Beim Besuch im Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) machte Pistorius klar: Die Beschaffung muss künftig spürbar schneller werden. Zwar lobte er ausdrücklich, dass das Amt das 100-Milliarden-Euro-Sondervermögen zusätzlich zu den laufenden Etats gestemmt habe und bescheinigte eine „wahnsinnige Kraftanstrengung“. Doch die Aufgaben wachsen: Künftig müssten Jahr für Jahr „dreistellige Milliardenbeträge“ umgesetzt werden. Dafür brauche es mehr Agilität, Innovation – und Geschwindigkeit.
„Keine Kritik an den Mitarbeitern“ – Fokus auf Prozesse
Wichtig war Pistorius dabei ein klarer Punkt: Seine Forderung sei nicht als Schelte für die Belegschaft zu verstehen. Es gehe nicht um einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern um Strukturen, Abläufe und Entscheidungswege. „Wir müssen Fesseln abwerfen“, sagte der Minister, Hindernisse und Bremsen müssten gelöst werden, damit Projekte schneller auf die Straße kommen.
Drohnen im Wochenrhythmus – Amt soll „zukunftsfest“ werden
Der Minister sieht die Anforderungen weiter steigen: Mit mehr Soldatinnen und Soldaten müsse auch mehr Material beschafft werden. Damit würden automatisch mehr Systeme betrieben und instand gehalten. Gleichzeitig verkürzen sich Innovationszyklen rasant: Bei Drohnen lägen sie teils nur noch bei sechs bis zwölf Wochen. Pistorius’ Ziel: Das Beschaffungsamt solle „zukunftsfest“ aufgestellt werden, um mit dieser Dynamik Schritt zu halten.
Der Besuch fand unmittelbar vor dem Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine statt. In Koblenz sprach Pistorius mit der Amtsleitung und rund 1.000 Beschäftigten. Er stellte sich demonstrativ hinter den Standort: In Koblenz werde „Großartiges geleistet“, betonte er, „allen Unkenrufen der Jahre davor zum Trotz“.
