Gold und Silber gab es für Sophia Junk bei der U23-EM in Estland (Foto: privat).

Sophia Junk vergoldet ihre EM

Es hat alles gepasst: Sophia Junk (LG Rhein-Wied) brachte von der Europameisterschaft der U23-Leichtathleten in Tallinn zweimal Edelmetall, darunter einmal Gold mit. Nach Silber über 200 Meter gewann die Sprinterin am EM-Abschlusstag den Titel mit der deutschen 4x100-Meter-Staffel.

Am Samstagabend strahlte die LG Rhein-Wied zunächst silbern. Junk sicherte sich ihre zweite Einzelmedaille bei internationalen Meisterschaften nach U20-EM-Silber über 200 Meter im Jahr 2017. „Ich denke wir hatten ideale Bedingungen, und die Zeiten zeigen das. Das Feld war sehr eng und alle Starterinnen sehr stark, sodass ich wirklich froh bin über meine Silbermedaille und meine persönliche Bestleistung", sagte sie nach dem Finale in der estnischen Hauptstadt.
Die Deutsche Meisterin steigerte ihre Zeiten von Durchgang zu Durchgang. Nach 23,15 Sekunden im Vorlauf knackte sie als Halbfinalschnellste mit 22,92 Sekunden erstmals in ihrer Laufbahn die 23-Sekunden-Marke - trotz deutlich spürbarem Gegenwind von 1,3 Meter pro Sekunde. Und auch im Endlauf ging es noch ein Stück schneller. 22,87 Sekunden bedeuteten eine weitere persönliche Bestmarke und einen Rheinland-Pfalz-Rekord. Der alte von Annegret Kroniger (22,89 Sekunden) hatte 49 Jahre lang (!) Bestand. An Dalia Kaddaria kam die 22-jährige Rhein-Wied-Sprinterin jedoch nicht heran. Die Italienerin war mit 22,64 Sekunden nicht zu halten und lief zum Saisonhöhepunkt eine europäische U23-Jahresbestleistung.
„Die Glückwunschnachrichten tickern die ganze Zeit ein", freute sich Junks Trainer Martin Schmitz. „Wir wussten, dass Sophia eine 90er-Zeit in den Beinen hat. Das zeigte bereits der Vorlauf am Freitag. Jetzt ging es sogar noch schneller. Unsere Freude über Silber ist riesig."
Schmitz und Junk brachten in der Vorbereitung eine Punktlandung zu Stande: „Das Training war genau auf diesen Tag ausgerichtet. Sophia befindet sich nun genau zum richtigen Zeitpunkt auf dem Leistungshöhepunkt. So etwas ist möglich, wenn - so wie es in diesem Jahr gelungen ist - keine Krankheiten oder Blessuren dazwischen kommen. Es ist alles perfekt gelaufen." „Ich habe mein Bestes gegeben.. Diese internationale Meisterschaft ist sehr wichtig für mich, um im nächsten Jahr in der höheren Klasse eine gute Position zu bekommen", erzählte Junk.
Am Sonntag nahm die EM für Junk und ihre schnellen Sprintkolleginnen einen goldenen Abschluss. Die Staffel mit Junk auf Position drei, Startläuferin Lilly Kaden, Keshia Beverly Kwadwo auf der Gegengeraden und Talea Prepens am Ende setzte sich überlegen durch.. Das DLV-Quartett hatte schon im Vorlauf einen Meisterschaftsrekord aufgestellt (43,24 Sekunden), verbesserte diesen mit einem Start-Ziel-Sieg im Endlauf auf 43,05 Sekunden und setzte seine Siegsserie (U20-Europameister 2017, U20-Weltmeister 2018, U23-Europameister 2019) fort. Junk übernahm den Staffelstab von Kwadwo als Erste und schickte Prepens mit einem noch größeren Vorsprung auf die Zielgerade. Die Silbermedaille gewann Spanien (43,74) vor Frankreich (44,15). Die als dritte ins Ziel gelaufene italienische Staffel wurde aufgrund eines Wechselfehlers disqualifiziert.
„Wir sind mit dem Ziel zur Meisterschaft gefahren, den Titel zu verteidigen. Wir haben ein sehr leistungsstarkes Team stellen können und kannten unsere Stärke sowie unsere Teamfähigkeit", sagte Junk zum Staffelerfolg. „Die Wechsel waren ausbaufähig und die Zeit von 43,05 Sekunden sagt nicht alles aus, was tatsächlich in uns steckt. Aber wir sind sehr glücklich, den Titel verteidigt und Gold gewonnen zu haben."

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