Sanierung statt Schauspiel auf der Genovevaburg: Die Burgfestspiele Mayen erfinden sich 2026 neu – und bringen großes Theater mitten in die Stadt.

Mayen |

Theater ohne Burg – und trotzdem mittendrin

Genovevaburg
Seit fast 40 Jahren sind die Burgfestspiele das kulturelle Herz des Mayener Sommers. Doch in diesem Jahr fehlt ihre wohl ikonischste Kulisse: die Genovevaburg. Statt erwartungsvoller Besucherschlangen vor den Burgtoren prägt aktuell ein Baugerüst das Bild.

Die traditionsreiche Burg aus dem 13. Jahrhundert wird umfassend generalsaniert. Dach, Statik und Technik werden auf den neuesten Stand gebracht – ein notwendiger Schritt, um das historische Bauwerk langfristig zu sichern und künftig weiterhin als moderne Spielstätte nutzen zu können.

Für die Festspiele bedeutet das jedoch einen vorübergehenden Abschied von ihrer zentralen Bühne. Unter dem Motto „Heimat! Los!“ wird die aktuelle Situation als Chance verstanden: für Aufbruch, Kreativität und neue Perspektiven.

Neue Bühne, neues Zentrum, vertrautes Erlebnis

Herz-Jesu-Kirche

Die Burgfestspiele rücken 2026 näher ins Stadtzentrum – direkt an die Herz-Jesu-Kirche. Dort entsteht derzeit eine neue Hauptbühne mit Tribüne, die sogar etwas mehr Plätze bietet als die Burg. Die Kirchentore werden dabei zur eindrucksvollen Kulisse, während der Backstagebereich im nahegelegenen Lukashaus untergebracht ist.

Die neue Spielstätte zeigt, wie stark der Zusammenhalt in Mayen ist: Kirche, Kultur und Stadt ziehen an einem Strang – selbst bei parallel laufendem Kirchenbetrieb.

Für Besucherinnen und Besucher bringt der Umzug einige Änderungen mit sich: Die Vorstellungen beginnen künftig eine halbe Stunde früher, um die Lärmbelastung am Abend zu reduzieren. Einlass ist jeweils 30 Minuten vor Beginn, der Ticketverkauf startet eine Stunde zuvor. Barrierefreiheit ist gewährleistet, und auch das beliebte Catering – unter anderem durch das Café Dajöh – sorgt weiterhin für die gewohnte Festivalatmosphäre. Neue Toilettenanlagen stehen ebenfalls bereit.

Heimat auf der Bühne: Klassiker, Moderne und Lokales

Altes Arresthaus
Das Spielzeitmotto spiegelt sich auch im Programm wider: Auf der neuen Hauptbühne sind das Familienstück „Die Bremer Stadtmusikanten“, Was ihr wollt sowie eine moderne Interpretation der Die Zauberflöte zu sehen.

Auch das Alte Arresthaus bleibt ein wichtiger Spielort – mit Produktionen wie „Achtsam morden“ nach dem Bestseller von Karsten Dusse und der Wiederaufnahme von „Transit Werther“. Ergänzt wird das Programm durch die BürgerTheater-Produktion „Sterngarten“, die eindrucksvoll zeigt, wie lebendig Theater aus der Stadt heraus entstehen kann.

Eine kleine Besonderheit am Rande: Wenn während der Aufführungen die sonst viertelstündlich läutenden Kirchenglocken verstummen, hat das einen guten Grund – sie werden für Proben und Vorstellungen extra abgeschaltet.

Tickets sind online, telefonisch sowie vor Ort in Mayen erhältlich. Die Burgfestspiele beweisen damit eindrucksvoll: Auch ohne Burg bleibt die Bühne fest in Mayen verankert.