Wegen der Kämpfe im Iran und der Sperrung der Straße von Hormus steckt ein Mann aus Mayen auf einem Kreuzfahrtschiff in Abu Dhabi fest. Andreas Heinen schildert eine angespannte Lage an Bord – inklusive Drohneneinschlag in unmittelbarer Nähe. Nun gibt es Hoffnung auf einen Rückflug am Samstagabend.

Mayen |

Wegen der aktuellen Eskalation im Iran und der blockierten Passage durch die Straße von Hormus kommt für viele Reisende derzeit kaum Bewegung in ihre Pläne. So auch für Andreas Heinen aus Mayen. Der Kreuzfahrtpassagier sitzt in Abu Dhabi fest und hat in einem Interview mit dem Radiosender SWR1 über die Situation an Bord berichtet.

Drohneneinschlag löst Sicherheitsmaßnahmen aus

Von den Angriffen selbst habe man auf dem Schiff zunächst wenig direkt mitbekommen, sagte Heinen – vieles laufe über Nachrichten und Updates aus den Medien. Doch dann kam der Schreckmoment: Eine Drohne sei nur rund 500 Meter neben dem Kreuzfahrtschiff eingeschlagen. „Daraufhin sind auch sofort Sicherheitsmaßnahmen hier auf dem Schiff eingeleitet worden“, berichtet Heinen. Passagiere mussten demnach in den Schiffsrumpf und dort bleiben, bis sich die Lage beruhigte.

Die Situation gehe ihm an die Substanz. Im SWR-Interview fand Heinen deutliche Worte: „Absolut beschissen!“ Allein der Gedanke, „dass wir im Krieg sind oder mitten im Krieg aufgewacht sind“, mache einen „kirre“.

Hoffnung auf Rückflug – doch die Lage bleibt unberechenbar

Ob und wann die Passagiere nach Deutschland zurückkehren können, war am Dienstag laut Heinen noch völlig offen. Es gebe zwar die Nachricht, dass Emirates einen ersten Flug für rund 250 Personen nach München durchführen wolle – sicher sei das aber nicht. „Ob das so geht, wissen wir nicht. Es heißt eigentlich nur noch Daumen drücken und abwarten“, so der Mayener.

Am Mittwochmorgen meldete sich Heinen dann mit vorsichtig optimistischeren Tönen auf Facebook: Es gehe „bergauf“, ein „Licht am Ende des Tunnels“ sei zu sehen. Sein „vorläufiges Heimkommen“ sei demnach für Samstagabend gegen 19:30 Uhr geplant – gleichzeitig betonte er, wie dynamisch und unberechenbar die Kriegslage sei.

Unter den Passagieren herrsche eine Mischung aus Angst und Disziplin, hatte Heinen bereits zuvor berichtet. Der Kapitän informiere zwei- bis dreimal täglich über den aktuellen Stand. Einige Reisende hätten das Schiff auf eigene Verantwortung verlassen. Für Heinen kommt das jedoch nicht infrage: Rund 6000 Kilometer von der Heimat entfernt will er die Entwicklungen lieber an Bord abwarten.