Nach dem verheerenden Feuer im Engerser Lokschuppen ist beim Karnevalsverein noch längst nicht wieder Normalität eingekehrt. Doch dank Unterstützung aus der Region läuft die Session – und eine neue Wagenbauhalle ist bereits in konkreter Planung.

Neuwied-Engers |

Der Schock sitzt bei der Großen Engerser Karnevalsgesellschaft weiterhin tief: In der Silvesternacht Anfang 2025 brannte der Lokschuppen, in dem unter anderem Karnevalswagen, Dekorationen, Bühnenbilder und auch Hütten für den Weihnachtsmarkt gelagert waren, vollständig aus. Fünf Einsatzkräfte der Feuerwehr wurden bei den Löscharbeiten verletzt. Vereinspräsident Ansgar Schunkert beschreibt die Lage ein Jahr später klar: Die alte Halle sei weg – und „so nicht mehr wieder“ zu ersetzen.

Damit in Engers dennoch gefeiert werden kann, sprang erneut die Karnevalsfamilie in der Umgebung ein. Befreundete Vereine stellten Platz zum Wagenbau zur Verfügung, zudem kann der Wagen des Elferrats kostenfrei bei einer Spedition in Bendorf untergebracht werden. „Das hilft uns natürlich ungemein weiter“, so Schunkert.

Bauantrag eingereicht: Neue Wagenbauhalle soll am alten Grundstück entstehen

Parallel arbeitet der Verein an einer langfristigen Lösung. Nach Gesprächen mit Stadt, Behörden und Architekten ist der Neubau einer Wagenbauhalle auf dem bisherigen Grundstück vorgesehen – allerdings an einem leicht versetzten Standort. Hintergrund sind Belastungen im Boden am ursprünglichen Platz. Ein Gutachter habe die neue Fläche inzwischen freigegeben.

Der geänderte Bauantrag wurde Mitte Januar bei der Stadt Neuwied eingereicht. Läuft alles nach Plan, könnte der Bau im Frühjahr oder Frühsommer starten. Schunkert hält es für möglich, dass die Halle bereits bis Ende des Jahres fertiggestellt wird.

Übergang bleibt nötig: Wagenbau für nächste Saison noch extern

Für die kommende Saison wird der Zeitplan jedoch eng: Üblicherweise beginnen die Prinzen direkt nach Karneval mit dem Bau ihrer Wagen. Dafür reicht das Fenster bis zur Fertigstellung voraussichtlich nicht aus. Der Verein will deshalb nach der Session erneut Gespräche mit den unterstützenden Vereinen führen, um weiterhin Werk- und Stellflächen zu nutzen.

Die Hoffnung bleibt dennoch: Vielleicht gelingt es, zumindest die Endarbeiten später wieder „zu Hause“ zu erledigen – in der eigenen Halle. Für Schunkert wäre das „ein absoluter Traum“.