Der 18. Spieltag der Rheinlandliga brachte knappe Siege der Spitzenteams und wichtige Erfolgserlebnisse im Tabellenkeller. Mehrere Mannschaften setzten mit überraschenden Wendungen und deutlichen Ergebnissen neue Impulse im Rennen um Aufstieg und Klassenerhalt.

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SG 2000 Mülheim-Kärlich : Eintracht Trier II 0:0

Keine Tore in Mülheim - was beim Blick auf die bislang erzielten Tore der beiden Kontrahenten schon verwunderte.

"Es war ein Spiel, das von der Taktik geprägt war. Nichts für Zuschauer, die Spektakel lieben, für Freunde des taktischen Fußballs allerdings ein Genuss", brachte es Mülheims Trainer Nenad Lazarevic auf den Punkt. Beide Mannschaften standen kompakt und ließen der Gegenseite wenig Räume, so dass Chancen hüben wie drüben Mangelware blieben. "Wir haben es versucht, die Trierer auch. Das war sowohl von mir als auch von meinem Trierer Kollegen die Marschroute", so Lazarevic, der vom 0:4 der Trierer in Ahrweiler vor einer Woche berichtete. "Da haben die Trierer das Spiel offen gehalten und vier Stück kassiert. Das haben sie gegen uns anders gemacht." Und so blieb es nach neunzig Minuten bei einem leistungsgerechten 0:0 Unentschieden.

SV Laubach : SG Hochwald 4:2 (0:2)

Mit dem am Ende verdienten Sieg gegen die SG Hochwald haben die Laubacher den Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz auf einen Punkt verkürzt. Es waren zwei komplett unterschiedliche Hälften auf dem Laubacher Rasenplatz. Nach zehn, fünfzehn Minuten übernahm der Gast die Kontrolle und führte zur Halbzeit nach Toren von Mohamed Arifi per Elfmeter (25.) und Julian Bidon (29.) verdient mit 0:2. Sollte es der erste Auswärtssieg der Gäste werden?

Nein! Denn in der zweiten Hälfte drehten die Laubacher auf. Tobias Jakobs, Trainer der Laubacher: "Wir waren in der ersten Hälfte schlecht, haben auch den Abstiegskampf im ersten Durchgang nicht angenommen. Das wurde in der Kabine deutlich angesprochen." Und Jakobs Ansprache fruchtete. Mit der ersten Chance nach dreißig Sekunden fiel der Anschlusstreffer. Julian Fritz machte mit dem 1:2 (46.) die Partie wieder offen.

"Hochwald, die auch 3:0 oder höher zur Pause hätte führen können, fing jetzt an zu schwimmen. Das haben wir gut genutzt, die Partie gedreht und nun wollen wir auch gegen Linz als Sieger vom Platz gehen", so Jakobs, der bereits an das nächste Spiel diesen Mittwoch dachte.

Laubach war nun klar spielbestimmend und drehte das Spiel komplett dank der Tore von Julian Schmitz (2:2, 64.) und einem Foulelfmeter von Lars Oster zum 3:2 (69.). In der Nachspielzeit sorgte Ole Conrad mit dem vierten Laubacher Treffer für die endgültige Entscheidung vor 150 Zuschauer. Auf 180 war Hochwald's Trainer Mohsmann nach der Partie. "So zwei komplett unterschiedliche Halbzeiten habe ich noch nie gesehen. Das Abwehrverhalten in der zweiten Halbzeit war bodenlos", so der enttäuschte SGH Trainer gegenüber der Rhein-Zeitung.

Ahrweiler BC : VfB Wissen 2:1 (0:0)

Mit einem blauen Auge ist der Ahrweiler BC davon gekommen. Dank des Last Minute Treffers von Almir Porca siegte der Tabellenführer gegen den Tabellenletzten nach einer schwachen Leistung mit 2:1. ABC Trainer Mike Wunderlich war vom Spiel seiner Mannschaft enttäuscht, am Ende aber auch erleichtert, dass man dennoch den wichtigen Sieg einfahren konnte. "Wir haben ein ganz schlechtes Spiel gemacht. Es war wahrscheinlich unsere schlechteste Leistung über neunzig Minuten in dieser Saison. Aber am Ende haben wir den Rückstand gedreht und einen ganz wichtigen Dreier geholt."

