Trotz verbreiteter Meinungen sind Magnesiummangel und nächtliche Wadenkrämpfe nicht immer direkt verbunden, wobei Flüssigkeitsmangel, Salzverlust, Medikamente und einige Lebensgewohnheiten oft die wahren Schuldigen sind.

Häufig werde ich in meiner Tätigkeit als Trainer von Athleten, Kunden und Teilnehmern darauf angesprochen, was sie bei nächtlichen Krämpfen tun können. Die erste Diagnose und Eigeneinnahme von einem speziellen Nahrungsergänzungsmittel ist seitens der Fragenden bereits häufig erfolgt:

Was kann dieses  „Wundermittel“ für viele sein? Magnesium? Das denken viele, ist jedoch in den wenigsten Fällen die Ursache. Leider bekommen die Leidtragenden diesen allgemeinen Tipp auch von vielen Medizinern, wenn diese hören dass es sich um einen Sportler handelt.

Die Hälfte der Bevölkerung wird davon gelegentlich geplagt. Diese Schmerzen lassen Dich heimtückisch nachts aufwachen und bereiten Dir höllische Schmerzen: Plötzliche nächtliche Krämpfe in der Fuß-, Waden – oder Oberschenkelmuskulatur sind ungebetene Gäste in deutschen Schlafzimmern.

Die häufigsten Auslöser von nächtlichen Wadenkrämpfen sind:

  • Flüssigkeitsmangel, bei Sportlern durch starkes Schwitzen begünstigt oder bei älteren Menschen durch eine häufige Reduzierung der Aufnahme von Flüssigkeit
  • Mangel an Kalium, Natrium, Magnesium und Kalzium
    • Wobei ein Magnesiummangel in den seltensten Fällen vorliegt und eine orale Zufuhr von Magnesium an nächtlichen Krämpfen in den allerwenigsten Fällen Abhilfe schafft
    • Vor allem „gesundheitsbewusste“ Sportler, welche sich salzarm ernähren und durch den Sport zusätzlich Salz verlieren profitieren von etwas mehr Salz in der Ernährung
  • Mangel an Vitamin B und D
  • Einnahme von Abführmitteln
  • Hohe Dosis von Eisenpräparaten
  • Betablocker
  • Entwässernde Medikamente oder Tees in hohen Mengen
  • Verkürzte Muskulatur, Fehlstellungen und einseitige Belastungen
  • Schlafen in Bauchlage mit überstreckten Füßen, der sogenannten Spitzfußstellung
  • Ständiges Tragen von High Heels

Immer wieder auftretende Krämpfe in der Nacht können jedoch auch Begleiterscheinungen von Erkrankungen sein, wie z.B.:

  • Nierenversagen
  • Leberzirrhose
  • Verengung des Spinalkanals
  • Krampfadern   
  • Diabetis                                             

Bitte bei länger anhaltenden Schmerzen auf jeden Fall den Rat eines Sportmediziners einholen und dort vorstellig werden.

Was kannst Du selbst zur Vorbeugung oder Besserung tun?
  1. Mindestens 35 ml pro Kilogramm Körpergewicht  Früchte- oder Kräutertee über den Tag verteilt zu Dir nehmen. Pro Stunde Sport 0,75 Liter zusätzlich
  2. Vor dem Schlafen die Waden und die hinteren Oberschenkelmuskulatur dehnen
  3. Regelmäßiges Mobilisieren der Fußgelenke
  4. Längeres Sitzen im Büro durch Aufstehen, Umhergehen immer wieder unterbrechen
  5. Beim Fernsehschauen oder am Schreibtisch Wippen der Füße unter dem Schreibtisch, indem Du 15 x Dich ganz auf die Fußspitzen drückst und dort für 5 Sekunden hältst
  6. Zusätzlich ein hochwertiges Mineralpräparat mit allen wichtigen Mineralien konsumieren

Durch diese Tipps konnten 80 % meiner betreuten Sportler wieder ihre Nachtruhe genießen.