Adventskalender: Éin Muss für die Vorweihnachtszeit! Aber muss es immer perfekt, teuer oder selbst gemacht sein? In meiner neuen Kolumne teile ich Gedanken über den Zauber der kleinen Dinge, warum weniger oft mehr ist – und warum es am Ende vor allem um gemeinsame Zeit geht.

Mendig |

Es ist Mitte November, und alle Eltern wissen, was das bedeutet: Die Adventskalender-Saison steht vor der Tür! Als erfahrene Mutter mit drei Kindern – davon einer schon erwachsen – kann ich sagen, ich habe alles durch. Adventskalender zum Selbstbefüllen, gekaufte Varianten mit Schokolade oder Spielzeug, Kalender, die man Fensterbild für Fensterbild zusammensetzt, und sogar DIY-Meisterwerke, die am Ende mehr gekostet haben als ein Wochenende im Freizeitpark.

Doch was habe ich aus all den Jahren gelernt? Den Kindern ist es völlig egal, ob der Kalender selbst gemacht oder gekauft ist. Sie freuen sich einfach nur darauf, morgens ein Türchen zu öffnen. Diese einfache Freude, dieser tägliche Moment der Spannung – darum geht es doch eigentlich, oder? Und dennoch ertappe ich mich jedes Jahr wieder dabei, wie ich darüber nachdenke, wie ich den Adventskalender „noch besser“ machen könnte. Noch kreativer, noch individueller, noch perfekt abgestimmt auf jedes Kind. Aber warum? Wer hat eigentlich beschlossen, dass Adventskalender zu einem Wettbewerb werden müssen?

In den sozialen Medien begegnen einem ja die wildesten Kreationen. Adventskalender, die eher an Luxus-Geschenkboxen erinnern. Und während ich bewundernd auf die liebevoll gestalteten Fotos blicke, frage ich mich manchmal, ob die Schenkenden dabei nicht völlig aus den Augen verlieren, worum es wirklich geht. Es geht nicht um „besser, größer, schöner“. Es geht um die kleinen Momente, die das Herz berühren. Die Freude, die in den Kinderaugen aufblitzt, wenn sie morgens nach dem Aufwachen das nächste Türchen öffnen dürfen – egal, ob darin eine teure Überraschung steckt oder ein Schokoladenstern.

Gerade in der Vorweihnachtszeit versuche ich, mich auf diese kleinen Dinge zu besinnen. Es ist nicht der Adventskalender, der die Magie bringt, sondern die Zeit, die wir miteinander verbringen. Nachmittage mit heißem Kakao und Keksen, ein gemeinsames Spiel, Basteln oder Backen – oder auch einfach nur ein gemütliches Vorlesen auf dem Sofa. Und ja, manchmal bedeutet das auch, sich eine Pause zu gönnen, wenn die Kinder gerade keine Lust auf „Familienzeit“ haben und lieber mit Freunden spielen wollen. Denn Adventszauber funktioniert nicht unter Zwang.

Für mich hat die Adventszeit etwas Meditatives. Es ist die Gelegenheit, in einer oft hektischen Welt innezuhalten, die kleinen Momente wertzuschätzen und den Kindern zu zeigen, dass es nicht immer um Perfektion geht. Vielleicht liegt genau hier die wahre Magie der Vorweihnachtszeit – in der Besinnung auf das Wesentliche und in der Freude am Einfachen.

Und was den neuesten Trend mit den Wichteln angeht, die pünktlich zum 1. Dezember einziehen? Darüber reden wir dann in der nächsten Kolumne.

Eure Dani