Gut, dass der FV Engers so treue Fans hat. Gut für den Verein, gut aber auch für die Fans selbst. Denn sonst wären am Mittwoch gegen Karbach wohl der ein oder andere in der Pause nach Hause gegangen. Zu unterlegen schienen nervös-fahrig auftretende Engerser. Nach eigentlich guter Anfangsviertelstunde mit einer vergebenen Großchance für Mike Borger waren die Grün-Weißen völlig aus dem Takt gekommen. Abspielfehler führten dazu, dass die Mannschaft kaum mehr aus der eigenen Hälfte kam. Und die starken Karbacher nutzten das - natürlich durch ihren Stürmerstar Max Wilschrey. Der verwandelte erst einen Elfmeter (31.) und hielt dann den Fuß in einen strammen Schuss von Donovan Makoma (41.). So stand es zur Halbzeit völlig verdient 2:0 für die Gäste. Der Heimfluch waberte wie ein tiefer, dichter Nebel rund um das Stadion am Wasserturm.
Aufholjagd in der zweiten Hälfte
Doch die Fans, sie blieben. Und das sollte sich für sie mehr als lohnen. Denn sie sahen eine mitreißende zweite Halbzeit, in der sich der FVE Chance um Chance erspielte und eigentlich sogar hätte gewinnen müssen. "Wenn wir uns auch noch das dritte Tor fangen, dürfen wir uns nicht beklagen", gab am Ende auch ein mies gelaunter Gästetrainer Patrick Kühnreich zu. Engers Coach Sascha Watzlawik dagegen war in erster Linie stolz auf seine Jungs. "Wie sie sich reingehangen und alles auf den Platz geworfen haben, war sensationell", freute er sich.
Neues System sorgt für frischen Schwung
Was war passiert? Zur zweiten Hälfte hatte "Watze" nicht nur das System umgestellt, sondern mit Enrico Rößler, Justin Klein und Lukas Szymczak auch drei frische Leute gebracht. Und die drehten auf. Die Engerser pressten jetzt früh, eroberten die Bälle und ließen die Gäste überhaupt nicht mehr zur Entfaltung kommen. Kurz zusammengefasst: Karbach hatte der Power und der Geschwindigkeit der Engerser nichts mehr entgegenzusetzen.
Kopfbälle bringen den Ausgleich
Allein die Chancenverwertung der Grün-Weißen blieb - vor allem am Boden - mangelhaft. Und so waren es zwei Kopfbälle nach Ecken, die die Tore brachten. Erst war Lukas Szymczak in der 51. Minute zur Stelle, dann fand der starke Vadim Semchuck mit einer Bogenlampe das lange Eck (83.). Der Rest war Jubel. Und dass der Ukrainer für das Ausziehen des Trikots noch eine Gelbe Karte sah, konnte sein Trainer verschmerzen. Etwas ärgerlicher war da die gelb-rote Karte für Abwehrchef David Eberhardt. Er war, wie auch sein Gegenspieler, nach einer kleinen Rangelei vor dem letzten Eckstoß des Spiels vom Platz geflogen - eine überaus kleinliche Entscheidung des Schiedsrichters.
Fazit: Heimfluch gebrochen
Doch letztlich spielte das an diesem Abend praktisch keine Rolle mehr. Viel wichtiger: Nach fünf Pleiten am Wasserturm ist nun endlich der Heimfluch gebrochen.
Nächste Spiele
Weiter geht es für den FVE am Samstag, 5. Oktober, um 15 Uhr bei Rot-Weiß Koblenz. Das nächste Heimspiel am Wasserturm findet wieder unter Flutlicht statt: am Freitag, 11. Oktober, um 19:30 Uhr gegen die Sportfreunde Eisbachtal.
