Vor dem Rathaus wurde im Rahmen der weltweiten Aktion von Terre des Femmes die Fahne „Frei leben – ohne Gewalt“ gehisst. Oberbürgermeister David Langner und Gleichstellungsbeauftragte Meike Baumann nahmen die symbolische Handlung gemeinsam vor.
Zahlen zur Gewaltentwicklung
Nach Angaben des Bundeskriminalamts wurden im Jahr 2024 bundesweit 265.942 Menschen Opfer häuslicher Gewalt, rund 70,4 Prozent davon weiblich. Auch die erfasste Partnerschaftsgewalt stieg um 1,9 Prozent auf 171.069 Fälle, davon 80 Prozent Frauen. Bei innerfamiliärer Gewalt registrierten die Behörden einen Zuwachs von 7,3 Prozent auf 94.873 Betroffene. Viele Fälle bleiben laut Bundesfamilienministerium ungemeldet.
Unterstützungsangebote
Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ bietet unter 116 016 rund um die Uhr anonyme und kostenfreie Beratung in 19 Sprachen. Weitere Informationen stehen auf www.hilfetelefon.de bereit.
Umsetzung der Istanbul-Konvention in Koblenz
Seit September 2025 verstärkt Anja Kriete als Koordinatorin für die Umsetzung der Istanbul-Konvention die Koblenzer Gleichstellungsstelle. Der völkerrechtliche Vertrag verpflichtet staatliche Ebenen zu Prävention, Schutz und Strafverfolgung bei Gewalt gegen Frauen. Baumann betont, die Beendigung von Gewalt sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und die Umsetzung der Konvention ein zentraler Schritt für mehr Sicherheit und Selbstbestimmung.
Aktionen in der Innenstadt
Ab 14.30 Uhr machten Vertreterinnen des Regionalen Runden Tisches Koblenz gegen Gewalt gegen Frauen mit einer Kunstinstallation in der Altstadt auf das Thema aufmerksam. Die Aktion zeigte, wie häufig Frauen und Mädchen aufgrund ihres Geschlechts getötet werden, und lud Passanten zum Austausch ein.
Theaterabend in der Stadtbibliothek
Mehrere Koblenzer Clubs, die Gleichstellungsstelle und die Stadtbibliothek organisierten am Abend das Theaterstück „Prima facie“ des Theaters am Ehrenbreitstein. Oberbürgermeister Langner begrüßte die Gäste zu Beginn der Veranstaltung. Das Stück erzählt die Geschichte einer Strafverteidigerin, die nach eigener Gewalterfahrung das Rechtssystem hinterfragt und soll Betroffene ermutigen, Unterstützung zu suchen.
Veranstaltungshinweis
Der Regionale Runde Tisch bietet mit Unterstützung der Gleichstellungsstelle und der Leitstelle Kriminalprävention Rheinland-Pfalz am 6. Dezember 2025 einen Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungskurs für Frauen ab 18 Jahren an. Die Teilnahme kostet 10 Euro, einige kostenfreie Plätze stehen zur Verfügung. Der Kurs findet von 10 bis 16 Uhr in der Sporthalle des Görres-Gymnasiums statt. Die Anmeldung ist bis 3. Dezember per E-Mail an PPKoblenz.opferberatung@polizei.rlp.de möglich, Rückfragen sind telefonisch unter 0261 103-51160 möglich.
