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Sportstudenten zu Gast in der Rhein-Mosel-Werkstatt

Foto: Rhein Mosel Werkstatt


Die Sonne lachte mit den Sporttreibenden um die Wette, als auf dem Sportgelände der Rhein-Mosel-Werkstatt in Koblenz ein besonderes Zirkeltraining abgehalten wurde – ein tolles Erlebnis für alle Beteiligten.

Nachdem im Frühling dieses Jahres schon einmal ein Sportstudententrio zu Gast gewesen war, um eine Spielekonsole für Bewegungseinheiten zu übergeben, waren es dieses Mal erneut drei junge Männer aus einem Projektseminar von Sportdozentin Annika Brunsemann. Das gestellte Thema hieß “Inklusion und Heterogenität im Schulsport“ und die konkrete Fragestellung: Wie können wir Menschen mit Behinderung in Zeiten der Pandemie sportlich aktivieren?

Yannic Koch, Jonas Knopp und Janik Stähler erarbeiteten dazu ein Zirkeltraining und nannten es “Fit and Fun“. Rhythmische Bewegungen, Fitnesselemente, Koordinations- und Yogaübungen wurden kombiniert, um eine 45-minütige Bewegungseinheit durchzuführen.

Über den gemeinsamen Partner Special Olympics Rheinland-Pfalz kam das Studententrio zur Rhein-Mosel-Werkstatt. Für den Leiter Bildung und Rehabilitation Reiner Plehwe eine Steilvorlage, um den Werkstattalltag einmal mehr zu bereichern. „Werkstatt ist mehr als ein Arbeitsplatz“, sagt Reiner Plehwe, der unter anderem als Inklusionslotse für den Landessportbund ehrenamtlich aktiv ist. Und die Erwartungen sollten erfüllt werden, denn die Premiere entwickelte sich zu einer inklusiven Sporteinheit, getragen von guter Laune und Spaß.

„Es war unsere erste Begegnung mit beeinträchtigten Menschen“, erklärte Janik Stähler im Anschluss, „und ich bin so froh über diese positiven Eindrücke.“ Sein Kollege Yannic Koch ergänzte: „Und wir sind überrascht über die Bewegungsfreude der jungen Leute“.

Die Teilnehmenden aus dem Berufsbildungsbereich präsentierten sich nicht nur motiviert, sondern sogar sportlich einheitlich gekleidet. „Sport spielt in unserer Einrichtung eine große Rolle“, erläuterte Reiner Plehwe, „denn wir haben auch eine Verantwortung, was den nötigen Ausgleich neben der Arbeit anbetrifft." Christopher Gottke, der als Rehabilitationspädagoge den Berufsbildungsbereich mit betreut ergänzte: „Dieses Auftreten hier in der Gemeinschaft hat lange gefehlt. Es stärkt die sozialen Kompetenzen und fördert die positive Stimmung.“ Passend dazu war die musikalische Komponente zur Begleitung des Zirkeltrainings. Damit hatten die Studenten gerechnet. „Tanzen macht Musik sichtbar“, freute sich Jonas Knopp und sprach für das Trio am Ende ein großes Lob und ein “Dankeschön“ an die Teilnehmenden aus: „Unsere erste praktische Erfahrung war noch viel besser, als wir es uns vorgestellt hatten.“ Die Sportlerinnen und Sportler holten im Rahmen ihrer individuellen Leistungsmöglichkeiten alles aus sich raus. Dabei ist die Spanne, aufgrund verschiedenster Beeinträchtigungen groß. Rollstuhlfahrerin Zainab Harb absolvierte zum Beispiel die meisten Übungen mit Oberkörper und Armen und war einfach nur stolz: „Das glauben mir meine Eltern nie, dass ich bei sowas mitgemacht habe“, frohlockte die junge Frau.

„Genau diese Komponente war uns sehr wichtig“, die drei Studenten präsentierten ein Programm, das Differenzierungen bei der Ausführung mit sich bringt. Die Corona-Konformität war ohnehin Grundlage der Planungen und bei der Durchführung auch problemlos umsetzbar.

So waren am Ende alle froh, zufrieden und es herrschte ein einhelliger Tenor: „das machen wir noch häufiger zusammen“. Der Startschuss für eine weitere Zusammenarbeit ist gegeben. „Wir werden dieses Zirkeltraining nun auch über unsere Sportlehrer und -Lehrerinnen weiter in die Werkstatt tragen“, nahm Reiner Plehwe den Ball auf und die Studenten spielten den Doppelpass: „Dazu kommen wir auch gerne wieder hier her.“