In den olympischen Verbänden tobt ein Kampf auf höchster Ebene (Foto: Pixabay).

Kommentar: Der deutsche Sport in der Sinnkrise

Die Krise des deutschen Sportes beruht in einem eklatanten Mangel überragender Persönlichkeiten. Der Deutsche Fußball-Bund(DFB) hat gerade den dritten  Präsidenten innerhalb von nicht einmal zehn Jahren entsorgt. Und eine personelle Lösung ist bei weitem nicht in Sicht, zumal die beiden (Peters und Koch), die Fritz Keller interimsweise beerbt haben auch schon wieder öffentlich kundgetan haben, wie wenig sie miteinander können.

Und jetzt folgt der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB). So als wolle er hinter dem DFB auf keinen Fall zurückstehen, entledigt auch er sich seines Präsidenten. Alfons Hörmann, seit Dezember 2013 im Amt, hat seinen Rücktritt zum Jahresende angekündigt. Dann soll es Neuwahlen geben und vermutlich werden weitere aus dem jetzigen Präsidium nicht mehr kandidieren. Im Falle Hörmann waren es ausgerechnet die hauptamtlichen Mitarbeiter, die in einem Brief dargelegt hatten, wie wenig dieser Präsident geeignet ist, die mit 27,8 Millionen Mitgliedern größte Personenvereinigung in Deutschland zu führen. Hörmann stehe für Zwietracht, Unberechenbarkeit und einen großen Mangel an Führungsstärke. “Er ist ein Machtmensch, der seine Positionen im Sport, er war zuvor Präsident des Deutschen Skiverbandes, immer genutzt hat, um weiter nach oben zu kommen“, sagt einer aus unserem Lande, der ihn gut und lange kennt.

Es ist nicht Schicksal, dass der deutsche Sport in seiner Spitze aktuell einen derartigen Mangel an unumstrittenen Führungspersönlichkeiten hat. Im DOSB (ehemals DSB) war das mit Blick auf so überragende Persönlichkeiten wie Willi Daume, Willi Weyer und Manfred von Richthofen einmal anders. Schon mit Thomas Bach , der von 2006, es war das Jahr des Zusammenschlusses von Deutscher Sportbund und Nationalem Olympischen Komitee zum DOSB, bis 2013 Präsident war, wandelte sich der Verband vom grandiosen Breitensportverband mit so genialen Ideen wie der Trimmaktion in den  1970 er Jahren hin zu einem vom Spitzensport überlagerten Verband. Der Kommerz hielt mehr denn je Einzug. Und für Thomas Bach war es am Ende das Sprungbrett hin zum IOC-Präsidenten. 

Wie wohltuend ist da die Arbeit in  Verbänden  wie dem Sportbund Rheinland oder dem Fußballverband Rheinland. Vereinssport, Breitensport, Jugendarbeit, Ausbildung, das sind die Themen, für die Präsidentin Monika Sauer und Präsident Walter Desch und ihr Team redlich, engagiert und klug arbeiten, trotz und gerade in der Pandemie. Kommerzialisierung ist hier kein Thema. Und erst recht nicht die Frage, was das Amt finanziell bringt. Es ist und bleibt ein Ehrenamt.

Manchmal könnte man meinen, oder eigentlich könnte man es immer meinen, dass die da oben in DFB oder DOSB von der Realität des Sportes so weit weg sind, dass sie einem schon  ein wenig leidtun  können, nicht zu erfahren , wie schön es da unten in den Sportvereinen ist. Die Sinnkrise an der Spitze des deutschen Sportes ist eine von Menschen so gewollte. 

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