Aber einer der erfolgreichsten Vereine war in der nun 71-jährigen Geschichte dieses Wettbewerbs der TuS Mayen. Viermal wurde der Verein Rheinlandpokalsieger. Nur Eintracht Trier mit stolzen 15 Titeln, der FSV Salmrohr mit neun und TuS Koblenz mit fünf Siegen waren erfolgreicher. 1966 gewann der TuS in Montabaur mit 1:0 gegen die Sportfreunde Herdorf, 1974, in dem Jahr in dem die deutsche Nationalmannschaft zum zweiten Mal Weltmeister wurde, bezwang Mayen im Finale in Bitburg die Eintracht aus Trier mit 1:0. Zwei Jahre später gab es in Neuwied ein klares 3:0 gegen die Spielvereinigung Andernach und 2004 beim letzten Sieg wurde Betzdorf in Mülheim-Kärlich im Elfmeterschießen mit 3:0 geschlagen.
Der Lohn für die Siege im regionalen Pokal war die Teilnahme an der ersten DFB-Pokalrunde. Mayen durfte 1974, 1975 (Es gab 1975 wegen der Neugliederung im Fußball, Einführung zweite Bundesliga, keinen Pokalwettbewerb der Länder, so dass Mayen als Pokalsieger 1974 im DFB Wettbewerb mitspielen durfte), 1976 und 2004 auf nationaler Ebene dabei sein. Es gab zwar in den Spielen gegen Rapide Wedding, die Sportfreunde Schwäbisch-Hall, Hertha Zehlendorf und den VfB Stuttgart keinen Sieg, aber vor allem das Spiel 2004 im Stadion im Nettetal gegen den VfB war einer der Höhepunkte in der Mayener Fußballgeschichte. 7000 Zuschauer brachten am 7. August 2004 zum letzten Mal ganz großen Glanz in die Welt der TuS. Tribünen wurden aufgebaut, die Region lebte den Pokaltag mit. Oberligist TuS Mayen spielte mit Dehe, Schmitt, Eckl, Merling, Malcangi, Pauls, Eckl, Steffes, Hertlein, Eirich und Rutz. Trainer war Stefan Ruthenbeck. Trainer Matthias Sammer vom VfB Stuttgart bietet Hildebrand, Hinkel, Stranzl, Meira, Lahm, Soldo, Meißner, Hleb, Heldt, Cacau und Kurany auf. Die Partie ist unvergessen, wenn auch einseitig. Der VfB gewinnt mit 6:0 Toren und zweimal trifft Kurany.
Horst Rittenbruch war vor 21 Jahren Vorsitzender des TuS Mayen, Josef Brodam sein Stellvertreter. Und Uwe Hoffmann, Leiter des Fachbereichs 1 der Stadt Mayen, und Bernd Rothbrust waren 2024 die Hauptorganisatoren des Pokalspiels gegen den VfB. Uwe Hoffmann erinnert sich gut an das Spiel: “Es war ein Spektakel und in der Vorbereitung hat uns natürlich am meisten die Frage beschäftigt, wie viele Zuschauer denn kommen würden. Die 7000, die es wurden, waren das größte, was das Stadion im Nettetal jemals erlebt hat. Die Erinnerung ist heute noch mit viel Wehmut begleitet“, erzählt Uwe Hoffmann, ein Leben lang ein TuS-Fan.
Das mit dem letzten Pokalsieg und dem Spiel gegen Stuttgart ist jetzt 21 Jahre her. Es ist das letzte Mal gewesen, dass ein fußballerisches Beben durch das Nettetal zog. Die Sehnsucht nach Ähnlichem ist geblieben. Mayen hatte schon immer den Ruf, im Fußball das Außergewöhnliche zu schaffen. Es ist einmal wieder an der Zeit. Vielleicht gelingt ja in dieser Saison der Wiederaufstieg in die Rheinlandliga.
