Der Vorfall ereignete sich am Sonntag am Koblenzer Hauptbahnhof. Laut Polizei hörten zwei Zeuginnen einen lauten Knall. Kurz danach stürzte der Mann zu Boden. Eine Notärztin leistete sofort erste Hilfe, anschließend kam der 35-Jährige in eine Klinik. Die Verletzungen sind so schwer, dass er nach Angaben der Polizei möglicherweise nicht überlebt.
Warum Bahnstrom so gefährlich ist
Viele denken: „Solange man nichts anfasst, passiert schon nichts.“ Genau das ist beim Bahnverkehr falsch. In Oberleitungen fließt Strom mit rund 15.000 Volt – das ist extrem viel. Die Bundespolizei erklärt, dass es nicht einmal direkten Kontakt braucht: Schon wenn man näher als etwa 1,5 Meter an die Oberleitung kommt, kann der Strom überspringen. Das passiert über sogenannte Lichtbögen – eine Art „Stromblitz“ durch die Luft. Ergebnis: schwerste Verbrennungen, Herzrhythmusstörungen, Sturzverletzungen – im schlimmsten Fall der Tod.
Besonders riskant ist deshalb das Klettern auf Masten oder auf abgestellte Waggons. Von oben ist die Oberleitung plötzlich viel näher, als es vom Bahnsteig aus wirkt. Dazu kommt: Man kann ausrutschen, den Halt verlieren oder durch den Stromschlag reflexartig weggerissen werden.
So schützt du dich – und was du tun kannst
- Nie auf Waggons, Masten oder Zäune klettern – auch nicht „nur kurz fürs Foto“.
- Abstand halten: An Bahnanlagen gilt: lieber zu viel Abstand als zu wenig.
- Wenn du so etwas siehst: Geh nicht näher ran und versuch nicht zu helfen, indem du die Person berührst. Ruf sofort den Notruf 112 (oder 110). Sag klar, dass es um eine Person an einer Bahnoberleitung geht.
- Bahnhöfe sind keine Spielplätze: Gleise und Stromanlagen sind Hochrisikobereiche – selbst, wenn gerade kein Zug fährt.
- Die Polizei und Bundespolizei warnen immer wieder: Bahnstrom verzeiht keine Fehler. Ein kurzer Moment Leichtsinn kann lebenslange Folgen haben.
