: 3h 30 min
Höhenmeter: 346
Anspruch: mittel
Start/Ziel: Balduinplatz, Briedel
Anfahrt: Auf der B 53 nach Briedel.

Buchtipp: Seitensprünge am Moselsteig, Band 1 : Trier bis Bernkastel-Kues, Band 2: Bernkastel-Kues bis Koblenz mit ausführlichen Anfahrts- und Wegbeschreibungen, Ausflugs- und Einkehrtipps, Detailkarten sowie GPS- und Smartphone-Anbindung, jeder Band im Pocket-Format 12,95 Euro. Die Kurzbeschreibung stammt aus Band 1. Infos:  www.ideemediashop.de