Kunden der Telekom in Koblenz und der Region müssen sich am Dienstag auf Einschränkungen einstellen. Ein erneuter Warnstreik im laufenden Tarifkonflikt könnte längere Wartezeiten im Kundenservice, Terminabsagen und Verzögerungen beim Glasfaserausbau nach sich ziehen.

Koblenz |

Verdi erhöht den Druck auf die Telekom

Im Tarifstreit mit der Deutschen Telekom hat die Gewerkschaft Verdi für Dienstag erneut zu einem Warnstreik in Rheinland Pfalz und im Saarland aufgerufen. Hintergrund ist die dritte Verhandlungsrunde mit dem Arbeitgeber. Mit der Arbeitsniederlegung will die Gewerkschaft den Druck auf den Konzern erhöhen.

Betroffen sind unter anderem die Telekom Standorte in Koblenz, Mainz, Bad Kreuznach, Kaiserslautern, Neustadt an der Weinstraße, Ludwigshafen, Trier und Saarbrücken. Nach Angaben von Verdi werden rund 700 Beschäftigte erwartet, die sich an dem Streik beteiligen.

Für Kundinnen und Kunden kann das spürbare Folgen haben. Die Erreichbarkeit des Unternehmens könnte eingeschränkt sein, technische Serviceanfragen könnten sich verzögern und auch der Ausbau des Glasfasernetzes dürfte langsamer vorankommen. Zudem sind abgesagte Kundentermine möglich. Die Notversorgung bleibt laut Gewerkschaft gesichert.

Streit um Löhne und Verhandlungsführung

Verdi fordert für die bundesweit rund 60.000 Tarifbeschäftigten eine Lohnerhöhung von 6,6 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Zusätzlich verlangt die Gewerkschaft einen jährlichen Bonus von 660 Euro für Mitglieder sowie eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 120 Euro monatlich. Auch hier ist ein zusätzlicher Bonus für Gewerkschaftsmitglieder vorgesehen.

Die zweite Verhandlungsrunde war Ende April ohne Angebot der Arbeitgeberseite beendet worden. Seit Beginn der Proteste am 28. April haben sich laut Verdi bereits mehr als 10.000 Beschäftigte bundesweit an den Warnstreiks beteiligt.

Kritik kommt auch an der Verhandlungsstrategie des Konzerns. Verdi Arbeitskampfleiter Pascal Röckert wirft der Telekom vor, im operativen Geschäft konzernweite Zusammenarbeit einzufordern, in Tariffragen jedoch keine gemeinsamen Verhandlungen für alle Unternehmensbereiche zuzulassen. Erstmals wurden deshalb auch Beschäftigte weiterer Konzerngesellschaften zu Solidaritätsstreiks aufgerufen.