Der Lukasmarkt in Mayen: Ein traditionsreiches Volksfest, das jedes Jahr tausende Besucher anzieht. Für mich gehört er seit Kindertagen dazu – von aufregenden Fahrgeschäften über süße Leckereien bis hin zu unvergesslichen Familienmomenten. Auch mit steigenden Preisen bleibt der Lukasmarkt ein Highlight im Herbst. Lest mehr in meiner aktuellen Kolumne.

Mendig |

Ihr Lieben,

der Lukasmarkt in Mayen ist für mich ein festes Ritual, das einfach zum Herbst dazugehört. Schon als Kind habe ich mich auf dieses Volksfest gefreut, das seit Jahrhunderten in der Mayener Innenstadt stattfindet. Damals war das Größte für mich: der Duft von süßen Mandeln, Zuckerwatte, die aufregenden Fahrgeschäfte und natürlich die vielen bunten Lichter. Ein Spukhaus mit einem sprechenden Baum hat mir als kleines Mädchen allerdings jahrelang noch Alpträume beschert! Doch abgesehen davon, sind meine Erinnerungen an den Lukasmarkt hauptsächlich von Freude und Unbeschwertheit geprägt. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie oft ich auf dem Kinderkarussell saß, Runde um Runde zog, oder meine letzten Pfennige (ja, die gab es damals noch) in Lose investierte, um vielleicht den Hauptgewinn zu ergattern.

Als Teenager änderte sich der Lukasmarkt für mich. Die Fahrgeschäfte wurden größer, schneller, aufregender. Meine Freundinnen und ich fühlten uns richtig erwachsen, als wir das erste Mal alleine zum Volksfest fahren durften. Der Breakdancer war damals das Highlight, dort lief immer die beste Musik. Es wurde geflirtet, gelacht, und natürlich ein bisschen geprahlt, wer sich auf die wildesten Fahrgeschäfte traut. Damals lernte man auch die erste große Liebe kennen und verbrachte endlose Abende Hand in Hand zwischen den leuchtenden Buden. Der Lukasmarkt war der Ort, an dem Erinnerungen entstanden, die bis heute tief in mir verankert sind.

Heute bin ich diejenige, die den Lukasmarkt durch die Augen ihrer Kinder sieht. Als Mutter von drei actionliebenden Jungs ist es mir eine besondere Freude, ihre Begeisterung zu erleben. Wenn sie strahlend auf das Riesenrad deuten oder um die nächste Runde auf der Achterbahn betteln, fühle ich mich sofort in meine eigene Kindheit zurückversetzt. Ich lasse sie den Moment genießen und freue mich darüber, dass der Lukasmarkt für sie genauso magisch ist, wie er es für mich damals war.

Natürlich versuchen wir es auch jedes Jahr zu schaffen, dass Mama mal einen Abend alleine mit den Freundinnen auf das Volksfest gehen darf. Heute bin ich eher Team „Schlemmen statt Achterbahn“. Ich brauche keine wilden Fahrgeschäfte mehr – die vielen Leckereien locken mich viel mehr. Ein gutes Backfischbrötchen, eine Tüte gebrannte Mandeln oder auch mal eine Portion Pommes – das reicht mir völlig, um den Abend perfekt zu machen.

Doch der Lukasmarkt hat sich über die Jahre verändert. Die Preise steigen immer weiter, und dieses Jahr zahlt man für ein Backfischbrötchen schon mal zwischen 7 und 10 Euro. Ja, das schmerzt im Geldbeutel. Es gibt viele Diskussionen darüber, und ich verstehe den Unmut. Aber ich habe auch Verständnis für die Budenbetreiber, die ihre Kosten decken und ihren Lebensunterhalt sichern müssen. Trotzdem sage ich mir jedes Jahr aufs Neue: Der Lukasmarkt ist nur einmal im Jahr. Ein besonderes Highlight, das uns aus dem Alltag holt und Erinnerungen schafft – für uns und für unsere Kinder.

Natürlich muss man sich etwas zügeln, damit der Besuch nicht zu sehr ins Geld geht, aber zumindest ein Tag auf dem Lukasmarkt gehört für mich einfach dazu. Es sind diese Momente, die im Gedächtnis bleiben. Und ich freue mich schon jetzt darauf, dieses Jahr wieder durch die bunten Gassen zu schlendern, mit einem Lächeln im Gesicht und vielleicht einem leckeren Crêpe in der Hand.

Der Lukasmarkt – ein Stück Heimat, das ich nicht missen möchte.

Viel Spaß bei eurem diesjährigen Besuch in Mayen,

eure Dani