Ohne Sprache kein Beruf – und ohne Zusammenarbeit keine passgenauen Lösungen: Die Volkshochschule (VHS) Neuwied ruft Arbeitgeber dazu auf, ihren Bedarf an berufsbezogener Sprachförderung frühzeitig zu melden. Ziel ist es, vorhandene Kompetenzen zu sichern, Fachkräfte gezielt zu qualifizieren und gemeinsam auf die wachsenden Anforderungen des Arbeitsmarktes zu reagieren.

Neuwied |

Die VHS Neuwied verfügt weiterhin über die Zulassung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zur Durchführung berufsbezogener Deutschsprachkurse. Die erneute Bewilligung gilt für fünf Jahre und bestätigt die langjährige Erfahrung und die fachliche Qualität der VHS in diesem Bereich.

Bürgermeister Peter Jung bewertet die Verlängerung als wichtiges Signal – auch mit Blick auf zunehmende gesellschaftliche Herausforderungen. „Wir erleben in vielen Bereichen, dass der Unterstützungsbedarf wächst – bei Familien, bei Kindern und Jugendlichen, aber auch im Übergang in Ausbildung und Beruf“, betont Jung. „Sprache ist dabei ein zentraler Schlüssel. Wer sich sprachlich nicht sicher bewegen kann, hat es deutlich schwerer, im Alltag und im Berufsleben Fuß zu fassen.“

Breites Kursangebot – von Integration bis Firmenschulung

Das Angebot der VHS reicht von Integrationskursen bis hin zu berufsbezogenen und berufsbegleitenden Deutschkursen auf den Niveaustufen A1 bis C1. Ergänzt wird es durch Firmenkurse, die auf die sprachlichen Anforderungen einzelner Betriebe und Tätigkeitsfelder zugeschnitten sind. Die Kurse können begleitend zur Arbeit sowie in enger Kooperation mit Betrieben und Berufsschulen stattfinden.

VHS-Leiterin Jutta Günther sieht einen klaren Handlungsbedarf: „Viele Teilnehmer erreichen nach dem Integrationskurs zwar ein B1-Niveau, doch für den Berufsalltag reicht das häufig nicht aus. Gerade Fachsprache, schriftliche Kommunikation und Dokumentation stellen hohe Anforderungen. Deshalb brauchen wir Angebote, die gezielt auf den beruflichen Einsatz vorbereiten.“

Betriebe erwarten mehr – Sprachbegleitung entscheidet über Beschäftigung

Fachbereichsleiterin Meike Pfeiffer verweist auf veränderte Erwartungen in den Unternehmen: „Wir erleben, dass Unternehmen inzwischen mindestens B1 voraussetzen, um Menschen einzustellen. Um Beschäftigte nachhaltig in Arbeit zu bringen und dort zu halten, braucht es daher eine weiterführende sprachliche Begleitung. Genau hier setzen unsere Angebote an.“

Vor dem Hintergrund begrenzter Bundesmittel gewinnt die Zusammenarbeit mit Arbeitgebern zusätzlich an Bedeutung. „Wir können Kurse nur dann passgenau konzipieren, wenn wir wissen, wo konkreter Bedarf besteht“, erklärt Pfeiffer. „Unsere Angebote werden individuell auf die jeweiligen Anforderungen zugeschnitten. Voraussetzung ist, dass sich Betriebe melden und bereit sind, die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen.“

Expertise sichern, Integration stärken – jetzt Bedarf melden

Ein weiteres Ziel: die vorhandene Struktur und qualifizierte Lehrkräfte langfristig zu sichern. Mehr als ein Dutzend Dozenten sind bei der VHS im Bereich Sprachförderung tätig. „Diese Expertise ist über Jahre gewachsen“, sagt Günther. „Geht sie verloren, lässt sie sich kaum wieder aufbauen. Deshalb wollen wir jetzt gemeinsam mit den Unternehmen nach tragfähigen Lösungen suchen.“

Stadt und Volkshochschule verstehen Sprachförderung zudem als präventiven Ansatz. „Wer sprachlich gut integriert ist, hat bessere Chancen auf Ausbildung, Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe“, so Bürgermeister Jung. „Das entlastet langfristig auch andere kommunale Hilfesysteme. Deshalb ermutigen wir Arbeitgeber ausdrücklich, frühzeitig das Gespräch mit der VHS zu suchen.“

Kontakt: Interessierte Arbeitgeber wenden sich an die VHS Neuwied unter 02631/802-5510. Von dort erfolgt die Weiterleitung an die zuständigen Ansprechpartner.