Mit 40 beginnt ein neues Jahrzehnt – und damit die Chance, bewusster und gelassener zu leben. Warum ein runder Geburtstag Grund zur Freude ist, welche Erkenntnisse die letzten 10 Jahre gebracht haben und was mich trotzdem am Älterwerden beschäftigt, erzählt diese Kolumne.

Mendig |

Ein neues Jahrzehnt: 40 werden und das Leben feiern

Noch einmal schlafen, dann ist es soweit: Ich werde 40. Ein Jubiläum, das für viele Menschen ein zwiespältiges Gefühl hervorruft. Geht es euch auch so? Einerseits fühlt es sich an, als wäre es gestern gewesen, dass ich noch mitten in meinen 20ern stand und das Leben mir wie eine unendliche Weite erschien. Andererseits liegen dazwischen zwei Schwangerschaften, unzählige berufliche Stationen und, wie man so schön sagt, „Erfahrungen fürs Leben“. Und plötzlich steht da diese Vier vorne, als stünde man an einer Weggabelung.

Meine 30er waren ein Jahrzehnt voller Veränderungen. Ich habe zwei wunderbare Jungs zur Welt gebracht – mein Körper hat dabei Großartiges geleistet, das kann ich gar nicht oft genug betonen – und mich gleichzeitig beruflich mehrfach neu orientiert. Diese Jahre waren intensiv, manchmal chaotisch und selten leise. Und doch habe ich immer wieder gestaunt, wie schnell die Zeit verfliegt. Gefühlt habe ich doch gerade erst meinen 30. Geburtstag gefeiert! Gut, gefeiert ist vielleicht zu viel gesagt: An diese Party habe ich eher durchwachsene Erinnerungen. Aber dieses Mal wird alles anders.

Statt Trubel und großer Gästeliste gönne ich mir dieses Jahr Ruhe. Ich starte mit meinen Jungs in den Tag, genieße einen freien Morgen und feiere nachmittags im kleinen Kreis mit den Menschen, die mir am nächsten stehen. Keine riesige To-Do-Liste, keine Erwartungen, die ich erfüllen muss. Einfach eine bewusste Auszeit, um diesen Meilenstein zu feiern.

Die 40er als Neustart?

Ganz ehrlich, der Gedanke an ein neues Jahrzehnt ist ein wenig beklemmend. Bin ich wirklich schon in der Lebensmitte? Im Kopf fühle ich mich noch wie Mitte 20, nur mit mehr Erfahrung und (manchmal) mehr Gelassenheit. Mein Spiegelbild bestätigt mich darin übrigens: Graue Haare und Falten habe ich noch nicht, dafür meldet sich mein Rücken gelegentlich mit einem dezenten „Hallo, das wird wohl nichts mehr mit Akrobatik!“.

Aber ernsthaft: Dieses neue Lebensjahrzehnt sehe ich auch als Chance. Nach einer turbulenten Phase mit Trennung und Neubeginn stehe ich nun an einem Punkt, an dem ich mich wieder stärker auf mich selbst konzentrieren kann. Wer bin ich jetzt, mit 40? Was möchte ich erreichen? Wohin soll die Reise gehen?

Früher hätte mich der Gedanke an solche Fragen unter Druck gesetzt. Heute sehe ich sie als Teil eines spannenden Prozesses. Schließlich habe ich in den letzten zehn Jahren gelernt, dass nichts wichtiger ist, als im Moment zu leben – und dass es vollkommen okay ist, wenn nicht alles immer perfekt läuft.

Von der Rush Hour des Lebens zur Achtsamkeit

Vor einer Weile habe ich über die sogenannte „Rush Hour des Lebens“ gelesen – die Phase, in der Beruf, Familie und persönliche Entwicklung gleichzeitig auf Hochtouren laufen. Damals dachte ich, mit 40 würde dieser Wahnsinn langsam abklingen. Spoiler: Tut er nicht. Das Leben rast weiter, die To-Do-Listen werden nicht kürzer, und die Anforderungen bleiben hoch.

Aber ich möchte künftig noch bewusster gegensteuern. Die kleinen Dinge schätzen, die mich glücklich machen. Die Lacher meiner Kinder, den ersten Kaffee am Morgen, das Gefühl, an einem kalten Wintertag unter der Decke zu liegen. Vielleicht sind die 40er genau das richtige Jahrzehnt dafür.

Also: Auf die nächsten zehn Jahre! Ob sie so turbulent werden wie die letzten, weiß ich nicht. Aber ich bin bereit, die Fahrt zu genießen – und hin und wieder die Geschwindigkeit rauszunehmen.

Eure Dani