Eine externe Kanzlei hat anonyme Hinweise auf mögliche Missstände im Landeskrankenhaus Rheinland-Pfalz geprüft – und Geschäftsführer Alexander Wilhelm entlastet. Der Aufsichtsrat will nun über eine Vertragsverlängerung verhandeln. Gleichzeitig bleibt die finanzielle Lage angespannt: Für 2025 wird ein Defizit von 11,8 Millionen Euro erwartet.

Andernach |

Externe Prüfung: „Kein Verstoß, kein Schaden“

Anonyme Vorwürfe gegen das Landeskrankenhaus Rheinland-Pfalz und seinen Geschäftsführer Alexander Wilhelm haben in den vergangenen Wochen für Unruhe gesorgt. Um die Hinweise unabhängig bewerten zu lassen, wurde eine externe Kanzlei beauftragt. Das Ergebnis: Wilhelm wird entlastet.

Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) erklärte, die Kanzlei habe „jeden Stein umgedreht“, um sich ein umfassendes Bild zu verschaffen. Bei der Prüfung seien weder Verstöße gegen Gesetze festgestellt noch ein Schaden nachgewiesen worden. Zuvor hatten der SWR und die „Rhein-Zeitung“ über die Entwicklung berichtet.

Welche Punkte wurden untersucht?

Nach Angaben der Kanzlei bezogen sich die anonymen Hinweise auf mehrere Themenfelder. Dazu zählten:

  • Berichtspflichten des Geschäftsführers gegenüber dem Aufsichtsrat

  • Trennungen von Mitarbeitenden

  • Vergabe von Dienstleistungen

  • Bilanzen und finanzielle Abläufe

Die Prüfung habe in keinem dieser Bereiche belastbare Hinweise ergeben, die die Vorwürfe stützen würden.

Aufsichtsrat will Vertrag verlängern – Defizit bleibt Thema

Vor dem Hintergrund der Entlastung hat der Aufsichtsrat beschlossen, Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung mit Wilhelm aufzunehmen. Den Vorsitz im Aufsichtsrat hat die Staatssekretärin im Landesgesundheitsministerium, Nicole Steingaß (SPD).

Unabhängig von der Personalie bleibt das Landeskrankenhaus wirtschaftlich unter Druck. Das Unternehmen – größter Krankenhausträger im psychiatrisch-psychotherapeutischen und neurologischen Bereich in Rheinland-Pfalz – beschäftigt mehr als 5.400 Menschen an 30 Standorten. Für das Geschäftsjahr 2025 wird ein Defizit von 11,8 Millionen Euro prognostiziert. Laut Steingaß sind vier von fünf Einrichtungen defizitär, insbesondere steigende Personalkosten schlagen dabei zu Buche.