In der dunklen Jahreszeit steigt die Gefahr für Einbrüche, Diebstähle, Online-Abzocke und falsche Spendensammler. Polizei und Verbraucherzentrale erklären, wie man sich schützen kann – gerade jetzt vor Weihnachten.

Region Koblenz |

Wenn es früh dunkel wird und viele mit Weihnachtseinkäufen, Paketen und Spenden beschäftigt sind, haben Kriminelle Hochsaison. Das Landeskriminalamt (LKA) Rheinland-Pfalz warnt vor allem vor Einbrüchen. Die Täter nutzten die frühe Dunkelheit, weil sie so leichter erkennen könnten, ob jemand zu Hause sei – und das Entdeckungsrisiko sinke.

Neben Wohnungseinbrüchen registriert die Polizei in der dunklen Jahreszeit vermehrt Diebstähle aus Autos, Sachbeschädigungen an Fahrzeugen, Taschendiebstahl und Straßenraub etwa auf Weihnachtsmärkten, in Fußgängerzonen oder an Bahnhöfen. Hinzu kommen Betrug und Trickbetrug, Vandalismus, Graffiti, Fahrraddiebstähle und Cybercrime.

Im vergangenen Jahr wurden in Rheinland-Pfalz laut LKA rund 2600 Wohnungseinbrüche registriert, davon etwa 1400 vollendete Taten. Der Schaden durch die erbeuteten Wertsachen lag bei rund 12,3 Millionen Euro.

Kriminalhauptkommissar Matthias Haben aus Koblenz rät deshalb, grundsätzlich aufmerksam zu bleiben, verdächtige Beobachtungen zu melden und bei Anfragen – ob an der Haustür, am Telefon oder online – misstrauisch zu sein. Sensible Daten sollten generell nicht leichtfertig weitergegeben werden. Auch eine gute Außenbeleuchtung kann Gelegenheitstäter abschrecken.

Einbruchschutz: Mechanik, Technik, Verhalten

Beim Einbruchschutz komme es vor allem auf drei Punkte an, sagt Haben: Mechanik, Technik und Verhalten.

Die wichtigste Grundlage sei eine stabile, mechanische Sicherung von Türen und Fenstern. Gut gesicherte Eingänge erschwerten es Einbrechern erheblich, sich Zutritt zu verschaffen. „Die meisten Täter geben auf, wenn sie nicht innerhalb weniger Sekunden ins Objekt kommen“, so der Experte.

Zusätzlich können Bewegungsmelder, Außenbeleuchtung oder smarte Kameras helfen. Wichtig sei dabei geprüfte Qualität und eine fachgerechte Installation.

Eine große Rolle spiele auch das eigene Verhalten:

  • Türen immer abschließen, Fenster vollständig schließen – auch bei kurzer Abwesenheit.

  • Wertgegenstände nicht offen sichtbar liegen lassen.

  • Keine Ersatzschlüssel außerhalb der Wohnung verstecken.

  • Anwesenheit vortäuschen, etwa mit Zeitschaltuhren für die Beleuchtung.

  • In sozialen Netzwerken keine Hinweise auf längere Abwesenheiten posten.

Online-Shopping und Phishing: So erkennen Sie Fallen im Netz

Zur Weihnachtszeit verlagern sich viele Einkäufe ins Internet – auch das nutzen Betrüger aus. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnt vor unseriösen „Asia-Shops“, die im Netz oft wie deutsche Online-Shops wirken. Tatsächlich komme die Ware aber aus Fernost und sei häufig minderwertig, berichtet Andrea Steinbach vom Fachbereich Digitales der Verbraucherzentrale in Mainz.

Oft sähen die Produkte auf den Internetseiten hochwertig aus, geliefert werde dann jedoch „Schrott“. Probleme gebe es auch bei der Rücksendung: Häufig fehle ein Retourenlabel, der Händler sei nicht mehr erreichbar und die Versandkosten ins Ausland seien teurer als der Warenwert – Verbraucher blieben so auf der Ware sitzen.

Zudem gibt es Fake-Shops, bei denen bezahlt wird, aber nie Ware ankommt. Die Verbraucherzentrale bietet online einen Fakeshop-Finder an, mit dem man die Internetadresse eines Shops prüfen kann, bevor man bestellt.

Vor Weihnachten häufen sich außerdem Phishing-Mails und SMS. Darin heißt es etwa, es müssten angeblich noch Zollgebühren bezahlt oder Kreditkartendaten „verifiziert“ werden. Auf Links in solchen Nachrichten sollte man keinesfalls klicken, rät Steinbach – besser die Nachricht löschen.

Spenden: Seriöse Organisationen sorgfältig prüfen

In der Vorweihnachtszeit werben zahlreiche Organisationen um Spenden – per Brief, an der Haustür oder telefonisch. Gerade hier sollten sich Menschen nicht unter Druck setzen lassen, sagt Sven Brauers von der landesweiten Spendenaufsicht bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier, auch dann nicht, wenn kleine Geschenke wie Schmuck beiliegen.

Wichtig sei, genau zu prüfen, um welche Organisation es sich handelt und ob diese als gemeinnützig anerkannt ist. Wer an der Haustür sammelt, braucht eine offizielle Erlaubnis – diese sollte man sich zeigen lassen. Vorsicht ist auch bei Werbeanrufen geboten: Kontodaten zum Lastschrifteinzug sollten am Telefon nicht herausgegeben werden.

Eine Alternative kann sein, in der eigenen Region zu spenden – etwa an den örtlichen Tierschutzverein. Dort lasse sich leichter nachvollziehen, was mit dem Geld passiert.

Auch in sozialen Netzwerken sind Betrüger aktiv. Das LKA warnt vor gefälschten Profilen, die sich als bekannte Hilfsorganisationen ausgeben oder komplett erfundene Vereine darstellen. Um Vertrauen zu gewinnen, nutzen sie teils seriös wirkende Zahlungsanbieter wie Paypal.

Wer unsicher ist, sollte einen Blick ins Impressum werfen: Verantwortliche und Sitz der Organisation müssen dort erkennbar sein. Bei Zweifeln helfen zudem ein Blick in Satzung und Jahresberichte oder eine gezielte Internetsuche nach der Organisation. So kann man verhindern, dass gut gemeinte Spenden am Ende in den Taschen von Betrügern landen.