Die Stadt Mayen hat ihre kommunale Wärmeplanung vorgestellt und sieht gute Voraussetzungen für eine klimaneutrale Wärmeversorgung.

Mayen |

Kernpunkte des Plans sind der Ausbau der Fernwärme, der verstärkte Einsatz von Wärmepumpen sowie der Ausbau erneuerbarer Energien. Bürgerinnen und Bürger können den Plan bis Anfang März einsehen, bevor der Stadtrat am 25. März darüber entscheidet.

Gute Ausgangslage durch bestehende Infrastruktur

Bei einer Informationsveranstaltung im Rathaus präsentierten Vertreter der Energieversorgung Mittelrhein (evm) und des Beratungsunternehmens endura kommunal die Ergebnisse. Oberbürgermeister Dirk Meid verwies dabei auf das bereits vorhandene Fernwärmenetz als Vorteil für die Stadt. Gleichzeitig machten die Experten deutlich, dass der Handlungsbedarf groß ist: Rund 87 Prozent der Gebäude im Stadtgebiet werden derzeit noch mit fossilen Energieträgern beheizt, viele Heizungsanlagen sind älter als 20 Jahre.

Abwärme und erneuerbare Energien als zentrale Bausteine

Ein wichtiger Ansatzpunkt ist die Nutzung von Abwärme. So soll das Abwärmepotenzial der ansässigen Papierfabrik stärker für die Fernwärme genutzt werden. Auch die Abwärme der Biogasanlage im Stadtteil Kürrenberg könnte für weitere Nahwärmenetze eingesetzt werden. Der Ausbau der Fernwärme ist vor allem im Stadtkern, im Schulareal und in Kürrenberg vorgesehen.

Individuelle Lösungen und Sanierungen

In Stadtgebieten ohne Fernwärmepotenzial setzt der Wärmeplan auf individuelle Lösungen, etwa Wärmepumpen oder Solarthermie. Zudem spielt die energetische Sanierung von Gebäuden eine zentrale Rolle. Vorgesehen ist eine jährliche Sanierungsquote von rund zwei Prozent. Um den steigenden Strombedarf zu decken, sieht der Plan auch den Ausbau von Wind- und Solaranlagen vor.

Bürgerbeteiligung und weiteres Vorgehen

In der Fragerunde interessierten sich viele Bürger für den Fernwärmeausbau und die Zukunft des Erdgasnetzes. Die evm betonte, dass das Erdgasnetz weiterhin betrieben werde und es derzeit keine Stilllegungspläne gebe. Der Entwurf des Wärmeplans liegt vom 21. Januar bis 2. März öffentlich aus und ist online abrufbar. Der Stadtrat soll am 25. März über den Plan entscheiden.