Wenn der Morgen zur Nervenprobe wird: Der tägliche Wahnsinn zwischen Kakao, Zahnpasta und Schulvorbereitung beginnt oft schon um 6:30 Uhr. Wie sich das Chaos mit zwei energiegeladenen Jungs anfühlt und warum es manchmal trotzdem schön ist, erfährst du in dieser Kolumne, die man mit Humor nehmen darf.

Mendig |

Es ist 6:30 Uhr, draußen dämmert es langsam, und die Kids haben kaum die Augen auf – da geht das Gezanke auch schon los: „Wer darf zuerst ins Bad?“, „Wessen Pulli ist cooler?“, „Wer hat mehr Kakao in der Tasse?“ Bei uns geht das morgens Schlag auf Schlag. Meine beiden Jungs, fast vier Jahre Altersunterschied, sind Meister im Dauerwettbewerb. Und als alleinerziehende Mama ist das genau das, was ich am frühen Morgen brauche – also nicht.

Während ich versuche, uns alle irgendwie startklar zu machen, gehe ich im Kopf schon die To-do-Liste durch: Brotboxen packen, die Haustiere füttern, mich selbst einigermaßen präsentabel machen – und das alles, bevor der Tag richtig losgeht. Entspannung? Fehlanzeige.

Die perfekte Vorstellung wäre doch: Ich stehe in Ruhe auf, gehe (alleine!) ins Bad, höre entspannte Musik, genieße meinen Kaffee bei Kerzenschein – jetzt im Herbst wäre das besonders schön – und die Kinder frühstücken friedlich, ohne Gezanke. Aber das ist wohl eher ein Traum, denn die Realität sieht anders aus. Die Jungs streiten um die besten Plätze am Tisch und obendrein darum, wer zuerst das Toast bekommt.

Aber dann erinnere ich mich: Wir haben vieles selbst in der Hand. Was wir ausstrahlen, bekommen wir zurück. Das heißt für mich: Durchatmen, versuchen, ruhig zu bleiben und die Situation mit einem Lächeln anzugehen. Klappt nicht immer, aber es hilft, den Morgen etwas gelassener anzugehen. Und mal ehrlich: Manchmal liegt es auch einfach daran, dass wir als Eltern den Druck schon selbst so früh im Kopf haben.

An Tagen, an denen die Jungs dann beim Papa sind, kann ich endlich den Morgen so erleben, wie ich es mir wünsche: Aufstehen, in Ruhe meinen Kaffee trinken und Zeit für mich und die Tiere finden. Solche Momente geben mir die nötige Energie, um die anderen Tage – die etwas turbulenteren – mit einem Lächeln zu meistern. Schließlich geht es immer darum, das Beste aus jeder Situation zu machen.

Letztendlich geht es auch darum, morgens einen Weg zu finden, der für alle halbwegs funktioniert – auch wenn es nicht immer ruhig und harmonisch abläuft. Aber mit einem Hauch von Humor und Gelassenheit überleben wir sogar die wildesten Morgenstunden. Und wer weiß, vielleicht klappt es irgendwann mal mit der ersten Tasse Kaffee, bevor der Trubel losgeht. Man darf ja wohl noch hoffen!

Einen guten Start in den Tag wünscht euch 

eure Dani