Mehr als 30 Jahre nach dem Mord an Amy Lopez ist der Täter rechtskräftig verurteilt worden. Das Landgericht Koblenz verhängte gegen den 81-Jährigen eine lebenslange Freiheitsstrafe und stellte die besondere Schwere der Schuld fest. Der Angeklagte nahm das Urteil an. Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung verzichteten auf Rechtsmittel.
DNA-Spuren bringen den Durchbruch
Nach Überzeugung des Gerichts lockte der Mann die 24-jährige US-Touristin im September 1994 nahe der Festung Ehrenbreitstein in ein abgelegenes Gebäude. Dort fesselte und missbrauchte er sie sexuell, bevor er sie mit neun Messerstichen tötete. Spielende Kinder entdeckten wenig später ihre Leiche.
Der Fall blieb jahrzehntelang ungelöst. Erst die erneute Untersuchung alter DNA-Spuren mit moderner Technik führte zu dem Täter. Ende Februar 2026 wurde er in einem Seniorenheim im Raum Koblenz festgenommen. Zum Prozessauftakt räumte er die Tat pauschal ein.
Hoffnung auf inneren Frieden
Am letzten Prozesstag waren auch der Vater und der Bruder von Amy Lopez im voll besetzten Gerichtssaal. Nach Angaben ihrer Anwältin konnten beide keinen inneren Frieden finden, solange der Täter nicht gefasst war. Die Teilnahme an der Urteilsverkündung sei für sie der Versuch eines Abschlusses gewesen.
Der Verurteilte erklärte nach dem Urteil: „Ich nehme das Urteil an, das ist das Einzige, was ich noch gut machen kann.“ Es war sein längster Satz während der vier Verhandlungstage. Staatsanwältin Andrea Maier betonte, die Aufklärung zeige, wie wichtig es sei, auch nach vielen Jahren weiter an ungelösten Fällen zu arbeiten.
