Lange Zeit sah es so aus, als könnten sich Tomislav Ivicic (m.) und Maximilian Pommer (r.) über den ersten Koblenzer Auswärtssieg in der Regionalliga freuen. Erst in der Nachspielzeit glichen die jungen Mainzer aus.

Rot-Weiß punktet am Bruchweg

Fünf Minuten haben Rot-Weiß Koblenz zu Historischem gefehlt. Die Mannschaft von Heiner Backhaus schnupperte am Bruchweg gegen die Bundesliga-Reserve des 1. FSV Mainz 05 an ihrem ersten Regionalliga-Auswärtssieg, den in der Nachspielzeit ein Mann durchkreuzte, an den die Koblenzer ohnehin nicht besten Erinnerungen hatten. Anfang August 2019 erzielte Lucas Hermes beim 2:0-Sieg der 05er an gleicher Stelle beide Tore gegen den damals frischgebackenen Aufsteiger, im Rückspiel 2019/20 brachte er den FSV auf dem Oberwerth in Führung, und jetzt hat Hermes es wieder getan. Rot-Weiß-Schlussmann Baboucarr Gayé sah die Gefahr über die linke Mainzer Seite schon auf sich zurollen, als er seine Verteidigung zur „Ordnung“ ermahnte, aber die Flanke von Oliver Wähling konnten die Gäste genauso wenig verhindern, wie Artur Ekallé das gewonnene Kopfballduell des bulligen FSV-Angreifers Marlon Mustapha und die Deckung inklusive Gayé den Einschuss von Hermes zum späten Gleichstand. Enttäuscht sackten Nino Miotke und Julius Schell zusammen, weil sie den Dreier bereits vor Augen hatten, aber verdient war der Punkt für die Mainzer bei allem Einsatz der Koblenzer allemal.
Rot-Weiß-Trainer Heiner Backhaus stellte der jungen Heimmannschaft eine Fünfer-Abwehrkette gegenüber, die mit Robustheit und Zweikampfstärke überzeugte, dabei in der ersten Hälfte jedoch auch zweimal tief durchatmen musste. Nach einer Flanke von Marvin Jung köpfte Wähling knapp am Tor vorbei, und in der 28. Minute rettete Christopher Spang in höchster Not. Merveille Papela profitierte von einem Koblenzer Ballverlust, drang in den Rot-Weiß-Strafraum ein und wollte zu Mustapha querlegen, aber Spang machte ihm einen Strich durch die Rechnung und klärte zur Ecke.
Die Backhaus-Elf gab durch ihren Kapitän Quentin Fouley die gefährlichsten Abschlüsse ab. Sein Schuss in der 18. Minute flog an Tor vorbei. „Shoot, shoot“, schrie Backhaus von der Seitenlinie aus, als Fouley dann in der 38. Minute im Mittelfeld den Ball mit einer Grätsche gewonnen hatte. Fouley schoss genau mit der richtigen Flugkurve und traf, weil Torwart Lasse Rieß weit vor seinem Tor stand zum umjubelten 0:1.
Der Vorjahresaufsteiger begann den zweiten Abschnitt mit zwei frischen Kräften. Maximilian Pommer ersetzte Leon Müller und Mert Göckan nahm die Linksverteidigerposition von Emre Aytun ein. Die Mainzer erhöhten den Druck immer mehr und drängten auf den Ausgleich. Der österreichische Juniorennationalspieler Mustapha (57.), der zweitligaerfahrene Stephan Fürstner (74.) und noch einmal Mustapha (85.) ärgerten sich über ihre vergebenen Möglichkeiten. Koblenz gingen spürbar die Körner aus, wirklich für Entlastung konnten auch die vorgenommenen Wechsel nicht sorgen. Valdrin Mustafa wurde zwei-, dreimal auf die Reise geschickt, aber auch dem treffsichersten Koblenzer in dieser Saison merkte man die schweren Beine allmählich an. So kamen Florian Bohnert und später Niklas Tauer in den Laufduellen noch rechtzeitig, um Mustafa rechtzeitig zu tackeln. So eifrig sich die Backhaus-Elf auch in die Zweikämpfe warf, den späten Ausgleich durch Hermes konnte sie nicht verhindern.

Mainz II: Rieß – Tauer, Fedl, Gans – Jung (79. Hermes), Papela (65. Brandstetter), Fürstner, Wähling, Mißner (52. Bohnert) – Rösch, Mustapha.
Koblenz: Gayé – Ekallé, Taag, Miotke, Schell, Aytun (46. Göckan) – Müller (46. Pommer), Spang, Fouley – Mustafa, Ivicic (76. Beckenbauer).
Schiedsrichter: Patrick Simon (Wöllstein).
Zuschauer: keine zugelassen.
Tore: 0:1 Quentin Fouley (38.), 1:1 Lucas Hermes (90.+1).

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