Von den drei Spitzenmannschaften hat die SG Schneifel überraschend Federn lassen müssen. Die Westeifler kamen in Wirges nicht über ein 2:2-Unentschieden hinaus. Ahrweiler (5:2 gegen Bitburg) und Wittlich (4:1 gegen Hochwald) ließen im Kampf um die Spitze nichts anbrennen.
Im Tabellenkeller hat sich durch die Resultate des Spieltags alles noch enger zusammengeschoben.
Zwischen dem Tabellenelften Kirchberg (22 Punkte) und dem Tabellenvorletzten Arzfeld (16 Punkte) liegen gerade einmal sechs Punkte. Mittendrin in dieser Gruppe sind Mendig (13., 20 Pkt.), Immendorf (14., 20 Pkt.), Laubach (15., 19 Pkt.) und Rübenach (16., 18 Pkt.).
SG 2000 Mülheim-Kärlich : SG 99 Andernach 3:1 (2:1)
Ein gutes, mitunter aber auch sehr hektisches Spiel bekamen die 227 Zuschauer am Freitagabend in Mülheim geboten. Die Gäste aus der Bäckerjungenstadt erwischten dabei den besseren Start und kamen zu Chancen. In der 25. Minute gab der oft unsichere Schiedsrichter Julian Jung Handelfmeter für die Gäste. Mike Borger traf vom Punkt zur nicht unverdienten 0:1 Führung (25.). Nur drei Minuten später antwortete der Tabellenvierte. Der überragende Tizian Sauer drückte einen Freistoß von Pascal Steinmetz zum Ausgleich über die Linie (28.). Dafür sollte er nach dem Spiel ein Extralob seines Trainers Nenad Lazarevic bekommen. "Tizi hat das heute überragend gemacht."
Nachdem nach einer halben Stunde das Schiedsrichtergespann bei zwei Fouls hüben wie drüben weiterspielen ließ und es danach zu einer Rudelbildung kam, musste Andernach wechseln. Leon Schmitz, der vorsorglich ins Krankenhaus gebracht werden musste, wurde durch Andernachs Winterneuzugang Drinor Demiraj ersetzt (31.).
In der 44. Minute das 2:1 für Mülheim. Pascal Heuser legte den Ball zu Steinmetz, der zur Führung traf. "Vorher war ein klares Foulspiel an unserem Spiel. Eine krasse Fehlentscheidung des Schiedsrichters", tobte Kossmann nach dem Spiel.
Auch im zweiten Abschnitt sahen die Fans ein gutes Rheinlandligaspiel. Sowohl Andernach als auch Mülheim-Kärlich hatten ihre Gelegenheiten. Für zwei harmlose Fouls sah der eingewechselte Demiraj in der 90. Minute. Als Andernach alles oder nichts ging, machte Martin Jacobs mit dem 3:1 den Deckel drauf.
Lazarevic: "Es war ein hitziges Spiel mit vielen Zweikämpfen. Leider hat der Schiedsrichter keinen guten Abend erwischt, mit Fehlentscheidungen auf beiden Seiten. Ich denke, am Ende war der Sieg für uns verdient." Das sah sein Gegenüber Kossmann anders: "Uns hat leider über neunzig Minuten die letzte Konsequenz vor dem Tor gefehlt. Für mich war Andernach die bessere Mannschaft."
TuS Immendorf : VfB Linz 2:0 (0:0)
Der TuS Immendorf hat am Sonntagnachmittag drei wichtige Punkte eingefahren. Vor 120 Zuschauern siegte das Team von Marvin Schenk verdientermaßen mit 2:0.
"In Summe ein verdienter Sieg für uns", freute sich TuS Trainer Marvin Schnenk nach der Partie. "Wir waren griffiger, hatten auch mehr Gelegenheiten als der Gegner. Die Zuschauer haben ein gutes und intensives Rheinlandligaspiel gesehen", sagte Schenk und auch VfB Trainer Thomas Schuster stimmte seinem Kollegen zu. "Ein verdienter Sieg für Immendorf."
Nach zwei früher Lattentreffern dauerte es bis zur 60. Minute zur Immendorfer Führung. Nach einem Standard stand Jan Knopp goldrichtig und erzielte das 1:0. Die Entscheidung in der 79. Minute. Nachdem der Schiedsrichter bei einem Freistoß der Rot-Weißen ein Linzer Handspiel sah, gab es Handelfmeter für den TuS. Andreas Nicoly traf zum 2:0. Erst danach wehrten sich die Linzer, trafen zweimal die Latte des TuS Gehäuse.
Am Ende blieb es beim 2:0-Sieg. "Beim Blick auf die anderen Resultate war der Sieg Gold wert", atmete Schenk tief durch.
SV Laubach : VfB Wissen 1:0 (0:0)
Es war ein überlebenswichtiger Sieg für den SV Laubach vor rund 100 Zuschauern in Laubach. Lucas Christof erzielte nach einem schnell ausgeführten Einwurf von Lars Oster und direkter Weiterleitung durch Julian Schmitz den Treffer des Tages (75.).
