Vater Karl-Heinz hatte ihn zum Judo gebracht. Er war Stefans Trainer und Freund. „Wir waren eine einzigartige Gemeinschaft“, sagt er. Längst lebt Stefan Dott in Frechen bei Köln, wo er studiert hatte und auch seine berufliche Heimat fand. Aber nach Urmitz kommt er immer wieder zurück. Bei wichtigen Veranstaltungen des Vereins ist er da.
Mit sechs Jahren kommt Stefan auf die Judomatte. Mutter und Vater leben den Sport vor, der Vater kämpft in der Bundesliga. Die Bedingungen in Urmitz sind alles andere als optimal. Umso überragender ist der Weg, den Stefan Dott gehen kann. 1987, 1988 und 1989 wird er Deutscher Juniorenmeister. Und 1987 und 1988 gewinnt er als Junior auch die Europameisterschaft. 1990 wird er Militär-Weltmeister. Im Einzel dann erringt er 1991 die Europameisterschaft in der 71 Kilo-Klasse. 1994 und 1995 wird er mit der Nationalmannschaft Europameister und ebenfalls mit der Mannschaft 1994 Vizeweltmeister. 1994 wird er auch Sieger des Weltturniers.
Seine Laufbahn aber krönt er mit zwei Teilnahmen an Olympischen Spielen. 1992 erlebt Stefan Dott Barcelona und schrammt mit dem fünften Platz knapp an einer Medaille vorbei. Vier Jahre später in Atlanta werden die Spiele zu einem Trauma für Stefan. Im Kampf um den Einzug in das Finale liegt er 30 Sekunden vor Schluss in Führung. Und dann passiert ein umstrittenes Kamprichterurteil gegen ihn. Nicht Gold oder Silber gewinnt er, sondern es wird wieder nur Platz 5. Stefan Dott ist so enttäuscht, dass er beschloss, nicht mehr an Olympischen Spielen teilnehmen zu wollen. Alles was er an deutschen Meisterschaften und europäischen Titeln erreichte, die Tatsache, dass er der einzige Judoka war, der aus der Region je an Olympischen Spielen teilnahm, die Gewissheit, in diesem Sport der Beste im Lande und über viele Jahre einer der besten auf dem Kontinent gewesen zu sein, all das konnte ihn nicht davon abhalten, sich für das Studium und gegen den Sport zu entscheiden.
Keiner hat den Judosport im Oberzentrum Koblenz mehr geprägt als Stefan Dott, der seinem Verein Urmitz immer treu blieb. Nur mit Olympia haderte er, wohl zu Recht. Und doch: zweimal an Olympischen Spielen teilgenommen zu haben, wer kann das schon nachweisen. Stefan Dott ist einer der ganz Großen.
