Nach dem überzeugenden Heimsieg gegen die SG Saulheim in der Vorwoche hatten die Vallendarer Löwen am vergangenen Samstag bereits wieder Heimrecht. Zum kleinen Rheinland-Derby gastierte die HSG Kastellaun/ Simmern in der Sporthalle auf dem Mallendarer Berg.

Vallendar/Kastellaun |

Die Gäste aus dem Hunsrück reisten nach drei Siegen in Folge mit viel Selbstbewusstsein an und konnten sich komfortabel von den Abstiegsrängen absetzen.

Hochspannung von Spielbeginn an

In der gut gefüllten Halle sahen die Zuschauer von Beginn an ein Spiel mit offenem Visier. Beide Mannschaften gingen viel Tempo und schalteten nach Gegentoren oder Ballgewinnen direkt um. So stand es in einem ausgeglichenem Spiel nach 9 Minuten 6:6. Dann aber fand die Löwen-Deckung besseren Zugriff auf den Hunsrücker Angriff und zog angeführt vom starken Torben Waldgenbach bis zur 15. Minute auf 10:6 weg.

Kastellaun nahm infolgedessen eine Auszeit, die auch ihre Wirkung hatte. Die Jungs vom HVV ließen in dieser Phase zu viele gute Torchancen liegen, sodass die Gäste in der 24. Minute ausgleichen konnten. Zusätzlich leistete man sich bis zur Pause zwei Zeitstrafen, die die Waldgenbach-Sieben etwas aus dem Konzept brachten. Die Gäste nutzten die sich bietenden Möglichkeiten, sodass die Jungs vom HVV in einem umkämpften Spiel mit einem 14:16-Rückstand in die Pause gingen.

Aufholjagd des HVV

Den besseren Start in den zweiten Durchgang erwischte der HVV. Christian Schröder egalisierte mit zwei Toren innerhalb von 20 Sekunden die Kastellauner Führung. Dann erhielten die Gäste aufgrund von Undiszipliniertheiten und überharten Fouls innerhalb kürzester drei Zeitstrafen. Die Vallendarer Löwen konnten diese Überzahlsituationen allerdings nicht gut genug nutzen und verpassten es sich in dieser Phase abzusetzen. Den unauffälligen Ex-Profi Sasa Puljizovic hatte man das ganze Spiel über gut im Griff. 

Im zweiten Durchgang war es allerdings Rückraumshooter Kilian Kötz, der das Spiel quasi im Alleingang aus Kastellauner Sicht offenhielt und nie in den Griff zu bekommen war. Kapitän Oli Lohner brachte mit dem 24:23 in der 47. Minute die Führung und im Anschluss entschieden die Unparteiischen nach Foulspiel des erfahrenen Kastellauner Akteurs Andrius Zigelis auf rote Karte. In Überzahl konnte man dann die Führung durch den treffsicheren Rechtsaußen Cedric Busse auf 25:23 ausbauen, doch Kastellaun blieb dran und glich immer wieder aus. 

Packendes Finale und verdienter Sieg

Beim 27:27 in der 52. Minute erwarteten alle Zuschauer eine nervenaufreibende Schlussphase. Durch Treffer von Waldgenbach und Schröder, nach einem sehenswerten Freiwurftrick, ging man mit zwei Toren in Führung und baute diese im Anschluss sogar auf 30:27 aus. Die Hunsrücker bäumten sich nochmal auf, schafften 80 Sekunden vor Schluss sogar noch einmal den Anschluss und wahrten sich so die Chance auf einen Punktgewinn. Doch der letzte Angriff wurde von der Waldgenbach-Sieben clever runtergespielt und Oli Lohner entschied die Partie mit dem 31:29 15 Sekunden vor Schluss zu Gunsten des HVV.

Stimmen zum Spiel:

Wir haben es am Ende sehr clever gemacht. Es war das erwartet schwere Spiel gegen einen Gegner, der über eine starke erste Sechs verfügt. Wir sind in einem umkämpften Derby cool geblieben und haben sicherlich auch nicht unverdient gewonnen. - Veit Waldgenbach (Trainer HV Vallendar)

Wir wussten von Beginn an, dass wir den Kampf annehmen müssen. Das haben wir auch getan, es aber in ein paar Phasen verpasst unsere Führung entscheidend auszubauen. Insgesamt war es aber eine gute Mannschaftsleistung und ein verdienter Derbysieg, auf dem wir jetzt aufbauen und in Nieder-Olm in der kommenden Woche nachlegen wollen. - Oliver Lohner (Kapitän HV Vallendar)

Am kommenden Samstag, 9. März, reisen die Vallendarer Löwen dann zum TV Nieder-Olm. Anwurf in der Sporthalle der IGS in Nieder-Olm ist um 20 Uhr.