Eine lethargische ABC Mannschaft bot den 150 Fans in Bachem in der ersten Halbzeit kaum Erwärmendes. Und als in der 59. Minute Felix Arndt für den krassen Außenseiter das 0:1 erzielte, war die Stimmung auf den Rängen auf dem Tiefpunkt. Der Knackpunkt zu Gunsten der Ahrstädter war die 68. Minute, als der Wissener Tim Leidig mit Gelb/Rot den Platz verlassen musste. Die numerische Überlegenheit nutzte Ahrweilers Kevin Wetschorek zum 1:1 (71.) Vier Minuten nach dem Ausgleich war die numerische Gleichheit auf dem Platz wieder hergestellt. Thomas Idel holte sich nach dem zweiten Foulspiel eine völlig unnötige zweite Gelbe Karte ab. Mit Zehn gegen Zehn spielten beide Teams auf Sieg. Der Glücklichere war am Ende der Ahrweiler BC. In der vierten Minute der Nachspielzeit köpfte Porca einen Eckball von Ümit Kuzu zum 2:1 in die Wissener Maschen.

VfB Trainer Weller: "Man hat heute nicht gesehen, wer Erster und wer Letzter war. Es ist sehr unglücklich für uns, dass wir ohne Punkte nach Hause fahren."

FV Rübenach : FC Bitburg 2:0 (0:0)

Der FV Rübenach hat das Siegen nicht verlernt. Nach einer langen Durststrecke siegte der Aufsteiger gegen den FC Bitburg mit 2:0. 

Es dürften viele Steine gewesen sein, die Rübenachs Coach Benedikt Lauer vom Herzen fielen. Achtmal hatte man nach Gang verloren, achtmal dem Gegner beim Jubeln zuschauen müssen. Jetzt endlich waren seine Jungs wieder die, die am Ende feierten. "Es tut so gut, endlich wieder gewonnen zu haben. Und noch dazu das erste 'zu-Null' Spiel diese Saison."

In der ersten Halbzeit sahen die 100 Zuschauer ein ausgeglichenes Spiel. "Da hätten auf beiden Seiten Tore fallen können", so Lauer.

Nach dem Pausentee war es der Aufsteiger, der das Heft des Handelns aufnahm. "Da haben wir es richtig gut gemacht. Sehr aggressiv. Hohes Pressing und den Gegner zu Fehlern gezwungen." Und folgerichtig fielen die Tore für den Tabellensechzehnten. Hamza Aliou brachte Rübenach in der 65. Minute 1:0 in Führung. Kurz vor Schluss machte Sascha Engel mit dem 2:0 den fünften Saisonsieg klar. Somit verkürzte der FVR den Abstand auf den rettenden Platz 14 auf zwei Punkte.

SG Arzfeld : SG 99 Andernach 2:4 (0:1)

Die SG Andernach hat ihren Aufwärtstrend auch in Arzfeld fortsetzen können. Mit jetzt dreißig Punkten verbesserte sich die Mannschaft von Kim Kossmann auf den 6. Tabellenplatz. 

Dabei war das Spiel zur Halbzeit auf der Kippe. Kossmann: "In der Halbzeit zog Nebel auf und so dauerte die Pause statt fünfzehn satte fünfundvierzig Minuten. Das Spiel war kurz vor dem Abbruch. Ich hätte es nicht nachvollziehen können. Klar war es neblig. Aber nicht so, als das man es hätte abbrechen müssen."

Zu dem Zeitpunkt führten die Bäckerjungen dank eines Foulelfmeter 0:1. Sven Schiffers war im Arzfelder Strafraum zu Fall gebracht worden. Mike Borger nahm sich der Sache an und vollstreckte zur Gästeführung (30.)

Die Hausherren, der amtierende Meister der Bezirksliga West, kam deutlich besser aus der langen Pause, versäumte es aber auszugleichen.

Besser machte es die SG99. Gian Luca Dolon mit dem 0:2 für seine Farben. Nach einem Foul von Alexis Weidenbach Elfmeter für Arzfeld, den Leon Schmitz zum 1:2 Anschlusstreffer verwandelte. "Da sind wir stabil geblieben", freute sich Kossmann über die gute Reaktion. Und der am Ende noch zweimal mit seiner Mannschaft jubeln durfte. Erst traf Borger zum vorentscheidenden 1:3 (75.). In der Nachspielzeit der vierte Treffer der SG 99. Tim Esten mit seinem neunten Saisontreffer zum 1:4. Den Schlusspunkt setzten die Hausherren. Per Kopf markierte Arzfeld´s Johnny Bisschops das 2:4 (90.+4). 

