Neuzugang einer bedrohten Haustierrasse im Neuwieder Zoo

Neuwied |

Ein eher seltener Anblick erwartet die Besucherinnen und Besucher des Zoo Neuwied: Mit dem Einzug eines männlichen Marderkaninchens ist erstmals diese besondere Kaninchenrasse im größten Zoo von Rheinland-Pfalz zu sehen. Typisch für Marderkaninchen ist ihr fein abgestuftes Farbmuster, das an das Fell eines Steinmarders erinnert – und sie deutlich von vielen anderen Kaninchenrassen unterscheidet. Der Neuzugang bereichert den Bereich für Haus- und Nutztiere und rückt zugleich eine bedrohte Haustierrasse in den Fokus.

Eine Rasse mit besonderer Geschichte

Marderkaninchen entstanden nahezu zeitgleich in mehreren Ländern. In Deutschland wurden sie durch die Kreuzung verschiedener Kaninchenrassen – darunter Havanna-, Thüringer-, Chinchilla- oder Blauer-Wiener-Kaninchen – gezüchtet. Erstmals öffentlich präsentiert wurden sie 1924 auf einer Ausstellung in Hamburg.

Warum das Marderkaninchen als gefährdet gilt

Heute zählt die Rasse als gefährdet. Ein zentraler Grund ist ihre sogenannte Spalterbigkeit: Werden zwei äußerlich gleich gefärbte braun-blaue Marderkaninchen miteinander verpaart, zeigt nur etwa die Hälfte der Jungtiere dieselbe Fellfarbe. Die übrigen Nachkommen sind entweder weiß oder dunkel gefärbt. Diese genetische Besonderheit erschwert eine planbare Zucht und macht den langfristigen Erhalt der Rasse besonders anspruchsvoll.

Ausbau des Bestands und Bildungsauftrag

Perspektivisch möchte der Zoo Neuwied den Bestand erweitern: Im kommenden Jahr soll voraussichtlich ein weibliches Marderkaninchen dazukommen. Langfristig will der Zoo damit einen Beitrag zum Erhalt dieser seltenen Rasse leisten. Bis dahin lebt der Neuzugang gemeinsam mit den Meißner Widdern in einer Anlage – auch diese zählen zu den bedrohten Haustierrassen, deren Bestände in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen sind.

Der Zoo Neuwied versteht die Präsentation bedrohter Haustierrassen als wichtigen Bestandteil seiner Bildungsarbeit. Besucherinnen und Besucher sollen dafür sensibilisiert werden, dass Schutz und Erhalt nicht nur exotische Wildtiere betrifft, sondern auch traditionelle Nutz- und Heimtierrassen, die zunehmend aus dem Alltag verschwinden.

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