Wir Mamas kennen das alle: Ständig sagen wir "Ja", obwohl wir eigentlich "Nein" meinen. Ob im Alltag mit Kindern oder bei ehrenamtlichen Aufgaben – das Nein-Sagen fällt oft schwer. Warum es so wichtig ist, Grenzen zu setzen und wie man das lernt, erfahrt ihr in meiner neuen Kolumne

Mayen |

Ihr Lieben,

wie oft sagen wir „Ja“, obwohl wir eigentlich „Nein“ meinen? Als Mamas im Alltag mit unseren Kindern, in der Schule, im Kindergarten oder bei ehrenamtlichen Aktivitäten sind wir oft hin- und hergerissen zwischen unseren eigenen Bedürfnissen und denen der anderen. Wie oft haben wir aus Bequemlichkeit oder aus Angst, die Kleinen zu enttäuschen, zugestimmt, obwohl unser Bauchgefühl etwas anderes sagte?

Besonders in Elterninitiaveinrichtungen, wo der Bedarf an Elternmitwirkung enorm hoch ist, fällt es uns schwer, Nein zu sagen. Wenn wieder einmal Hilfe benötigt wird – sei es bei Festen, Projekten oder im täglichen Ablauf – spüren wir den Druck, uns einzubringen. Nicht nur aus Verantwortung, sondern auch, weil wir Teil einer Gemeinschaft sind, die uns und unsere Kinder prägt.

Doch was passiert, wenn wir immer Ja sagen? Unser Akku wird leer, wir fühlen uns ausgelaugt und verlieren den Blick für unsere eigenen Bedürfnisse. Ich erinnere mich an eine Situation vor einiger Zeit: Ich war abends verabredet, um mit einer Freundin auszugehen. Aber ich sehnte mich nur noch nach einem warmen Bad und meiner Couch. Also habe ich das Treffen abgesagt. Es war eine kleine Entscheidung, aber eine, die mir die dringend benötigte Zeit für mich selbst verschaffte.

Es ist nicht leicht, Nein zu sagen, besonders in sozialen Kontexten. Wir haben Angst, als unzuverlässig oder egoistisch zu gelten. Doch Nein zu sagen, ist nicht egoistisch – es ist eine Form der Selbstfürsorge. Es bedeutet, sich selbst zu respektieren und die eigenen Grenzen zu erkennen. Wenn wir immer nur Ja sagen, übersehen wir, dass unsere Energie begrenzt ist. Ein leeres Glas kann niemanden mehr füllen.

Aber wie lernen wir, Nein zu sagen, ohne Schuldgefühle zu haben? Hier sind einige Tipps, die mir geholfen haben:

  1. Höre auf dein Bauchgefühl: Wenn du merkst, dass ein „Ja“ dir Unbehagen bereitet, nimm dir einen Moment Zeit und überlege, ob du wirklich zustimmen möchtest.
  2. Setze Prioritäten: Finde heraus, was dir wirklich wichtig ist und was du ohne schlechtes Gewissen ablehnen kannst.
  3. Sei ehrlich und freundlich: Ein einfaches „Ich kann das momentan nicht übernehmen“ oder „Ich brauche gerade mehr Zeit für mich“ wird meistens verstanden.
  4. Biete Alternativen an: Wenn es dir schwerfällt, einfach Nein zu sagen, kannst du Alternativen anbieten, die weniger zeitaufwendig sind.
  5. Übe Selbstfürsorge: Nimm dir bewusst Auszeiten und mache Dinge, die dir gut tun. Nur so kannst du deine Akkus wieder aufladen.

Lasst uns alle daran arbeiten, öfter mal Nein zu sagen, um uns selbst zu schützen und unsere Energie für die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu bewahren. Denn am Ende können wir nur dann gute Mütter, Partnerinnen und Freundinnen sein, wenn es uns selbst gut geht.

In diesem Sinne wünsche ich euch viel Mut, eure Grenzen zu setzen und eure eigenen Bedürfnisse zu achten.

Herzlichst, eure Dani