Es ist wieder soweit: Die Weihnachtsmärkte eröffnen ihre Tore, und kaum einer kann sich dem Zauber entziehen. Die Lichter glitzern, der Duft von gebrannten Mandeln liegt in der Luft, und über allem schwebt die sanfte Melodie von Weihnachtsliedern. Doch während viele diese Atmosphäre genießen, packt mich immer öfter das Gefühl, dass etwas fehlt – oder vielleicht zu viel ist?
Die großen Weihnachtsmärkte, die in fast jeder größeren Stadt zu finden sind, sind längst nicht mehr das, was sie einmal waren. Zwischen XXL-Tannenbaum, Glühweinstand Nummer 27 und der neusten LED-Lichtershow frage ich mich: Geht es hier wirklich noch um Adventsstimmung? Oder vielmehr darum, den Besuchern möglichst viel Geld aus der Tasche zu ziehen?
Glühwein für mindestens vier Euro, dazu ein Pfandbecher, den man haben will, weil er vor Kitsch nur so strotzt – und natürlich noch ein bisschen Deko, die man spontan mitnimmt. Es scheint, als hätten die großen Märkte den Fokus auf Konsum längst perfektioniert. Und ja, ich bin ehrlich: Auch ich lasse mich manchmal mitreißen. Aber die Frage bleibt: Wo ist der Zauber?
Mein Herz schlägt inzwischen für die kleinen Märkte, die vielleicht nicht mit einer spektakulären Beleuchtung oder schillernden Fahrgeschäften aufwarten, aber dafür mit etwas, das man auf den großen Märkten oft vermisst: Authentizität. Auf einem kleinen Dorfweihnachtsmarkt oder einem Mittelaltermarkt kommt man ins Gespräch. Da gibt es echte Handwerkskunst, liebevoll selbstgemachte Marmeladen und vielleicht einen Stand, an dem Kinder gemeinsam Plätzchen backen.
Hier finde ich die Ruhe, die ich mir in der Adventszeit wünsche. Es ist ein bisschen wie früher, als ich mit meiner Familie über den Weihnachtsmarkt geschlendert bin, eine warme Waffel in der Hand und leuchtende Augen, weil alles so besonders wirkte. Vielleicht ist es auch genau das: Die kleinen Märkte schaffen es, das Wesentliche in den Vordergrund zu stellen – das Miteinander, das Staunen, das Besinnen.
Ich will nicht sagen, dass große Weihnachtsmärkte per se schlecht sind. Aber ich glaube, wir sollten uns wieder bewusster entscheiden, wo und wie wir die Adventszeit verbringen. Vielleicht mal einen Abend weniger zwischen Menschenmassen und Plastikschneemännern, dafür mehr Zeit für die kleinen Dinge. Für mich heißt das: Ein Besuch auf dem Mittelaltermarkt, eine heiße Tasse Apfelpunsch und vielleicht sogar ein handgeschnitzter Stern für den Weihnachtsbaum.
Denn am Ende zählt nicht, wie groß der Markt ist oder wie viele Stände er hat. Es zählt, dass wir die Zeit genießen – mit unseren Liebsten und vielleicht sogar mit Fremden, die uns in einem Moment der Besinnlichkeit begegnen.
Genießt den Beginn der wundervollen Adventszeit, mit lieben Menschen und all euren Sinnen.
Eure Dani
