Er war ein Weltstar, ohne jemals Weltmeister oder Europameister gewesen zu sein.

„Ein Spieler wie Jan-Ove Waldner (schwedischer Tischtennis-Weltmeister 1987 und 1997 und Olympiasieger 1992) hat Geschichte geschrieben. Ich war immer nur Zweiter oder Dritter. Man wird mich schnell vergessen.“ Andrzej Grubba hat es gesagt, der große Tischtennisspieler, der überragende Trainer, der stolze Pole. Man wird ihn nie vergessen: nicht den Sportler, nicht den Menschen. Am 21. Juli 2oo5 starb er im Alter von nur 47 Jahren an einer Lungenkrebs-Erkrankung. Seine Frau Lucyna (75fache polnische Handball-Nationalspielerin) und die Söhne Tomek und Maciek halten heute seine Erinnerung in der „Andrzej-Grubba-Stiftung“ wach, die in Polen Nachwuchssportler unterstützt. Das Tischtenniszentrum in seiner Heimat trägt seinen Namen.

Beim ersten Spiel de Lottoelf am 19. Mai 1999 in Nörtershausen war Grubba mit dabei. Und weitere neun Spiele. Fußball liebte er sehr.

In der Spielzeit 1985/86 kam Grubba zum TTC Grenzau. Jahrelang hatte Vorsitzender Manfred Gstettner um ihn gekämpft. Auch bei mehreren Besuchen in Polen. Er wollte Grubba, weil er davon überzeugt war, mit ihm im Brexbachtal das ganz Besondere schaffen zu können. Und er setzte sich am Ende gegen die ebenfalls um Grubba werbende Konkurrenz aus Düsseldorf durch. Gstettner sollte wie so oft Recht behalten. 1986 wurde Grenzau Deutscher Meister, Deutscher Pokalsieger und Europapokalsieger. Natürlich mit Grubba. Bis 2006 folgten elf weitere Titel. An zehn davon war Grubba als Spieler und Trainer beteiligt. Der Pole, der während des Spiels auch schon einmal die Schlaghand wechselte, führte Grenzau in die Spitze, machte aus dem Verein in dem ganz kleinen Dorf einen in ganz Europa geachteten Tischtennisclub.

Gstettner und Grubba sind auf die zeitliche Distanz betrachtet das, was den Verein von vielen anderen unterschied. Mit einem außergewöhnlichen Vorsitzenden und diesem außergewöhnlichen Spieler entstand die Mischung aus sportlicher Klasse und menschlicher Stärke, eine Quelle der vielen Erfolge. Grubba war der perfekte Spieler, ein Gentleman an der Platte, das Gesicht einer Mannschaft, die durch ihn ein besonderes Format erhielt. Selbstbewusst war er, manchmal stur, vor allem aber klug, besessen und hungrig auf Erfolg. Das waren die herausragenden Merkmale des Andrzej Grubba. Da war kein Platz für Oberflächlichkeit.

Als er starb, verlor Polen einen seiner größten und bekanntesten Sportler (Grubba wohnte neben Arbeiterführer Lech Walesa in Danzig.). Und der kleine, große TTC Grenzau einen Spieler, wie es ihn sehr selten gibt. Dank Gstettner war er auf den Westerwald gekommen und die Menschen trauerten um ihn, als sei er bei ihnen „um die Ecke“ geboren. Düsseldorf oder die belgische Tischtennis-Hochburg Charleroi, sie alle wollten Grubba einmal in ihrer Mannschaft haben. 

In Grenzau hat er die längste und wichtigste Zeit seines Sportlerlebens verbracht. Er war ein Geschenk für den Sport und für eine ganze Region.