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Fußballstiftung übergibt Kleinbusse an Sportvereine der Ahr

Von links: Fußballkreisvorsitzender Dieter Sesterheim, im Auto Steffie Lotzien, Verbandspräsident Walter Desch und für die Vereine Gianfranco Di Francesco, Gerd Treffer, Arno Fuchs, Jürgen Bauer, Christian Müller und Dieter Hofmann. (Foto: FV Rheinland/Seydel)


135 Menschen haben bei der schrecklichen Flutkatastrophe am 14. Juli 2021 an der Ahr ihr Leben verloren. Gigantisch war der Verlust, den die Bewohner an dem kleinen Fluss in Form der Beschädigung ihrer Häuser hinnehmen mussten. Es ist die unermessliche Tragik eines einzigen Tages, die das Ahrtal auf eine lange Zeit verändert hat. Viele Jahre wird es zur Wiederherstellung ursprünglicher Zustände dauen.

Auch viele Sportvereine mussten unwiederbringbare Schäden hinnehmen: den Verlust ganzer Sportanlagen, von Vereinshäusern und Umkleidegebäuden, von Geräten und Sportkleidung. „Fußball Hilft“, die Stiftung des Fußballverbandes Rheinland, engagiert sich vom Tag der Katastrophe an für die Vereine und die Menschen. Spendenaufrufe, viele Benefizaktionen und auch die Hilfe des Deutschen Fußball-Bundes (DFB)  und der Deutschen Fußball-Liga (DFL), vor allem auch das Engagement der beiden Fußball-Hochburgen des Landes, von Mainz 05 und dem 1.FC Kaiserslautern, machten viele Hilfsaktionen seitens der Stiftung für die Vereine an der Ahr und auch in der Eifel möglich. Von der Bereitstellung von Sportgeräten und  Sportkleidung bis hin zu der  Idee, Kleinspielfelder in den Orten zu errichten, wo es aktuell keine Sportplätze gibt. Die Aktivitäten der Stiftung waren spontan und von höchster Effizienz.

Wir mussten helfen und zugleich anerkennen, dass unsere Hilfe nur eine Ergänzug zu der großartigen Arbeit der Vereine selbst an der Ahr ist. - Walter Desch (Präsident des FV Rheinland)

Jetzt konnten im Autohaus Scherer in Mayen sechs Kleinbusse an Sportvereine von der Ahr übergeben werden. Sie sollen die Mobilität in den Vereinen erhöhen und vor allem der Jugendarbeit dienen. TUWI Adenau, der SV Dernau, SC 13 Bad Neuenahr, der Ahrweiler BC, die SG Ahrtal und die Grafschafter SG erhielten die 9-Sitzer von VW.

Dem Autokonzern heben wir ebenso zu danken wie  den Herren Lindhof und Briel vom Autohaus Scherer in Mayen, vor allem aber auch dem DFB und der DFL. - Walter Desch (Präsident des FV Rheinland)

„Fußball Hilft“ übernimmt zunächst für ein halbes Jahr die Mietkosen und die Kosten für Steuer und Versicherung. Eine Verlängerung der Mietzeit ist nicht ausgeschlossen, auch nicht eine Ausweitung des Projektes auf weitere Vereine.

Für Fußballkreisvorsitzender Dieter Sesterheim ist die Aktion der Autoüberlassung von großer Bedeutung für die Vereine, vor allem für die Jugendarbeit. Und die Vereine selbst begrüßen die Aktion natürlich sehr. Gerd Treffer, Jugendleiter, und Gianfranco Di Francesco, Leiter der Seniorenabteilung Fußball im Ahrweiler BC, beschreiben die Situation, dass der Verein nach der Flut inzwischen auf zehn verschiedenen Sportplätzen der Region trainiert und spielt. Da komme der Bus gerade recht, er könne auch die Eltern, die ihre Kinder weitgehend fahren, ein wenig entlasten. Auch die Grafschafter SG, so Vorsitzender Arno Fuchs, und Fußball-Abteilungsleiter Dieter Hofmann von der SG Ahrtal, begrüßen diese Hilfe des Fußballverbandes sehr. Beide Vereine sehen  den Schwerpunkt der Nutzung im Jugendbereich.     

Für Steffi Lotzien, Kapitänin der Damen-Regionalligamannschaft des SC 13 Bad Neuenahr, ist der Bus eine große Chance. Viele weite Fahrten muss der Verein machen, die Verbandsunterstützung wird da sehr helfen. Das sieht auch Christian Müller, Vorsitzender des SV Dernau, so. Der Sportverein in der sehr gebeutelten Gemeinde ist für jede Hilfe dankbar, die dem Verein annähernd einen Zustand von Normalität ermöglicht. Der TUWI Adenau, so Geschäftsführer Jürgen Baur, hatte Glück. Der Verein 0ist von der Flut kaum betroffen. Dafür hilft er den anderen Vereinen, in dem er das Vereinsgelände für sportliche Zwecke, aber vor allem auch für humanitäre Hilfe, etwa für eine Zeltstadt, zur Verfügung stellt.

Die Vereine an der Ahr, sagt Kreisvorsitzender Dieter Sesterheim, hätten in der größten Krise ihrer Vereinsgeschichte enorm zueinander gefunden. Und dass sie in der großen Not im Fußballverband und seiner Stiftung einen so engagierten Partner haben, das ist für alle eine starke Perspektive für die Zukunft.