Drei Jahre nach der Verleihung des Siegels „Kinderfreundliche Kommune“ zieht Neuwied eine positive Bilanz. Zwölf von 14 Maßnahmen des Aktionsplans wurden vollständig umgesetzt. Gleichzeitig sind neue Strukturen entstanden, die Kinder und Jugendliche dauerhaft stärker an Entscheidungen beteiligen sollen.

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Neuwied hatte sich 2021 auf den Weg zur Kinderfreundlichen Kommune gemacht und erhielt im September 2023 als erste Kommune in Rheinland-Pfalz das entsprechende Siegel. Der gemeinsam mit Kindern, Jugendlichen, Politik und Verwaltung entwickelte Aktionsplan umfasste 14 Maßnahmen zu Kinderwohl, Beteiligung, kinderfreundlichen Rahmenbedingungen sowie Information und Monitoring.

Beteiligung wird fester Bestandteil

Zu den umgesetzten Projekten zählen unter anderem das Format „Frag doch mal den Bürgermeister“, bei dem jährlich rund 240 junge Menschen mit Bürgermeister Peter Jung ins Gespräch kommen, sowie „Check dein Viertel“. Dabei untersuchen Kinder und Jugendliche ihre Stadtteile und weisen beispielsweise auf Gefahrenstellen im Straßenverkehr hin. Auch ein Jugendbudget für eigene Projekte und die verbindliche Beteiligung bei der Spielraumplanung wurden eingeführt.

Mit der Taskforce „Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt“ entstand zudem eine feste Zusammenarbeit verschiedener Bereiche der Stadtverwaltung. Darüber hinaus wurden mit dem „Neuwieder Weg“ 60.000 Euro für gemeinsam mit jungen Menschen entwickelte Angebote bereitgestellt. Mehr als 1.000 Kinder und Jugendliche profitierten davon.

Nicht alle Vorhaben konnten vollständig abgeschlossen werden. Beim Kita-Ausbau wurden Standorte und Prioritäten erarbeitet, das ursprünglich geplante Tempo konnte unter anderem wegen veränderter Rahmenbedingungen und kurzfristiger Sanierungsbedarfe jedoch nicht erreicht werden. Auch die geplante Struktur für sichere Wege zu Kitas und Schulen ließ sich bislang nicht vollständig aufbauen, da die Stelle eines Mobilitätsmanagers nicht besetzt werden konnte.

Ergebnisse werden öffentlich vorgestellt

Nach Angaben der Stadt sollen die aufgebauten Strukturen auch nach dem Ende der ersten Siegelphase bestehen bleiben. In zwei Zukunftswerkstätten wurden bereits Ideen für mögliche weitere Schwerpunkte gesammelt. Über eine Fortsetzung des Programms und einen möglichen zweiten Aktionsplan entscheidet der Stadtrat.

Die Ergebnisse der ersten Siegelphase werden am Dienstag, 25. August, in der öffentlichen Sitzung des Jugendhilfeausschusses vorgestellt. Die Sitzung beginnt um 16.30 Uhr im Amalie-Raiffeisen-Saal der Volkshochschule Neuwied. Ab etwa 17 Uhr können Interessierte zudem eine Ausstellung zu den 14 Maßnahmen besuchen und mit den Projektverantwortlichen ins Gespräch kommen.