Laubach hätte schon früh in Führung gehen können, als Finn Jordan die Führung auf dem Fuß hatte. Und so entwickelte sich auf dem tiefen aber gut bespielbaren Rasenplatz ein echter Fight. Wissen hatte es dem mehrmals prächtig reagierenden Lukas Litsche zu verdanken, dass man nicht in Rückstand geriet. Auf der anderen Seite hielt Jonas Landen seinen Kasten sauber. Am knappen, aber dennoch verdienten Sieg der Hausherren änderte sich nichts mehr. Laubachs Trainer Tobias Jakobs fiel ein Stein vom Herzen "Ein ganz wichtiger Sieg für uns, auch für die Moral. Wir hatten mehr Spielanteile und die Ergebnisse von den anderen Plätzen haben uns in die Karten gespielt. Jetzt wird es ein richtig heißer Abstiegskampf."
Für die Siegerländer hingegen scheinen bereits früh die Lichter auszugehen. Bei neun Punkten aus zwanzig Spielen wird es sehr schwer werden mit dem Klassenerhalt.
Ahrweiler BC : FC Bitburg 5:2 (2:0)
Die Premiere des neuen Ahrweiler Spielertrainers Markus Pazurek ist geglückt. Am Ende setzte sich der Tabellenführer gegen den FC Bitburg deutlich mit 5:2 durch. Bitburg startete besser in die Partie vor 200 Zuschauern im Apollinaris Stadion. Das sollte sich allerdings in der 15. Minute ändern, als Bitburgs Maximilian Koch unmittelbar vor dem Strafstoß Almir Porca zu Fall brachte. Rote Karte für Koch, Freistoß für Ahrweiler, den Thomas Idel zum 1:0 verwandelte (17.).
Der ABC hatte nun das Spiel im Griff und erhöhte durch Ricardo Schuh kurz vor dem Pausenpfiff auf 2:0.
Bitburg gab sich trotz Unterzahl nicht geschlagen. Benedikt Häb verkürzte in der 48. Minute auf 2:1. Ümit Kuzu stellte mit dem 3:1 (53.) den alten Abstand wieder her. Dann war Bitburg wieder dran. Kevin Fuchs brachte sechs Minuten später die Bierstädter wieder heran. Mit der zweiten Roten Karte gegen den Bitburger Häb (77.) wegen Schiedsrichterbeleidigung war die Vorentscheidung gefallen. Mit zwei Spielern in Überzahl nutzte Ahrweiler die Räume zu zwei weiteren Toren. Nam-Ju Lee nutzte in der 80. Minute einen eklatanten Fehler des Bitburger Keepers zum 4:2, den Schlusspunkt setzte Almir Porca mit dem 5:2 (87.).
"Am Ende interessieren nur die drei Punkte. Wie das Spiel und das Ergebnis zustande kamen, danach fragt in ein paar Tagen keiner mehr", bilanzierte Pazurek den mühevollen Re-Start ins neue Jahr.
FV Rübenach : SV Eintracht Mendig 2:1 (0:1)
So hatte man es sich bei der Mendiger Eintracht nicht vorgestellt. Der Tabellendreizehnte Mendig unterlag dem Tabellensechzehnten Rübenach mit 1:2 und steckt nach den Ergebnissen auf den anderen Plätzen voll im Abstiegskampf.
Die Vulkanstädter kamen vor 160 Zuschauern besser ins Spiel. Nach einer Ecke in der siebten Minute spitzelte Nikolas Groß den Ball zur frühen Führung ins Rübenacher Tor. "Wir hatten danach einige gute Umschaltstationen, konnten vorne aber die Bälle nicht halten", haderte Mendigs Trainer Damir Mrkalj und: "Wir haben zwar über weite Strecken wenig zugelassen, hatten aber kaum Entlastung nach vorne."
Und so drehten die Rübenacher in der zweiten Halbzeit das Spiel. Nach einem gewonnenen Zweikampf brachte Lorenz Canaj den Ball ins Zentrum, wo Philipp Pitkowski den Ball zum Ausgleich in die Maschen drückte. (67.) Erst jetzt erwachten die Mendiger und hätten um ein Haar die neuerliche Führung erzielt. Brice Mitel hatte aus sechzehn Metern abgezogen, sein Ball klatschte vom Innenpfosten zurück ins Feld (83.). Mrkalj: "Nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Matthias Wengenroth haben wir leider im Mittelfeld unsere Statik verloren." Und dies nutzten die Hausherren kurz vor Schluss zum umjubelten Siegtreffer. Über den eingewechselten Hamza Aliou kam der Ball ins Zentrum, wo wiederum Pitkowski traf.
"Jetzt sind wir mittendrin im Abstiegskampf", seufzte Mrkalj und ergänzte "Vielleicht kam dieser Warnschuss zur rechten Zeit."
Ganz anders war natürlich die Laune bei Rübenachs Trainer Benedikt Lauer. "Es war ein sehr intensives Spiel mit dem besseren Start für Mendig. Vorne ging bei uns in der ersten Halbzeit wenig, in der zweiten Hälfte haben wir es besser gemacht. Die vier Wechsel haben uns heute geholfen. Meine Jungs haben das Spiel gut angenommen und am Ende haben wir das Spiel drehen können."
Die weiteren Spiele:
- SG Arzfeld : FV Morbach 4:2
- SpVgg Wirges : SG Schneifel 2:2
- RW Wittlich : SG Hochwald 2:1
- TuS Kirchberg : Eintracht Trier II 1:1