Kossmann: "Ein verdienter Sieg für uns. Wir haben jetzt dreißig Punkte. Damit können wir mehr als zufrieden sein." 

SG Schneifel : SV Eintracht Mendig 6:1 (2:1)

Fünfzig Minuten hielt die Mendiger Eintracht bei ihrem Gastspiel in Schneifel gut mit, hatte streckenweise sogar mehr vom Spiel.

Am Ende aber setzte es eine hohe 1:6 Niederlage beim Tabellendritten. 

"Wir haben bei schweren Bedingungen in der ersten Halbzeit gut gespielt. Der Platz war tief und uneben, aber grundsätzlich in Ordnung. Auch das Wetter bei Wind, Regen und Sturmböen war so richtig 'Schneifel like', das haben wir aber alles gut angenommen. Die ersten fünfzig Minuten waren sehr gut von uns", so Mendigs Trainer Damir Mrkalj.

Nach einem Fehler von Alexej Eberhardt war Schneifels Torjäger Jan Pidde reaktionsschnell und traf zum 1:0 (8.). Mendig zeigte sich unbeeindruckt und glich nur eine Minute später aus. Über Brice Mitel und Carsten Thelen kam der Ball zu Matthias Wengenroth. Sein Volleyschuss unhaltbar.

Wieder nur drei Minuten später gingen die Hausherren erneut in Führung. Ein langer Ball konnte nicht geklärt, Simon Reetz traf nach zwölf Minuten zum 2:1.

"Zwei Fehler und denen läufst du dann hinterher", so Mrkalj. Mendig spielte gut mit, ließ aber einige Chancen aus, so dass man mit 2:1 die Seiten wechselte.

In der 50. Minute Elfmeter für Schneifel nach einem Foul von Wengenroth an Pidde. Khaen Fuchs ließ sich die Chance nicht entgehen und erhöhte auf 3:1. Und als fünf Minuten später Pidde zum 4:1 traf, war der Drops gelutscht. Mendig fügte sich in sein Schicksal, die Westeifler setzten das muntere Toreschießen fort. Wiederum Pidde mit seinem 14. Saisontreffer zum 5:1 (82.) sowie Nicolas Swaart mit dem 6:1 (90.) sorgten für die höchste Saisonniederlage der Vulkanstädter.

SV RW Wittlich : TuS Immendorf 1:0 (1:0)

Der TuS Immendorf hat sich beim Tabellenzweiten Wittlich sehr gut verkauft. Am Ende aber stand ein 1:0 vor 189 Zuschauern.

Trotz der Niederlage war TuS Trainer Marvin Schenk mit der Leistung seiner Mannschaft sehr zufrieden. "Wir hätten in der ersten Halbzeit auch selber in Führung gehen können, da haben wir leider die Chance nicht genutzt." Der Außenseiter setzte den Matchplan der Trainer nahezu perfekt um. "Wir haben leidenschaftlich gekämpft. Die Grundtugenden, die man im Abstiegskampf braucht, haben wir auf den Platz gebracht."

Nur einmal entwischte den tapferen Immendorfer ein Gegenspieler. Maximilian Uhlig war es, der in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit den hohen Favoriten 1:0 in Führung in brachte. "Das war sehr unglücklich", so Schenk, "natürlich hatte Wittlich immer wieder Torchancen, die wir aber gut bereinigen konnten." "Die knappe Niederlage, die Leistung der Mannschaft macht mir Mut für das kommende Spiel auf dem Dörnchen gegen Schneifel."

Dann will der TuS punkten. Am besten gleich dreifach. Schenk: "Es wäre wichtig. Die Abstiegszone ist nach den Ergebnissen von diesem Spieltag zusammen gerückt."

Die weiteren Spiele:
  • SpVgg Wirges : FV Morbach 1:1
  • TuS Kirchberg : VfB Linz 1:3
Nachholspiele am Mittwoch, 3. Dezember, 20 Uhr
  • Eintr. Mendig : FC Morbach
  • SV Laubach : VfB Linz
  • SG Schneifel : RW Wittlich