Benni Over mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (Foto: P.Seydel).

Integrierte Gesamtschule Koblenz startet Projektwoche zur Nachhaltigkeit

Bevor es für die Fünftklässler der Integrierten Gesamtschule Koblenz in die Sommerferien geht, werden rund 80 Schüler*Innen an einer interaktiven Projektwoche (12. bis 15. Juli) unter dem Motto „Leben auf unserem einzigartigen Planeten Erde“ teilnehmen. 

Den Auftakt zu den Projekttagen, bilden drei Veranstaltungen mit dem 30-jährigen Benni Over und seinen Eltern aus Niederbreitbach, die sich seit vielen Jahren für den Orang-Utan-, Regenwald- und Klimaschutz einsetzt. 

Während der Projektwoche durchlaufen die Schüler*Innen unterschiedlichste Workshops zum Thema „Nachhaltigkeit“. 

Eindrücke und Ergebnisse sollen am Ende in Form einer Theatervorstellung und eines Flohmarktes präsentiert und verkauft werden sollen. 

Der Erlös des Flohmarktes wird dem von Benni initiierten Wiederaufforstungsprojektes (1 Baum für 1 Euro) in Indonesien zugeführt werden, welches unter der Leitung von Dr. Willie Smits – BAMBI-Preisträger 2019 in der Kategorie „Unsere Erde“ – steht. 

Das Aufforstungsprojekt ist komplett nachhaltig angelegt, wodurch auch für die lokale Bevölkerung eine Arbeit (Baumschule, Pflanzungen, Pflege des Waldes) und ein Einkommen gewährleistet sind. 

Um zudem auch an der IGS eine nachhaltige Wirkung zu erzeugen, wird der Biologie-Leistungskurs der Stufe 12 die Projekttage begleiten, unterstützen und dokumentieren. 

Benni und seine Familie freuen sich riesig auf die IGS und somit auf ihre erste Veranstaltung seit mehr als eineinhalb  Jahren. Wegen der Pandemie mussten alle 40 fix terminierten Events im letzten Jahr abgesagt werden – auch eine kleine Tournee durch Österreich und Südtirol. 

Hinzu kommt, dass Benni wegen seiner Behinderung (Rollstuhl und zudem seit einem Herzstillstand vor vier Jahren von einer Maschine beatmet) als Corona-Hochrisikopatient gilt und sich die Familie deshalb bereits Ende Februar 2020 in eine selbst auferlegte Quarantäne begeben hatte. 

Jetzt, auch weil alle geimpft, möchte die Familie wieder auf Tour gehen, selbstverständlich unter Einhaltung aller Corona-Schutzvorschriften. 

Die Overs haben viel zu erzählen und zu zeigen. Denn die insgesamt vierköpfige Familie war 2016 vor Ort – im Land der Orang-Utans. 

Dort besuchten sie mehrere Orang-Utan-Rettungs-Camps und begegneten vielen Orang-Utan-Waisen, deren Mamas bei Rodungsarbeiten getötet wurden. Sie trafen indonesische Umweltschützer, begeisterten mit Vorträgen ganze Schulklassen und waren bei einheimischen Dayak in einem Urwalddorf. Sie erlebten mystische Zeremonien und übernachteten in einem traditionellen Langhaus mitten im Dschungel.  

Einerseits waren sie begeistert von den von Dr. Willie Smits, in Indonesien auch als Orang-Utan-Papa bekannt, initiierten und nachhaltig angelegten Projekten. 

So z.B. von einer Fabrik mitten im Dschungel, in der mit einer einheimischen Frucht ein Öl als Alternative zu Palmöl hergestellt wird und damit der lokalen Bevölkerung Arbeit und Brot bietet. 

Andererseits waren sie erschüttert, als sie stundenlang an verbrannten und gerodeten Waldflächen vorbei und durch kilometerlange Monokulturen mit Palmölpflanzungen gefahren sind – und ihnen somit die Zusammenhänge von Regenwaldzerstörung, Artensterben und Klimawandel direkt vor Augen geführt wurde. 

Dass in Palmölplantagen Orang-Utans keine Überlebenschance haben, braucht nicht weiter erläutert zu werden. Dabei aber sind es doch gerade jene Menschenaffen, die als „sogenannte Gärtner des Regenwaldes“ so wichtig für den Erhalt kompletter Ökosysteme sind. 

Am Ende ihrer Reise wurde Benni von den Verantwortlichen des Sintang-Orang-Utan-Center zum Botschafter für Orang-Utans ernannt.

Diese gaben ihm einen Wunsch mit auf den Nachhauseweg: „Erzähle das alles den Menschen in eurer Heimat. Sie sollen wissen, welche Auswirkungen die Zerstörung der Regenwälder hat, nicht nur hier, sondern auf der ganzen Welt. 

Seitdem sind Overs unterwegs, quer durch Deutschland, erzählen und berichten und versuchen Verbündete zu finden für die Rettung des Regenwaldes und damit für den Klimaschutz. 

Für sein Engagement ist Benni im November 2019 von Ministerpräsidentin Mal Dreyer mit dem Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet worden. 

Informationen 

Benni ist Herausgeben zweier Bücher:

Kinderbuch „Henry rettet den Regenwald“

Ein Nachfolgeband unter dem Titel „Henry rettet den Regenwald – bei den Eisbären“ ist in Arbeit.

Reise- und Sachbuch „Im Rollstuhl zu den Orang-Utans“

Außerdem ist zur Henry-Geschichte, in Kooperation mit dem Hause der Medienbildung, Ludwigshafen, ein 20-minütiger Kinder-Trickfilm produziert worden.

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