Heiko Wiesenthal (r.) und Francis Tonleu sind Nationalspieler im Sitzvolleyball. Ihr großes Ziel sind die Paralympischen Spiele im nächsten Jahr. (Fotos: Seydel)

Heiko Wiesenthal und Francis Tonleu wollen bei den Paralympics in Tokio dabeisein

Eigentlich sollten die Paralympics, die Weltspiele der körperlich behinderten Sportlerinnen und Sportler, in diesem Jahr in Tokio stattfinden. Aber wie auch die Olympischen Spiele sind sie ein Opfer der Coronakrise geworden. Den Traum dabei zu sein, hatten die beiden Sitzvolleyballer Heiko Wiesenthal und Francis Tonleu.
Jetzt rückt das alles ins nächste Jahr. Die Paralympics sollen vom 24.August bis 5.September 2021 in der japanischen Hauptstadt stattfinden, gesichert ist aber auch das noch nicht. Trotzdem verschoben Wiesenthal und Tonleu ihren Traum um zwölf Monate, denn sie wollen mit der deutschen Nationalmannschaft im Sitzvolleyball dabei sein. Francis Tonleu ist in diesen Tagen mit einer besonderen Auszeichnung bedacht worden. Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat ihn mit der Sportplakette des Landes gewürdigt. „Das hat mich sehr stolz gemacht und es ist eine Ehre für mich, für Deutschland an den Start zu gehen“, sagt er. Und er erzählt, dass die Sitzvolleyballer trotz der Pandemie wieder trainieren dürfen. Alle 14 Tage trifft sich die Nationalmannschaft zu einem Lehrgang. Die Sportler werden natürlich fortlaufend auf Covid getestet.
Heiko Wiesenthal, 1975 in Mayen geboren, lebt in Koblenz und startet für die BSG Emmelshausen. Er gewann bereits bei den Spielen in London 2012 als Kapitän des Teams die Bronzemedaille. Und auch 2016 in Rio war er dabei. Bevor Heiko Wiesenthal 1995 bei der Bundeswehr einen Starkstromunfall erlitt, in dessen Folge er am Bein amputiert werden musste, war er ein erfolgreicher Faustballer bei Rot-Weiß Koblenz. Zweimal wurde er mit dem Verein Deutscher Meister. „Der Behindertensport war für mich nach meinem  Unfall von entscheidender Bedeutung“, sagt er.
Francis Tonleu, der auch für Emmelshausen startet, wurde 1977 in Akonoling in Kamerun geboren. Sein steifer Fuß rührt von einem Sturz von einem Mangobaum in jungen Jahren. Die ärztliche Versorgung in seinem Heimatland war so unzureichend, dass er behindert blieb. Als ihn seine Eltern mit 21 Jahren zum Studium nach Frankreich schickten, besuchte der lebenslustige Tonleu auch Köln, und dass mitten im Karneval. Deutschland zog ihn an und er kam dann nach Koblenz, hat heute ein kleines Unternehmen in Andernach und wurde Sitzvolleyballer in Emmelshausen, wo er zum Nationalspieler wurde.
Das Qualifikationsturnier für die Paralympics soll im Februar 2021 in Duisburg stattfinden. Vorgesehene Teilnehmer neben der deutschen Mannschaft sind die USA, Kroatien, die Ukraine, Kasachstan und Kanada.“ Francis und ich sind im Kader der Nationalmannschaft. Unsere Chance für Tokio ist also ganz real“, sagt Heiko Wiesenthal mit einem guten Schuß Optimismus.

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