Während in Rheinland-Pfalz aktuell die mündlichen Abiturprüfungen laufen und die zentralen Prüfungen zum Abschluss der 10. Klasse bevorstehen, rückt für viele Jugendliche eine entscheidende Frage in den Mittelpunkt: Wie soll es nach der Schule weitergehen? Nicht alle möchten sofort eine Ausbildung beginnen oder direkt ins Studium starten. Für viele ist ein Freiwilligendienst eine gute Möglichkeit, sich auszuprobieren und neue Perspektiven zu gewinnen.
Eine dieser Möglichkeiten ist das Freiwillige Ökologische Jahr, kurz FÖJ. Im Zoo Neuwied hat dieses Angebot seit Jahren einen festen Platz. Die Biologin Franziska Waked, heute Leiterin der Zooschule, kennt den Weg aus eigener Erfahrung. Sie absolvierte selbst 2007 ihr FÖJ im Zoo Neuwied. „Mir ging es damals genauso – ich wollte erst einmal Abstand von Prüfungen und Lehrbüchern und stattdessen praktisch arbeiten“, erinnert sie sich.
Mehr als Tierpflege
Das FÖJ sei vielen jungen Menschen weniger bekannt als das Freiwillige Soziale Jahr, erklärt Waked. Dabei richte es sich gezielt an alle, die sich für Natur, Umwelt und Tiere interessieren. Organisiert wird das FÖJ in Rheinland-Pfalz auf Landesebene. Auf der Internetseite foej-rlp.de finden Interessierte Informationen zur Bewerbung sowie eine Übersicht aller Einsatzstellen.
Dazu zählen nicht nur Zoos und Tierparks, sondern auch Bauernhöfe, Forstämter und Umweltschutzorganisationen. Für Franziska Waked fiel die Entscheidung damals bewusst auf den Zoo. Ausschlaggebend war die Vielseitigkeit des Einsatzortes. Denn im Zoo Neuwied geht es nicht nur um die Mitarbeit in der Tierpflege, sondern auch um Einblicke in die Umweltbildungsarbeit der Zooschule.
Gerade diese Kombination macht das FÖJ dort bis heute besonders attraktiv. Die Freiwilligen erleben den Arbeitsalltag mit Tieren, lernen ökologische Zusammenhänge kennen und wirken gleichzeitig daran mit, Besuchern Wissen über Natur- und Artenschutz zu vermitteln.
Sprungbrett für die Zukunft
Im Zoo Neuwied werden inzwischen jedes Jahr drei bis vier FÖJ-Plätze angeboten. Insgesamt haben dort bereits mehr als 50 junge Menschen nach ihrer Schulzeit erste berufliche Erfahrungen gesammelt. Für einige wurde das Freiwilligenjahr zum direkten Einstieg in die Berufswelt: Mehrere ehemalige Teilnehmer blieben anschließend im Zoo und begannen eine Ausbildung in der Zootierpflege.
Andere nutzten das Jahr, um ihre Interessen zu schärfen und entschieden sich danach für ein Studium, etwa in Forstwirtschaft, Biologie oder Tiermedizin. Dass ein FÖJ Weichen für die Zukunft stellen kann, zeigt sich laut Waked auch im eigenen Team. So habe unter anderem die heutige stellvertretende Zoodirektorin nach ihrem Freiwilligenjahr ihren weiteren beruflichen Weg in genau diese Richtung eingeschlagen.
Für Jugendliche, die nach dem Schulabschluss noch nicht sofort den nächsten großen Schritt festlegen möchten, kann das Freiwillige Ökologische Jahr damit weit mehr sein als ein Übergang. Im Zoo Neuwied wird es zu einem Jahr voller Praxis, Orientierung und wertvoller Erfahrungen rund um Umweltbildung und Artenschutz.
