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Gregor Eibes soll der sechste Präsident des Fußballverband Rheinland werden

Gregor Eibes wird am 2. Juli wohl zum Nachfolger von Walter Desch als FVR-Präsident gewählt. (Foto: FV Rheinland)


Wenn der Verbandstag des Fußballverbandes Rheinland (FVR) am 2. Juli in Trier zusammenkommt, geht mit dem Amtsverzicht von Walter Desch (Alterkülz) nach 21 Jahren als Präsident eine Ära zu Ende. Und wenn die Delegierten Gregor Eibes (62) aus Morbach zum Nachfolger von Desch wählen, wovon auszugehen ist, dann beginnt eine neue Zeitrechnung.

Wer ist dieser Gregor Eibes, der in Bernkastel-Kues Abitur machte, ein Studium an der Fachhochschule für Verwaltung in Mayen machte und dieses 1984 als Diplom-Verwaltungswirt abschloss. Seitdem arbeitet er für den Landkreis Bernkastel-Wittlich, war Referent für Schulen und Kultur, persönlicher Referent der Landräte Helmut Gestrich und Beate Läsch-Weber und später Leiter der Personalabteilung. Von 1997 bis 2011 war er Bürgermeister der verbandsfreien Gemeinde Morbach. Am 2. Mai 2011 wurde er zum Landrat in Bernkastel-Wittlich gewählt und am 2. Mai 2019 in diesem Amt bestätigt. Eibes ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Seit 2019 ist er Vizepräsident des Fußballverbandes Rheinland. Gregor Eibes ist kein Fußballpräsident, dem man das Amt anträgt, weil man ihn als Politiker kennt. Er ist Fußballer durch und durch. In der Jugend spielte er für den SSV Dhrontal, dann auch im Seniorenbereich für diesen Verein bis zur Bezirksliga. Als Trainer der E-Jugend wirkte er bei der JSG Wittlich-Lüxem. Einer der Gregor Eibes besonders inspirierte war Fußballlegende Horst Eckel. Der Weltmeister von 1954, im Dezember des letzten Jahres als Letzter noch Lebender aus dem WM-Finale von 1954 in Bern verstorben, hatte Ende der 1960 er Jahre zusammen mit seiner Frau Hannelore das kleine Restaurant im Schwimmbad in Morbach gepachtet. Und Horst Eckel gab Fußballunterricht an der Morbacher Schule. Einer der ihm zusah und von ihm lernte war Gregor Eibes.

Mir ist erst später bewusst geworden, was das an Besonderheit war, bei Horst Eckel zu trainieren. - Gregor Eibes

Später sind sich die beiden immer wieder begegnet, zuletzt bei einer kleinen Feier zum 100. Geburtstag von Fritz Walter im Oktober 2020 in der Sportschule in Koblenz, an der neben Horst Eckel und Gregor Eibes auch der damalige DFB-Präsident Fritz Keller teilnahm.

Gregor Eibes wird den FVR wohl anders führen als sein Vorgänger Walter Desch, der seit Jahren seine ganze Zeit und Kraft in dieses Ehrenamt investierte. Eibes ist noch voll im Berufsleben, er muss im Ehrenamt andere Prioritäten setzen. Das wird Platz geben für die anderen im Haupt-und Ehrenamt. Walter Desch dominierte das Ganze, ohne den Rest zu ersticken. Bei Desch wussten alle, dass der Verband mehr für ihn bedeutete als man fairer-und füglicherweise von einem Ehrenamtlichen erwarten darf. Und dass er mit seiner Art, vor allem in der Pandemie und der Zeit der schrecklichen Flutkatastrophe in der Eifel und an der Ahr, sehr viel für den Verband und die Fußballer bewegte, das werden ihm auch seine größten Kritiker nicht absprechen wollen.

Gregor Eibes ist eine gute Wahl. Er wird Gestalter und Vermittler sein und dem Verband nach innen und außen ein Gesicht geben. Nach Dr. Hans Menningen, Toni Martini, Toni Kahl, Dr. Theo Zwanziger und Walter Desch, allesamt starke Persönlichkeiten im Präsidentenamt des Verbandes, wird auch der sechste Präsident im rheinländischen Fußballverband der Sache des Fußballs dienen und den Verband weiterbringen.